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Wenn angehenden Religionslehrern das Bibelwissen fehlt

("Adventisten heute"-Aktuell, 12.4.2013) Wer sind Kain und Abel, Noah, Mose oder David? Studienanfängern am Seminar für Evangelische Theologie und Religionspädagogik der Technischen Universität Braunschweig sind diese biblischen Personen oft unbekannt. Diese Erfahrung macht die Akademische Ober-Rätin am Seminar, Ingrid Wiedenroth-Gabler. Wie sie gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, fehle es vor allem an Kenntnissen über Erzählungen und Personen des Alten Testaments: "In der ersten Klausur der Bibelkunde können nach dem ersten Semester nur 50 Prozent mehr als fünf Gebote des Dekalogs benennen." Aber auch die in den vier Evangelien im Neuen Testament geschilderten Gleichnisse, Heilungswunder oder die Passionsgeschichte seien oft unbekannt.

Jesus-Geschichten nur unzureichend bekannt

Wiedenroth-Gabler: "Etliche Studierende kennen Jesus-Geschichten nur unzureichend, und sie könnten sie nicht nacherzählen. Anstatt über biblische Texte zu sprechen, müssen wir diese somit erst erlesen." Am Braunschweiger Seminar kann die Lehrbefähigung für das Fach "Evangelische Religion" an Grund-, Haupt- und Realschulen erworben werden. Rund 240 Studierende - davon fast 90 Prozent Frauen - sind eingeschrieben. Knapp 200 wollen später an einer Grundschule arbeiten. Das Seminar ist auf dem Gebiet der braunschweigischen Landeskirche die einzige Möglichkeit, evangelische Theologie zu studieren.

"Absolute Grundlagen vermitteln"

Das wissenschaftliche Interesse der Studierenden ist laut Wiedenroth-Gabler ebenfalls gering: "Sie wollen nicht primär evangelische Theologie studieren, sondern später Religion in der Grundschule unterrichten. Aber worauf sollen die Studierenden denn zurückgreifen, wenn noch nicht einmal ein Grundbestand von Texten vorhanden ist?" Aufgabe des Seminars im Bereich Religionspädagogik sei es somit, die "absoluten Grundlagen" zu vermitteln und die Themen "stark herunterzubrechen und zu elementarisieren". Wiedenroth-Gabler: "Wenn wir das tun, gelingt es uns, dass zumindest rund 60 Prozent der Studierenden eine Vorstellung entwickeln, wie guter Religionsunterricht aussehen könnte."

"Gottesbild mit Puderzuckerüberzug"

Auch auf das Gottesbild wirke sich das biblische Vorwissen aus. Dabei unterscheidet die Dozentin bei ihren Studierenden zwei Gruppen: "Manche kommen aus einem freikirchlichen Milieu. Sie besitzen oft eine sehr gefestigte Überzeugung und haben Schwierigkeiten, sich auf eine kritische Bibelexegese einzulassen. Auf der anderen Seite haben viele Studierende ein sehr privates Gottesbild und reflektieren die eigene Vorstellung oft gar nicht. Sie haben ein Gottesbild mit Puderzuckerüberzug und betrachten Religion als das Sahnehäubchen ihres Lebens." Sie setzten Religion mit einer "Garantie auf Glück" gleich. Religion besetze nur "eine Nische in ihrem Herzen". Während die "eher freikirchlich geprägten Studierenden" sehr bewusst einen christlich geprägten Lebensstil lebten, habe der Glaube "für die religiös eher Indifferenten wenig Einfluss auf ihr privates Leben oder grundsätzlich auf ihren Beruf". Bei ihnen herrsche das oberflächliche Bild vor, dass Gott "auf mich aufpasst, damit mir möglichst wenig Leid widerfährt". (idea)


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