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Margot Käßmann: Zurück zum Evangelium und hinein in die Welt!

("Adventisten heute"-Aktuell, 7.12.2012) "Zurück zum Evangelium und gestärkt mitten hinein in die Welt!" Das ist für Margot Käßmann (Berlin) - Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum 2017 - die Hauptmotivation für die Feier des 500. Jahrestags des Thesenanschlags von Martin Luther (1483-1546). Im Zentrum der Reformation stehe die Besinnung auf das Wort Gottes. Menschen sollten durch den Gottesdienst gestärkt und ihr Gewissen geschärft werden, um Verantwortung wahrzunehmen, sagte die frühere EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin am 2. Dezember in Emden. Sie ist Schirmherrin der Ausstellung "Menso Alting und seine Zeit", die in der reformierten Johannes a Lasco Bibliothek gezeigt wird. Der streitbare Calvinist (1541-1612) wirkte in Kirche und Gesellschaft weit über Emden hinaus.

Drama: Heute liest kaum jemand die Bibel

Käßmann führte mehrere Schwerpunkte des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 an. So erinnerte sie daran, dass die Reformatoren von der Bibel her argumentiert und sich für Bildung eingesetzt hätten. Jeder sollte die Heilige Schrift lesen können. Daher sei es ein Drama, dass heute im Land der Reformation kaum jemand in der Bibel nachschlage. Das Jubiläum müsse aber auch eine politische Dimension haben. Erstmals werde das Reformationsjubiläum zu einer Zeit gefeiert, in der die Religions- und Meinungsfreiheit sowie die Trennung von Staat und Kirche selbstverständlich seien. Die Kirche könne daher auch kritisch gegenüber dem Staat auftreten.

Keine neue Kirche des 16. Jahrhunderts

Käßmann hob ferner die ökumenische Dimension des Reformationsjubiläums hervor. Die Evangelischen seien keine neue Kirche des 16. Jahrhunderts, sondern kämen mit den Christen anderer Konfessionen aus der alten Kirche. Zwar würden die Reformierten und Lutheraner dem Papsttum immer kritisch gegenüberstehen, doch seien viele Verwerfungen des 16. Jahrhunderts aufgearbeitet: "Wir erkennen die Taufe gegenseitig an. Wir taufen in die eine unsichtbare Kirche, die unter allen Kirchen verborgen ist." Ökumene habe auch eine weltweite Bedeutung. Man müsse 2017 fragen, wie reformatorische Kirchen in anderen Ländern leben, etwa in Tansania oder Äthiopien.

"Wer Juden angreift, greift uns an"

Auch für das Verhältnis von Christen und Juden habe das erste Reformationsjubiläum nach dem Holocaust Bedeutung. Luthers Schrift "Wider die Juden" sei "schrecklich" und habe bis in die Zeit des Nationalsozialismus gewirkt. Doch habe die Kirche der Reformatoren gelernt. Die EKD sage: "Wer Juden angreift, greift uns an." Ähnliches gelte für Muslime. Luther habe noch von der "Türkengefahr" gesprochen; heute lebten vier Millionen Muslime in Deutschland. Käßmann: "Wir brauchen den Dialog mit den Muslimen." Auch mit Täufern und Mennoniten, als "Wiedertäufer" verfolgt wurden, müsse man den Austausch pflegen. Als Erkenntnis der Reformation sollte laut Käßmann ferner deutlich werden, dass jeder Getaufte geistlich gesehen Priester, Bischof oder Papst sei. Daher könnten beispielsweise auch Frauen alle Ämter innehaben. (idea)

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