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Je ärmer, desto frömmer (Gallup-Umfrage)

("Adventisten heute"-Aktuell, 3.9.2010) Je ärmer, desto frömmer: Einen Zusammenhang zwischen der Höhe des Einkommens und der Religiosität hat das Gallup-Meinungsforschungsinstitut (Washington) weltweit festgestellt. Das geht aus der am 31. August veröffentlichten Auswertung einer Untersuchung in 114 Ländern hervor, die das Institut im vorigen Jahr durchgeführt hat. Generell gilt: Je ärmer die Bewohner eines Landes sind, desto wichtiger ist für sie die Religion. Mindestens 99 Prozent der Einwohner von Bangladesch, Niger, Jemen, Indonesien, Malawi und Sri Lanka sagen, dass der Glaube eine bedeutsame Rolle in ihrem Leben spiele. Am Ende der Skala liegen Estland (16 Prozent), Schweden (17), Dänemark (19), Japan (24), Hongkong (24) und Großbritannien (27). In Deutschland erklären 40 Prozent der Befragten, dass ihnen Religion wichtig sei; in der Schweiz sind es 41 Prozent.

Ausnahme USA: Reich und fromm

Eine Ausnahme unter den reichen Nationen bilden die USA, wo für fast zwei Drittel aller Bürger (65 Prozent) der Glaube eine wichtige Rolle im Alltag spielt. Hohe Anteile unter den wohlhabenden Nationen finden sich auch in Italien (72 Prozent), Griechenland (71), Singapur (70) und Golfstaaten wie etwa Katar (95). Dass in einigen relativ armen Ländern wie Estland (16), Vietnam (30) und Weißrussland (34) niedrige Werte gemessen wurden, führt das Institut auf das Erbe der langjährigen Herrschaft des Kommunismus mit seiner atheistischen Ideologie zurück.

Arme verlassen sich im Alltag mehr auf den Glauben

Im weltweiten Durchschnitt sagen 84 Prozent, dass ihnen der Glaube im Alltag wichtig ist. Bei Personen mit einem Jahreseinkommen unter 2.000 US-Dollar (1.560 Euro) beträgt dieser Anteil 95 Prozent. Zum Vergleich: Bei Menschen mit Einkünften von mehr als 25.000 US-Dollar (19.500 Euro) sind es 47 Prozent. Zur Erklärung heißt es in einer Pressemitteilung des Gallup-Instituts, eine Theorie von Sozialwissenschaftler sei, dass die Religion bei Armen eine größere funktionale Rolle spiele, weil ihnen der Glaube bei der Bewältigung des Kampfes ums Überleben helfe. Wohlhabende könnten sich eher auf eigene Ressourcen verlassen. Bei der Untersuchung wurden im Jahr 2009 in jedem Land etwa 1.000 Interviews geführt. (idea)

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