Ein evangelischer Diakon im württembergischen Herrenberg sucht während der Sommerferien das Gespräch mit Passanten auf dem Marktplatz seiner Stadt. Sein Ziel sei es, die Kirche und den christlichen Glauben in den Alltag der Menschen zu bringen, erklärte Diakon Sven Faix der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Sein Büro bestehe derzeit aus einem Tisch mit Sonnenschirm, umgeben von Liegestühlen. Jeden Tag hänge dort ein Plakat mit einer anderen Frage als Gesprächsanregung. Beispielsweise: „Was beschäftigt dich gerade? Ich höre gerne zu.“ Entstanden sei die Aktion „Street Office“ (Straßenbüro) relativ spontan und in Zusammenarbeit mit der Stadt Herrenberg, die sich sehr offen gezeigt habe. An den ersten drei Tagen vom 12. bis 14. August seien etwa 30 Personen zu ihm gekommen, von jungen Menschen über Mütter bis hin zu Senioren. Manche seien zufällig vorbeigekommen, andere gezielt, weil sie von der Aktion in der Zeitung gelesen hätten. Mit allen Besuchern habe er entweder beten oder ihnen einen Segen oder Bibelvers zusprechen können, so Faix. Dies sei „sehr gerne und dankend“ angenommen worden und habe viele Besucher berührt. Mehrfach seien dabei auch Tränen geflossen.
Wie Jesus zu den Menschen gehen
Faix resümiert: „Wir brauchen das noch viel mehr und müssen das noch viel öfter machen.“ Als biblisches Vorbild verweist er auf Jesus und die Jünger. Diese seien dorthin gegangen, „wo die Menschen leben, feiern, trauern, leiden“. Einsamkeit, Angst, Sorgen, Depressionen, die Suche nach Frieden, Glück, Versöhnung und gelingenden Beziehungen, all diese Themen beschäftigten die Menschen in der heutigen Zeit. Durch Jesus Christus und die Bibel hätten Christen Antworten auf diese Fragen oder könnten Menschen dabei helfen, sie selbst zu finden. Viele warteten darauf, dass jemand da sei, der zuhöre und Zeit habe. Die Aktion habe schon jetzt seinen Blick für die Nöte und Sorgen der Menschen geschärft. Er bete darum, dass Jesus ihm „neue Liebe“ für jeden einzelnen Menschen schenke. Das „Street Office“ auf dem Herrenberger Marktplatz steht noch bis zum 21. August für Besucher offen.