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US-Außenminister Pompeo sprach mit Kirchenvertretern in Istanbul über Religionsfreiheit

In vielen Staaten gehören der Schutz und/oder die Gewährleistung von Religionsfreiheit nicht auf die Prioritätenliste. (Foto: Symposium Religionsfreiheit Liebenzell)

US-Außenminister Mike Pompeo hat sich in Istanbul zu Gesprächen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomäus I. und dem Apostolischen Nuntius in der Türkei, dem katholischen Erzbischof Paul Russell, getroffen. Thema der Gespräche waren „religiöse Fragen in der Türkei und in der Region“, teilte das US-Außenministerium mit. Die Stärkung der weltweiten Religionsfreiheit sei eines der wichtigsten außenpolitischen Ziele der Regierung von US-Präsident Donald Trump.

In der Türkei habe es auf diesem Gebiet in der jüngeren Vergangenheit „Probleme gegeben“, erklärte das Ministerium auf seiner Internetseite. Ein Beispiel sei der Fall des US-Pastors Andrew Brunson. Er hatte seit 1993 mit seiner Familie in der Türkei gelebt und war 2016 als Terrorverdächtiger inhaftiert worden. Erst 2018 war er auf Druck der US-Regierung freigekommen und hatte die Türkei verlassen. Ein weiterer Kritikpunkt sei die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das im 6. Jahrhundert errichtete Bauwerk galt einst als die bedeutendste Kirche in der orthodoxen Welt. Sie war die Hauptkirche des byzantinischen Reichs. Nach der Eroberung Konstantinopels durch Truppen des Osmanischen Reiches diente sie ab 1453 als Moschee. Der türkische Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk machte aus ihr als Zeichen für einen säkularen Staat 1934 ein Museum. Diesen Beschluss hatte das türkische Oberste Verwaltungsgericht am 10. Juli aufgehoben. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Urteils ordnete Erdogan die Nutzung als Moschee an und übergab die Hagia Sophia an die Religionsbehörde Diyanet.

Kein Treffen mit Regierungsvertretern

Das Treffen Pompeos mit den Kirchenvertretern hatte im Vorfeld für Aufsehen gesorgt, weil er bei seinem Besuch in der Türkei nicht mit Vertretern der türkischen Regierung zusammentraf. Das war in Medienberichten als Affront gegen die türkische Regierung gewertet worden. Nach Angaben des US-Außenministeriums war ein solches Treffen aber nur wegen Terminschwierigkeiten nicht zustande gekommen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg kritisierte das türkische Außenministerium Pompeos Gespräche mit den Kirchenvertretern außerdem als „extrem unangemessene“ Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei. Der US-Außenminister besucht auf seiner Reise durch Europa und den Nahen Osten neben der Türkei auch Frankreich, Georgien, Israel, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien.


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