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Nordkorea: Wie es in der einzigen christlichen Uni zugeht

("Adventisten heute"-Aktuell, 24.4.2015) Im Land mit der schärfsten staatlichen Christenverfolgung, dem kommunistisch regierten Nordkorea, existiert seit fünf Jahren eine von Christen gegründete und finanzierte technische Hochschule. Aber vom christlichen Glauben erfahren die Studenten der "Pjöngjang University for Science and Technology" (PUST) nichts. Sie leben vielmehr völlig abgeschottet und unter ständiger Bewachung auf dem Elite-Campus. Das berichtet die aus Südkorea stammende US-Amerikanerin Susi Kim (New York), die ein halbes Jahr lang Englisch an der PUST unterrichtet hat.
Ihre Erfahrungen schildert sie in ihrem Buch "Without You, There Is No Us" (Ohne euch gibt es kein uns). In einem Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF/Zürich) beschrieb sie jetzt die Universität als ein "Gefängnis". Alle Studenten und Dozenten würden rund um die Uhr von Soldaten bewacht. Außerdem hätten die 270 jungen Männer ständig über alles Mögliche gelogen, auch über scheinbar Belangloses. So bestritten sie, dass sie ein Denkmal des "Großen Führers" Kim Jong-il (1942-2011) regelmäßig putzen mussten. Sie mussten auch die Staatspropaganda "nachbeten", so Kim.

Keine Missionierung

Über die Welt außerhalb Nordkoreas wüssten sie so gut wie nichts. Selbst Informatik-Studenten würden das Internet nicht kennen. Fotos aus dem Westen, etwa vom Eiffelturm in Paris oder dem US-Sänger Michael Jackson, seien ihnen völlig fremd gewesen. Sogar über das eigene Land fehlten den Elite-Studenten Kenntnisse aus erster Hand, weil sie ihre Stadt nur mit Genehmigung verlassen dürften. Wie Kim sagte, hat sie die ständige Überwachung zum Ende ihres Semesters depressiv gemacht. Zur Gründung der Universität sagte sie, Christen aus dem Ausland hätten mit dem Regime eine Zusammenarbeit vereinbart. Sie investierten 35 Millionen US-Dollar (heute 32 Millionen Euro) und bildeten die Elite aus. Missionieren sei verboten, aber die Betreiber der Universität sähen diese als eine Zukunftsinvestition an: Wenn das Regime einmal zusammenbreche, seien die Christen schon vor Ort, so die Schriftstellerin Kim.

Gründer: Christentum nicht aus Universitäten verbannt

Der Initiator der Universität, der südkoreanische Geschäftsmann und Theologe James Chin Kyung Kim, trat im vorigen Jahr beim Christustag in Stuttgart auf, an dem rund 21.000 Christen teilnahmen. Der 79-Jährige hat auch bereits 1992 im Nordosten Chinas eine christliche Hochschule gegründet - die "Yanbian Universität für Wissenschaft und Technologie" (YUST). Laut Kim ist der christliche Glaube keineswegs aus diesen Institutionen verbannt. Sie seien vielmehr die einzigen Universitäten mit christlichen Andachtsräumen in China und Nordkorea. Trotz der Selbstisolation dieses Landes seien einige PUST-Studenten zum Auslandsstudium in Schweden und England zugelassen worden.

Menschenrechtler: Nordkorea ist ein einziges Straflager

Nordkorea gilt als der christenfeindlichste Staat der Welt. Unter den auf bis zu 120.000 geschätzten politischen Gefangenen sollen sich nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) etwa 60.000 Christen befinden. Das gesamte Land sei ein gigantisches Straflager. Glaubensverfolgung, Verhaftungen, Folter, Arbeitslager, Zwangsumsiedlungen, Erschießungen und Vergewaltigungen kennzeichneten Nordkorea. Diktator Kim Jong-un lasse sich als gottähnlichen Führer verehren. Christen gelten als Staatsfeinde, weil sie Gott anbeten und nicht die Herrscher-Dynastie. Gleichwohl wachsen die Untergrundgemeinden, in denen sich schätzungsweise 100.000 Christen versammeln. Offiziellen Angaben zufolge leben unter den 24,5 Millionen Einwohnern Nordkoreas aber nur 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. (idea)

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