Die menschliche Kultur und Zivilisation wären ohne die Erfindung der Schrift und der Fähigkeit des Schreibens und Lesens nicht möglich gewesen. Zwar können Menschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen mündlich weitergeben, aber das wäre über viele Generationen hinweg wie bei Stille Post: Verfremdung vorprogrammiert. Glücklicherweise waren und sind Menschen in der Lage, Sprache in Schrift umzusetzen, sodass sich breiten Bevölkerungsschichten das Tor zu Wissen und Inspiration öffneten. Wer liest, kann zwischendurch innehalten und über das Gelesene nachdenken, manche Passagen mehrfach lesen oder im Text vor- und zurückspringen. Das ist beim Hören bedingt bis gar nicht möglich, dafür kann man Podcasts, Hörbücher und Co konsumieren, während man mit den Händen etwas anderes tut als ein Buch zu halten, beispielsweise Autofahren. Inhaltlich muss man bei beiden Varianten mitkommen können.
Auch für den christlichen Glauben war die schriftliche Überlieferung der Ereignisse aus der Zeit des Alten Testaments und der Begegnungen mit Jesus in Form des Neuen Testaments von entscheidender Bedeutung. Eine Hilfe für das Leseverständnis der Bibel ist der Artikel „Gott kommt den Menschen nah …“ von Prof. Udo Worschech. Er legt dar, wie eine Gesamtschau das Verständnis der Bibel erleichtert.
Bis heute sind die vielschichtige Arbeit und das Engagement christlicher Buchverlage relevant, erläutert Jessica Kaufmann am Beispiel des Advent-Verlags.
Schreiben und Lesen wurden schon immer als ganzheitliche Tätigkeiten verstanden. Paulus bezeichnete sogar die Gläubigen selbst u. a. als „Brief Christi“, geschrieben vom Heiligen Geist auf „fleischerene Tafeln der Herzen“ (2 Kor 3,3). Das Bild des Briefes soll ausdrücken: Die Gläubigen verkörpern Christus und die Versöhnungsbotschaft mit ihrem ganzen Sein. Dies verdeutlicht: Lesen und Leben gehören im Glauben untrennbar zusammen.
Die adventistische Kirchenverwaltung wird gerade digital transformiert – eine Gemeinschaftsleistung, an der viele Akteure der Freikirche beteiligt sind. Melanie Leihner-Guarin, Verwaltungsleiterin der beiden deutschen Verbände der Freikirche beschreibt die Veränderungen, Herausforderungen und den Nutzen, der damit verbunden ist. Weitere Beiträge befassen sich u. a. mit digitaler Gesundheit, mit dem Angebot eines Freiwilligen Sozialen Jahres bei der Adventjugend und der Bedeutung des Monats März für Themen rund um Frauen und ihre gesellschaftliche Stellung. Zudem gibt es ein Interview mit einem Vereinigungspräsidenten aus der Ukraine, das Einblicke in die derzeitige Situation der dortigen Adventgemeinden gibt. Und wir begrüßen einen neuen Kolumnisten: Jurij Holdstein, Pastor im Raum Bamberg und Autor des Buches Fensterplatz-Andachten (erschienen im Advent-Verlag). Sein erstes Thema: Logos gegen Mythos.

