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Flüchtlingskrise: Europäisches Koordinationstreffen von ADRA-Leitern

("Adventisten heute"-Aktuell, 29.1.2016) In Zagreb/Kroatien trafen sich vom 18. bis 19. Januar die Geschäftsleiter der nationalen ADRA-Büros in Europa (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) mit den adventistischen Kirchenleitern der europäischen Länder. Bei diesem Treffen mit rund 60 Personen wurden die Bedürfnisse der Flüchtlinge thematisiert sowie Kooperationsmöglichkeiten zwischen den nationalen ADRA-Büros und den jeweiligen Kirchen besprochen.

UNHCR-Delegierte und ADRA-Mitarbeiter schildern Flüchtlingssituation

Die beiden kroatischen Delegierten des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Jasna Barberic und Jan Kapic, haben durch fundierte Berichte die Lage und Bedürfnisse der Flüchtlinge dargestellt. Nach Angaben von Barberic sind im Januar 2016 bereits 29.461 Flüchtlinge in Europa eingetroffen. Sie beklage besonders die rund 4.000 Menschen, die letztes Jahr auf der Flucht gestorben seien, denn "unser Hauptziel besteht darin, Leben zu retten". Die Mitarbeiter der ADRA-Landesbüros gaben Einblicke in ihr Engagement für die Flüchtlinge. Die Hilfe beginnt an der Nordküste von Lesbos mit einem großen Bus von AdventHelp und setzt sich über den Einsatz der ADRA Landesbüros von Mazedonien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Österreich sowie in den Ländern, in denen sich die Flüchtlinge niederlassen wollten, wie Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland fort. Bei vielen ADRA-Einsätzen arbeiten vorwiegend Freiwillige mit. Die Finanzierung der Flüchtlingshilfe sei ein echtes Problem, sagte Maja Ahac, ADRA Geschäftsleiterin von Slowenien. Ihrem Büro ginge Ende März das Geld aus.

Sprachkurse und kulturelle Bildung

Viele der europäischen ADRA-Büros haben in der Vergangenheit vorwiegend Auslandsprojekte finanziert und sind nun durch die Flüchtlinge in ihren eigenen Ländern mit neuen Herausforderungen konfrontiert. ADRA Deutschland arbeite mit Freiwilligen in adventistischen Kirchgemeinden zusammen. Diese bieten Sprachkurse und Beschäftigungsprogramme an, solange die Flüchtlinge nicht arbeiten dürfen. Es werden auch Informationen über Werte, Einstellungen und Haltungen vermittelt, damit die Flüchtlinge die Kultur im Land verstehen können. Zudem haben die adventistische Freikirche in Deutschland sowie diverse adventistische Institutionen die Anleitung "Gemeinsam für Flüchtlinge", für ehrenamtliche Projektarbeit mit politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen, herausgegeben.

Integration als Schlüsselfaktor

Das Hauptaugenmerk der Aktivitäten von ADRA Schweden liegt weiterhin in den Herkunftsländern Syrien und Jemen. Die adventistischen Kirchgemeinden versuchen den Flüchtlingen in Schweden zu helfen. Man sei sich einig gewesen, so der TED-Bericht, dass Integration entscheidend sei. In Norwegen ist zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe gegründet worden, in der ADRA Norwegen mit dem Gesundheits- und Erziehungsdepartement zusammenarbeitet.

Pläne: Kommunikation, Koordination, Finanzierung, Ausbildung

Es wurde vereinbart, die Aktivitäten für Flüchtlinge in den Balkanländern besser zu koordinieren sowie die Kommunikation mit den Flüchtlingen innerhalb der Kirche und mit der Öffentlichkeit zu verbessern. Die adventistischen Kirchgemeinden wurden angeregt, sich aktiv am Weltflüchtlingstag der UNO (20. Juni) zu beteiligen. Es gehe im Weiteren auch darum, zusätzliche Finanzquellen für die Flüchtlingshilfe zu erschließen, so der TED-Bericht. ADRA Mazedonien hilft den Flüchtlingen im Grenzort Gevgelija ausschließlich mit Freiwilligen und in Griechenland besteht überhaupt kein ADRA-Büro. Es wurde beschlossen die Stelle eines Regionalkoordinators in Kürze zu besetzen, der diese Probleme angehen und die ADRA-Büros unterstützen soll. Zudem soll ein Integrations-Lehrprogramm sowie ein Ausbildungsprogramm für Kirchenmitglieder erstellt werden, das als Hilfestellung zum Umgang mit Flüchtlingen dienen soll. (APD/nsp)

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