Mit seiner Musik will der christliche Sänger und Komponist Siegfried Fietz (Greifenstein bei Wetzlar) dafür sorgen, dass Menschen anfangen, sich für Gott zu interessieren. Das sagte Fietz im Gespräch mit der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA aus Anlass seines 80. Geburtstags am 25. Mai: „Ich will die Gottesbotschaft in zeitgemäßer Weise unter die Leute bringen.“ Dass seine Lieder gefragt seien, habe er gerade zuletzt auf dem 104. Deutschen Katholikentag vom 13. bis 17. Mai in Würzburg erlebt. Sein Konzert dort mit Liedern über die Heilung des blinden Bettlers Bartimäus, über den die Bibel (u. a. Markus 10,46–52) berichtet, sei sehr gefragt gewesen: „Viele Leute mussten draußen stehen.“ Von Anfang an sei er ökumenisch unterwegs gewesen, so der Künstler.
„Von guten Mächten“ wird in 179 Ländern gesungen
Weltweit bekannt wurde Fietz durch die Vertonung des Gedichtes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer (1906–1945), der im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet wurde. Das Lied ist in 14 Sprachen erschienen und wird in 179 Ländern gesungen. 2021 wurde es bei einem Wettbewerb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum beliebtesten Kirchenlied gewählt. Es ist Teil zahlreicher Gesangbücher. Im Internet wurde es 15 Millionen Mal heruntergeladen, darunter allein auf YouTube über 12 Millionen Mal. Fietz hat nach eigenen Angaben mehr als 4.200 Melodien geschrieben. Hinzu kommen 350 Plattenproduktionen, davon über 200 mit seinen Liedern. Außerdem entstanden 100 Kinderproduktionen mit seinen Werken. Etwa 70 Alben waren gemeinsame Projekte mit anderen Künstlern. Aktuell arbeitet er an einer neuen Produktion. Sie soll „Dankbar“ heißen und sein Leben musikalisch zusammenfassen.
Mit Prominenten zusammengearbeitet
Viele internationale Künstler haben bei Produktionen des von seiner Ehefrau Barbara geleiteten Verlages „Abakus Musik“ mitgewirkt, wie der Sänger Ivan Rebroff (1931–2008) beim „Paulus Oratorium II“ oder die Witwe des US-Bürgerrechtlers Martin Luther King, Coretta Scott King (1927–2006), bei „Ich habe einen Traum“. Bei dem Album „Wasser für die Welt/Living Water“ wirkten elf Musical-Künstler vom Broadway in New York mit, in Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk World Vision (Friedrichsdorf). Die wohl aufwendigste Produktion war das Album „Space Sinfonie“ mit dem US-Astronauten James Irwin (1930–1991) und dem Royal Philharmonic Orchestra (London). Dabei stand für Fietz weniger der finanzielle Erfolg im Vordergrund, sondern vielmehr, den Segen Gottes zu erleben: „Den haben wir reich geschenkt bekommen.“ Er sei sehr dankbar für viel positive Resonanz.
Skulpturenpark geschaffen
Siegfried Fietz ist nicht nur musikalisch aktiv, sondern hat auch über 30 Plastiken und Skulpturen geschaffen, die er in dem von ihm gestalteten Park in Greifenstein-Allendorf ausstellt. Es freue ihn besonders, dass bei Besuchen oft Christen und Nichtchristen miteinander über die Bedeutung der Kunstwerke ins Gespräch kämen. Das Ehepaar Fietz hat drei erwachsene Kinder – Sandra, Oliver und Florian – die ebenfalls im Verlag tätig sind und ihren Vater teilweise bei Konzerten begleiten. Im Skulpturenpark will er zu seinem Geburtstag am 25. Mai (Pfingstmontag) um 15 Uhr ein Konzert geben. Der Eintritt ist frei. Bei schlechtem Wetter findet es in der Ulmtalhalle statt. Der Belgische Rundfunk 2 (BRF2) bringt ein deutschsprachiges Porträt über Fietz am 24. Mai ab 13.05 Uhr, das am 30. Mai wiederholt wird.