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Krawalle in England: Christen helfen Opfern und beten

("Adventisten heute"-Aktuell, 12.8.2011) Als Reaktion auf die gewalttätigen Krawalle in England haben Kirchen zur Fürbitte und praktischer Hilfe für die Opfer aufgerufen. Im Londoner Stadtteil Tottenham, wo die Unruhen mit Zerstörungen, Brandstiftungen und Plünderungen am 6. August begannen, beteiligten sich am 8. August Christen, Juden und Muslime an einer gemeinsamen "Mahnwache der Hoffnung". Ähnliche Veranstaltungen fanden auch an anderen Orten Englands statt.
Um für den Frieden in ihrer Nachbarschaft einzustehen, führten adventistische Jugendliche am 9. und 10. August in Tottenham bei der U-Bahnhaltestelle "Seven Sisters" eine Kundgebung durch und forderten die Passanten auf, sich ebenfalls für den Frieden einzusetzen.

Horrende Zerstörung

Auslöser für die Krawalle war der Tod des 29-jährigen dunkelhäutigen Mark Duggan, der in Tottenham von einer Polizeikugel getroffen worden sein soll. Um seine Angehörigen kümmert sich Pastor Valentin Dedji von der evangelisch-methodistischen Markus-Gemeinde in Tottenham. Nach seinen Worten sind die Zerstörungen in dem Stadtteil "horrend". Die Ausschreitungen weiteten sich inzwischen auf andere Großstädte in Süd-, Mittel- und Nordengland aus wie Birmingham, Manchester, Liverpool, Nottingham und Bristol.
"Was in Tottenham passiert ist, stimmt uns traurig und besorgt", sagte Pastor Sam Davis, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Südengland. Der Tod von Mark Duggan habe viele zu Recht nach den Umständen seiner Erschießung durch die Polizei fragen lassen. "Das kann jedoch nie mutwillige Gewalt, Zerstörung von Eigentum, Plünderung und Vandalismus rechtfertigen, die auf den Protest folgten", so Davis.
"Samstagnacht haben die Protestierenden leider die Grenze einer geordneten Gesellschaft überschritten und die Rechte vieler, die in Tottenham leben, missachtet. Das kann nicht akzeptiert werden", unterstrich Sam Davis. Er forderte seine Kirchenmitglieder auf, in kleinen Gruppen und in den Gottesdiensten für den Frieden in der Gesellschaft zu beten und sich selbst dafür einzusetzen. (Im Großraum London gibt es 120 adventistische Kirchgemeinden.)

Premierminister: Deutlicherer Wertekanon nötig

Der britische Premierminister David Cameron beorderte 16.000 zusätzliche Polizisten in die Hauptstadt. Um die Gewalt bei der Wurzel zu packen, brauche man längerfristig einen "deutlicheren Wertekanon", sagte der konservative Politiker. Auch andere Politiker von Regierung und Opposition mahnten zum sozialen Frieden.

Aufräumen helfen und beten

Der anglikanische Bischof von London, Richard Chartres, rief die Kirchengemeinden auf, sich bei Aufräumarbeiten und praktischer Hilfe für die Opfer der Krawalle zu engagieren. Darüber hinaus hat die Kirche von England im Internet ein "Gebet für Frieden in unseren Kommunen" veröffentlicht. Darin wird Gott um Hilfe für alle Menschen gebeten, die sich für Frieden und eine Beilegung der Spannungen einsetzen.
Die Evangelische Allianz in Großbritannien, die mehr als eine Million Evangelikale repräsentiert, rief Christen auf, sich jeden Abend um 19 Uhr zum Gebet zu versammeln. Generaldirektor Steve Clifford (London) erklärte: "Gebet bringt Veränderung, und als Christen sind wir aufgerufen, für unser Volk zu beten." Sie beteiligen sich aber auch an praktischer Hilfe. So unterstützen sie die Hilfskräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten und leisten Seelsorge etwa für Ladenbesitzer, die Opfer von Plünderungen wurden. (idea/APD)

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