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Kongress christlicher Führungskräfte in Leipzig (Teil 3)

("Adventisten heute"-Aktuell, 20.1.2013) Am dritten und letzten Tag des Kongresses christlicher Führungskräfte in Leipzig (19. Januar) gab es Höhe- und Tiefpunkte. Zu den Höhepunkten darf man sicher die Morgenandacht mit Noor van Haaften und das Schlussreferat von Helmut Matthies zählen, als Tiefpunkte dürften viele Kongressteilnehmer die Werbestunde eines Mitglieds der berühmten Kelly Family und die Antikundgebung einiger Christen vor dem Kongresszentrum empfunden haben.

Elia: ein Mensch wie du und ich

Die gebürtige Niederländerin Noor van Haaften, eine erfolgreiche Autorin und gefragte Referentin, beherrscht die Kunst, Personen der Bibel für unseren Alltag lebendig zu machen. Zum Thema des Tages "Inspiration empfangen - Mut beweisen" wählte sie für ihre Morgenandacht den alttestamentlichen Propheten Elia. Dieser Mann, der Mut bewies, als er im Auftrag Gottes seine vertraute Welt verließ und sich in die Höhle des Löwen wagte, war ein großer Beter, aber zugleich "ein Mensch wie wir". Seine Höhen und Tiefen zeigen, was aus einem Leben werden kann, das Gott ganz zur Verfügung gestellt wird. Menschen wie Elia, die es wagen, gegen den Strom zu schwimmen, sind gerade heute besonders gefragt.

"No Limits" - im Extremsport und in der Selbstdarstellung

Größer hätte der Kontrast nicht sein können: Der tiefgehenden Bibelarbeit mit der sich als Person völlig zurücknehmenden Niederländerin folgte die massive Selbstdarstellung eines Extremsportlers, bei der weder Gott noch der Glaube vorkamen - höchstens der Glaube an sich selbst und daran, was ein Mensch leisten kann, der sich hohe Ziele setzt und diese ausschließlich aus eigener Kraft verfolgt. Joey Kelly (40), früherer Musiker und Geschäftsführer der Popband Kelly Family, tritt heute als Extremsportler sowie als Teilnehmer an Fun-Wettbewerben in Erscheinung. Seine sportliche Hochleistungen sind in der Tat beeindruckend: 40 Marathons, neun Wüstenläufe, acht Ironman-Triathlons innerhalb eines Jahres, ein 17-tägiger Survival-Lauf durch Deutschland ...
Dieses sportliche Engagement, das Setzen und eiserne Verfolgen herausfordernder Ziele, bezeichnete Kelly als "Fundament" seines Lebens. Mehr kam nicht. Als der mutige Moderator Johannes Warth später meinte, man hätte nach dieser Show den Kongress gleich beenden können, da man alles ohne Gott erreichen könne, verriet der Applaus, dass sehr viele Kongressteilnehmer diesen Beitrag innerhalb eines christlichen Kongresses als völlig deplatziert empfunden hatten. Natürlich könne man darüber nachdenken, fügte Warth hinzu, was geschehen könnte, wenn Christen gemeinsam mit Gott so zielstrebig und konsequent ihre Aufgabe in Kirche und Gesellschaft wahrnehmen würden.

Ohne Werte ist kein Staat zu machen

Christen sollten sich aktiv zu den Wertmaßstäben bekennen, die Jesus Christus in der Bibel gegeben hat, anstatt passiv und zurückhaltend zu sein. Denn sie sind ein großer Gewinn für das Gemeinwesen und "der Sauerteig der Gesellschaft". Das sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in seinem Vortrag "Ohne Werte ist kein Staat zu machen". Wie er sagte, ist der Staat auf Bürger angewiesen, die sich an Werten orientieren, um sich selbst zu erhalten. Denn gesicherte Wertvorstellungen böten Orientierung, stärkten die Handlungsfähigkeit und hülfen, sachgerechte Entscheidungen zu treffen. Wem hingegen klare Wertmaßstäbe fehlten, der sei angewiesen auf Stimmungslagen und werde ein leichtes Opfer von Bevormundung und Manipulation. Daher sei es ein gutes Zeichen für Deutschland, dass die "Nachfrage nach christlichen Werten und Tugenden" derzeit wachse, so der Minister.

