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Wie gehen wir Christen mit Corona um?

Wohlwollen und Gebet füreinander – gerade bei unterschiedlichen Meinungen. (Foto: Jeremy Yap/ unsplash.com)

Wer hat Anfang 2020 damit gerechnet, dass ein Virus aus China binnen weniger Wochen eine hypermobile, globalisierte Welt in eine kollektive Lähmung manövrieren würde? Bitte tun wir nicht so, als wüssten wir ganz genau, was zu tun ist, nur die politisch Verantwortlichen machen alles falsch, schlimmer noch, sie wollen ihre freiheitsliebende Bevölkerung hinterrücks in die Knie zwingen.

Befürworter und Gegner prallen aufeinander

Das genau sei ja das Problem, beeilen sich die heiß laufenden Skeptiker zu versichern. Durch den „Maßnahmenoverkill“ („Die Welt“) der föderal organisierten Republik blicke kein Mensch mehr durch. Und sei es nicht eine fragwürdige Paradoxie, dass Nächstenliebe heute bedeutet, Abstand von Mitmenschen zu halten? Früher hätte man bei einer Epidemie zusätzliche Gottesdienste gefeiert, um dagegen anzubeten. Heute hingegen lassen wir Gottesdienste ausfallen, schließen unsere Kirchen oder gehen auf Abstand und tragen Masken. Und überhaupt, es gibt da diverse Studien, die diese Sicht der Dinge bestätigen …

Befürworter und Gegner der aktuellen Corona-Regeln prallen aufeinander. Konstruktive Kritik, mit Anstand vorgebracht, wäre dagegen hilfreich und sicher auch von Politikern erwünscht.

Neun Thesen zum Umgang mit der Krise

Wie gehe ich in einer fragiler gewordenen Welt mit diesem Dschungel von Meinungen – auch in unseren Kirchen und Gemeinden – um?

1. Ein persönlicher Erkenntnisgewinn der Corona-Krise lautet: Ich bin für ganz viele Fachfragen einer Pandemie kein Experte. Ich brauche Expertenrat, auch wenn Experten nicht immer einer Meinung sind.

2. Wer googeln kann, findet zu jeder Studie auch eine Gegenstudie.

3. Ich bin dankbar für Politiker in unserem Land, die ebenso lernen müssen, mit der aktuellen Situation umzugehen, von denen ich aber den Eindruck habe, dass sie das mit Umsicht und Differenzierungsvermögen tun.

4. Ein Blick auf die globale Corona-Situation verstärkt diese Dankbarkeit.

5. Darum verstehe und akzeptiere ich die Corona-Beschränkungen. Sie schränken nicht zuerst Freiheit ein, sondern schützen andere und ermöglichen ein respekt- und rücksichtsvolles Miteinander.

6. Meine erklärte Aufgabe als Christ ist es, für politisch verantwortliche Personen zu beten – unabhängig von meinem inneren Zustimmungslevel zu ihrem politischen Handeln.

7. „In der Welt habt ihr Angst!“, sagt Jesus. Das gilt derzeit für viele Menschen. Umso mehr ein Grund, den zu verkündigen, „der die Welt überwunden hat“ (Johannes 16,33).

8. Ich will Beziehungen pflegen, Verbundenheit zu Menschen qualitativer gestalten, Kirche Jesu Christi in den „zwei oder drei“ entdecken und wertschätzen, die sich in „seinem Namen versammeln“ (Matthäus 18,20).

9. Dass Jesu Jünger „an der Liebe untereinander erkannt werden sollen“ (Johannes 13,35), gilt auch und gerade in Corona-Zeiten. Dies verpflichtet zu aufmerksamem Zuhören, Dialogbereitschaft, Wohlwollen und Gebet füreinander – auch und gerade bei unterschiedlichen Meinungen.

(Der Autor, Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), ist Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland sowie Präses des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden.)


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