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Theologische Hochschule Friedensau befürwortet Ordination von Frauen

("Adventisten heute"-Aktuell, 25.3.2016) Die Theologen der Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg sind davon überzeugt, dass die geltende Ordinationspraxis der Freikirche aufgrund der Heiligen Schrift einer Korrektur bedarf. Der Fachbereichsrat Theologie der Theologischen Hochschule sprach sich in einer Stellungnahme am 16. März einstimmig dafür aus, die volle Gleichstellung von Männern und Frauen im pastoralen Dienst herzustellen. Das Neue Testament bezeuge eine vom Geschlecht unabhängige Beauftragung zu leitenden Diensten in der Kirche. Allerdings gelte es auf die jeweilige kulturelle Situation in einem Land Rücksicht zu nehmen, um die Verkündigung des Evangeliums nicht einzuschränken.

Da Frauen in der adventistischen Kirche nicht als Pastorinnen ordiniert werden können, werde hierzulande die Ausbreitung des Evangeliums in zweifacher Weise behindert: "Einerseits, weil ihre Geistesgaben und Führungsfähigkeiten zum Teil ungenutzt bleiben, andererseits, weil eine Kirche in der modernen Gesellschaft unglaubwürdig wird, wenn sie Menschenrechte missachtet, die auf der biblisch-christlichen Tradition beruhen", so die Friedensauer Theologen.

Ordination als Einführung in einen Dienst

Zudem werde in der adventistischen Kirche, abweichend vom urchristlichen Verständnis, die Ordination häufig weniger als Einführung in einen Dienst verstanden, sondern mehr als Übergang in einen neuen Status. Das zeige sich unter anderem daran, dass Frauen zwar praktisch alle Tätigkeiten eines Pastors ausüben dürften, aber für ihre Aufgaben nicht ordiniert würden, und dass nur ordinierte Amtsträger andere ordinierten.

In neutestamentlicher Zeit sei die Ordination eine öffentliche Übertragung eines Dienstes gewesen, um durch Handauflegung auf die gewählte Person um den Segen Gottes für die Amtsführung zu bitten. Diese Handlung sei von jenen vorgenommen worden, welche über die Berufung entschieden hätten. Dabei wäre es nicht entscheidend gewesen, ob jene selbst ordiniert waren oder nicht. Das Geschlecht habe dabei keine Rolle gespielt, außer die Ordination hätte die Verkündigung des Evangeliums behindert.

Ordination von Frauen fördert Mission und Dienst der Freikirche

Der Fachbereich Theologie der Friedensauer Hochschule äußerte die Überzeugung, dass die Mission und der Dienst der Freikirche durch die Ordination von Pastorinnen gefördert würden. Er appellierte an den Nord- und Süddeutschen Verband sowie an die Intereuropäische Division als teilkontinentale Kirchenleitung, dafür Sorge zu tragen, dass die Ordination nach biblischen Prinzipien gehandhabt werde. Die Theologen seien bereit, sich aktiv in "die Suche nach Lösungsmöglichkeiten weiter einzubringen und dazu beizutragen, dass unsere Freikirche ein glaubwürdiges Zeugnis in der Gesellschaft ablegen kann".

Adventistische Weltsynode lehnt Ordination von Pastorinnen ab

Am 8. Juli 2015 hatten es die rund 2.300 Delegierten der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, als oberstes Gremium der Freikirche mit rund 40 zu 60 Prozent abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu erteilen, adventistische Pastorinnen in ihrem Verwaltungsgebiet zum Pastorendienst zu ordinieren. Adventistische Frauen können nach dieser Entscheidung der Weltsynode zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen "gesegnet" und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen, doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt.

Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer "Vereinigung" oder eines "Verbandes" beziehungsweise einer "Union" (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung), berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Deutsche Freikirchenleitung für Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen

Die Vorstände des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten bedauerten die Entscheidung der adventistischen Delegierten der 60. Generalkonferenz-Vollversammlung in San Antonio zur Frauenordination. In ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2015 heißt es: "Eine positive Antwort wäre aus unserer Sicht angemessen und überfällig gewesen und hätte dem mutigen (Pionier-)Geist der Adventbewegung besser entsprochen."

Während die Vorstände den Willen der Mehrheit der Vollversammlung respektierten, würden sie jedoch entschieden jeder Form der Diskriminierung von Frauen entgegentreten. "Wir glauben, dass Männer wie Frauen mit denselben Gaben ausgestattet werden, die für den Dienst als Pastor/Pastorin erforderlich sind. Deshalb werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen in unseren Gemeinden einzusetzen", so die Vorstände. Die deutschen Freikirchenleiter ermutigten junge Frauen, sich an der adventistischen Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg zum Dienst als Pastorin ausbilden zu lassen.

Übersicht der Reaktionen auf Entscheidung in San Antonio 2015

Nach der Entscheidung der adventistischen Weltsynode 2015 zur Kompetenzregelung bezüglich der Frauenordination reagierten die überregionalen adventistischen Kirchenleitungen (Unionen) in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, der Slowakei, Tschechien und in den USA auf unterschiedliche Weise.

