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Wie christliche Eltern auf den Tod ihres Kindes reagieren

("Adventisten heute"-Aktuell, 3.4.2015) Wo finden Eltern Trost und wie können sie weiterleben, wenn sich ein Kind selbst getötet hat? Das fragte die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) Betroffene aus Anlass des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen. Nach den bisher vorliegenden Informationen hatte der Copilot des Fluges 4U9525 Selbstmord begangen, indem er den Airbus an einem Berg zerschellen ließ. Außer ihm kamen 144 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder ums Leben.

Trost gibt es nur bei dem gekreuzigten Gott

Der frühere Rektor des Tübinger Albrecht-Bengel-Hauses, Prof. Rolf Hille (Heilbronn), dessen seelisch kranker Sohn sich im Alter von 20 Jahren das Leben nahm, bezeichnete es gegenüber idea als "immer neu schockierend, wenn sich der Abgrund des Unfassbaren auftut". Angesichts der Tragödie fragt Hille: "In welche Tiefen der Verzweiflung oder des Verbrechens kann ein intelligenter und bestens ausgebildeter Mensch geraten und dabei 149 andere mit sich in den Tod reißen?" Die Eltern der getöteten Schüler, die Verwandten und alle anderen Freunde brauchten jetzt menschliche Nähe und Fürbitte. Dies gelte "nicht zuletzt auch für die Angehörigen des jungen Piloten, die künftig nicht nur mit dem Grauen des Todes, sondern auch mit dem Gefühl der Schuld leben müssen". Für Christen tue sich noch ein weiterer Abgrund auf. So fragten sie sich: "Wo ist Gottes Liebe? Warum hat er seine bewahrende Hand abgezogen?" Die Gottesfinsternis, die über diesen Fragen liege, scheine undurchdringlich zu sein. Doch gerade am Karfreitag werde Gott in einem Moment der Heilsgeschichte für immer sichtbar. "Hier ist seine Liebe ewig offenbar. Es gibt keinen anderen Trost als den, beim gekreuzigten Gott."

Lernen, Trost anzunehmen

Der evangelische Theologe und Autor Klaus Eickhoff (Sierning/Österreich), der langjährige Rektor des Werkes für Evangelisation und Gemeindeaufbau in der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich, verlor 1992 seinen Sohn Jörg (32). Nachdem ihm die Polizei die Todesnachricht überbracht hatte, habe er zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau Renate eine halbe Stunde nur geschrien: "Nein, nein, nein." In dieser Lage habe er gedacht, dass er sich nie mehr würde freuen können. Er habe viele Trostbriefe erhalten, doch nicht alle seien tröstlich gewesen. Er habe den Eindruck gehabt, dass sie viele christliche Bekannte hinter frommen Worten und Bibelversen versteckten und das Leid nicht wirklich an sich heranließen. Am meisten habe ihn ein Brief eines alten, "nicht sehr frommen Freundes" getröstet, der erst nach einem halben Jahr kurz geschrieben habe, dass er mit den Eltern weine und ihm ansonsten die Worte fehlten.
Wie Eickhoff weiter sagte, müssen Betroffene lernen, Trost anzunehmen. Er habe als Pfarrer viele Menschen kennengelernt, die ungetröstet gestorben seien und das Leid ihr Leben lang mitgeschleppt hätten: "Das ist eine Form von Egoismus." Eickhoff verwies auf einen Bibelvers aus dem Neuen Testament. "Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden" (Matthäus 5,4). Christen und Nichtchristen erlebten das Leid ähnlich: "Der Schmerz ist derselbe." Dennoch sei die Lage für Christen eine völlig andere: "Unser Schmerz ist getragen von der Nähe des Trösters.". Ihm habe es gut getan, wenn andere Menschen einfach bei ihm gestanden hätten, ohne viel Worte zu machen und ihn umarmt oder seine Hand gehalten hätten. Für Christen sei es zudem ein unbeschreiblicher Trost, weil sie "einen Bezug zum Ewigen haben". Sie hätten eine Hoffnung über den Tod hinaus. (idea)

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