Erst Zusage, dann Forderung

Nach zwei "Mutmacher-Interviews" mit der geschäftsführenden Gesellschafterin der Unternehmensgruppe Pilz, Susanne Kunschert (Ostfildern bei Stuttgart), und dem Tischlermeister Georg Jahn (Bad Blankenburg/Thüringen) kam es zum Schlussreferat, das traditionell vom idea-Leiter Helmut Matthies gehalten wird. Matthies ging beim Thema "Unsere Werte heute und morgen" auf den Wertewandel ein, für den zwei Beispiele repräsentativ sein dürften: "Früher hatte eine Oma viele Enkel, heute hat ein Enkel viele Omas" und: "Heute leben Jugendliche unverheiratet zusammen, schlafen aber in fair gehandelter Bettwäsche." Er betonte die Bedeutung der Zehn Gebote als Ursprung und Fundament der Grundwerte unserer Gesellschaft: "Die ganze Wertefrage ist eine Gottesfrage: Jeder, der versucht, die Wertefrage ohne Gott zu lösen, bringt Unglück." Er hinterfragte allerdings den Versuch, christliche Werte zu verordnen: "Wer Gott nicht kennt, kennt auch keine Sünde, höchstens Regelverstöße." Daher sei nötig, die Menschen mit Gott vertraut zu machen, damit sie erkennen, dass der Forderung (der Zehn Gebote zum Beispiel) die Zusage (des Evangeliums) vorausgehe: "Im Unterschied zu allen Religionsführern fordert Jesus nicht zuerst etwas, sondern sagt etwas zu", sagte Matthies. Das Leben als Christ beginne mit einer Zusage: "Du bist wertvoll - auch mit Down-Syndrom und mit Alzheimer."
Matthies nannte sehr konkrete Beispiele beim Namen, so die Geldgier: "Geld ist wie Mist: Wenn du es gut verteilst, bringt es viel Frucht. Wenn alles auf einem Haufen bleibt, stinkt es", und mangelnde Zivilcourage: "Auch Christen haben sich daran gewöhnt, dass jede Woche 3000 ungeborene Kinder getötet werden. Es ist einfacher, Bonhoeffer-Biographien zu verteilen, als selbst den Mund aufzumachen." Der christliche Glaube sei keine Jenseitsvertröstung, denn "wer den Himmel ernst nimmt, wird für das Leben tauglich" und "dort, wo Gottes Werte gelebt werden, sind schon heute positive Auswirkungen zu spüren".
Besorgt äußerte sich Matthias über die Neigung unter konservativen Christen, bestimmte Sünden - zum Beispiel im sexuellen Bereich - schlimmer zu gewichten als andere: "Kunden abzuzocken, überbordende Büffets, Trunkenheit, für schlechte Laune zu sorgen" - das werde im Neuen Testament genauso verurteilt wie alle Sünden, die mit Sex zu tun haben. Sünden unterschiedlich zu bewerten, führe zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit.
Beim Thema Vergebung äußerte Matthies seine Besorgnis über den aggressiven Ton einer kleinen Gruppe von Christen, die gegen den Kongress in liebloser und diffamierender Art demonstrierten. Bereits am Vorabend des Kongresses störten sie den Eröffnungsgottesdienst in der Nikolaikirche. In Flyern beleidigten sie sowohl die Veranstalter als auch die Kongressteilnehmer. Noch am letzten Tag demonstrierten sie mit Transparenten und als Plakatträger vor dem Eingang zum Kongresszentrum. Es sei nicht leicht, so Matthies, die Feindesliebe mit der Pflicht in Einklang zu bringen, die Opfer der Angriffe zu schützen.

Kongresserklärung und Ausblick

Mit einer Selbstverpflichtung zu einem Wirtschaften in Verantwortung vor Gott und den Menschen ging um 14 Uhr der 8. Kongress christlicher Führungskräfte zu Ende. Der Kongressvorsitzende, Pastor Horst Marquardt, las die Kongresserklärung vor, in der es u. a. heißt: "Wir - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses christlicher Führungskräfte - bemühen uns, nach den Maßstäben Gottes zu leben, wie sie sich beispielhaft in den Zehn Geboten finden. Eine Gesellschaft ist nur dann leistungsfähig und sozial zugleich, wenn sie weiß, dass sie sich einmal vor Gott für alles verantworten muss, was sie tut oder lässt."
Nach dem Dank an die vielen Helfer und Gestalter des Kongresses, von denen eine große Gruppe auf die Bühne kamen, lud Marquardt zum 9. Kongress ein, der vom 26. bis 28. Februar 2015 in Hamburg stattfindet.
Berichte über den Kongress werden in den Sendern ERF, Bibel TV und HOPE Channel ausgestrahlt. (idea/KcF/edp)

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(Fotos: edp, wenn nichts anderes angegeben)


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