"Norwegen"

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"Am 20. September 2015 beschloss der Exekutivausschuss der nationalen, adventistischen Kirchenleitung in Norwegen (NORUC), künftig keine Pastoren mehr zu ordinieren. Sowohl Pastoren als auch Pastorinnen sollen mit einem Fürbittgebet in den vollen Pastorendienst eingeführt werden. "

"Dänemark"

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"Der Exekutivausschuss der Adventisten in Dänemark (DUChC) beschloss am gleichen Tag, nach Abschluss der Pastoralassistenzzeit, ausschließlich den Begriff "Pastor/Pastorin", ohne die Bezeichnung "ordiniert" oder "gesegnet", gleichermaßen für Männer und Frauen zu verwenden."

"Niederlande"

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"Adventisten in den Niederlanden wollen Frauen auch in Zukunft ordinieren. In einer Erklärung nach dem Beschluss der Weltsynode hält die niederländische Kirchenleitung fest: "Die Delegierten der adventistischen Kirchgemeinden in den Niederlanden haben im Herbst 2012 beschlossen, Frauen in gleicher Weise wie ihre männlichen Kollegen zum Pastorendienst zu ordinieren. Dieser Beschluss trat im Juni 2013 in Kraft und bleibt es weiterhin. Die Entscheidung der Generalkonferenz-Vollversammlung von San Antonio ändert daran nichts.""

"Italien"

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"Die Kirchenleitung der Adventisten in Italien (UICCA) hat am 16. September 2015 "ein respektvolles, aber starkes Zeichen des Dissenses und des Protests" gegenüber der Entscheidung der adventistischen Weltsynode 2015 (Generalkonferenz-Vollversammlung) zur Frauenordination veröffentlich und geeignete administrative Maßnahmen angekündigt."

"Frankreich und Belgien"

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"Der Exekutivausschuss der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich und Belgien (Union Franco-Belge, UFB) stimmte am 11. November 2015 in Paris einer Erklärung zu, die einen allmählichen Gesinnungswandel anstoßen will, um künftig die geschlechtsunabhängige Ordination zum Pastorendienst zu ermöglichen. Die Kirchenleitung will auch die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit adventistische Pastorinnen dasselbe Gehalt wie ihre männlichen, ordinierten Kollegen beziehen."

"Slowakei und Tschechien"

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"Der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung für Tschechien und die Slowakei (C%EDrkve adventist/6/3367, sedm%E9ho dne /6/3268,esko-Slovenská unie) verabschiedete am 11. November 2015 eine Erklärung welche den Beschluss der adventistischen Weltsynode vom Juli 2015 zur Frauenordination bedauert. Der Beschluss der Generalkonferenz-Vollversammlung basiere auf kirchlicher Autorität, stehe aber nicht in Übereinstimmung mit dem biblischen Befund sowie im Widerspruch zu Artikel 14 der adventistischen Glaubensüberzeugungen, der betont, dass "Unterschiede zwischen Mann und Frau ... unter uns nicht trennend wirken" dürften. Deshalb würden Frauen ermutigt, sich auch im Pastorendienst zu engagieren."

"Schweden"

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"Am 13. März 2016 hat der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung (Sjundedags Adventistsamfundet) in Schweden beschlossen, keine Ordinationen zum Pastorendienst mehr durchzuführen. Damit sollen Männer und Frauen im Pastorendienst gleich behandelt werden."

"USA"

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"In den USA haben im Oktober 2015 neun Theologieprofessoren der renommierten adventistischen Andrews-Universität in Berrien Springs, Michigan, die gleichzeitig ordinierte Pastoren waren, als Reaktion auf den ablehnenden Beschluss der Weltsynode ihre Ordinationsurkunden zurückgegeben. Sie baten, für sie Legitimationen als "gesegnete/beauftragte" Pastoren, wie für adventistische Pastorinnen, auszustellen. In den USA wurden im Gebiet der überregionalen Kirchenleitungen der Columbia Union Conference im Osten und der Pacific Union Conference im Westen der USA bereits vor der Generalkonferenz-Vollversammlung von 2015 Frauen als Pastorinnen ordiniert. Diese Ordinationen wurden bisher nicht zurückgenommen. "(APD) %3Cul%3E%3Cli%3E%3Ca href%3D"upload/pdf/Stellungnahme Ordination ThHF 2016.pdf" target%3D"_blank"%3EDie Stellungnahme der Theologischen Hochschule Friedensau%3C/a%3E (PDF)%3C/li%3E%3C/ul%3E %3C!--%5Bif gte mso 9%5D%3E%3Cxml%3E Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE %3C/xml%3E%3C!%5Bendif%5D--%3E%3C!--%5Bif gte mso 9%5D%3E%3Cxml%3E %3C/xml%3E%3C!%5Bendif%5D--%3E%3C!--%5Bif gte mso 10%5D%3E %3Cstyle%3E //A Style Definitions /A/ table.MsoNormalTable %09%7Bmso-style-name:"Normale Tabelle", %09mso-tstyle-rowband-size:0, %09mso-tstyle-colband-size:0, %09mso-style-noshow:yes, %09mso-style-priority:99, %09mso-style-parent:"", %09mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt, %09mso-para-margin:0cm, %09mso-para-margin-bottom:.0001pt, %09mso-pagination:widow-orphan, %09font-size:10.0pt, %09font-family:"Times New Roman",serif,%7D %3C/style%3E %3C!%5Bendif%5D--%3E

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