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Türkei: Christen versuchen, nicht aufzufallen

("Adventisten heute"-Aktuell, 09.06.2017) In der Türkei verschärft sich zunehmend die Situation für Christen. Das beobachtet der Unternehmer Hans-Jochen Müller (Weiden/Oberpfalz). Er produziert seit 30 Jahren unter anderem in der Türkei und beschäftigt dort auch christliche Mitarbeiter. Auf dem Land sei das Tragen von Kreuzen gefährlich "und selbst in Istanbul anrüchig und nicht opportun", sagte Müller in einem Interview mit den "Oberpfalz Medien". Prozessionen seien sowieso verboten. Christen müssten jede öffentliche Aufmerksamkeit vermeiden. Diese Situation habe sich unter Präsident Recep Tayyip Erdogan deutlich verschärft. Müller: "Einer meiner Mitarbeiter gibt sich in der Öffentlichkeit nicht als Christ zu erkennen." Die Kirche, die er besuche, befinde sich in einem Keller: "Nach dem Gottesdienst verteilen sich die Christen unauffällig, um ja nicht aufzufallen." Auch in der Gesellschaft vollziehe sich ein Wandel, so der Unternehmer. So habe er sich kürzlich in einem Dorf nahe Istanbul in einem Café ein Bier bestellt: "Die anderen Gäste begegneten mir daraufhin mit einer eisigen, aggressiven Stimmung. Mein Mitarbeiter dolmetschte von einem "Missverständnis' und bewahrte mich wahrscheinlich vor Schlimmerem." Sogar in Istanbul gebe es mittlerweile eine "Tendenz zur Entwestlichung". Im April hatten 51,4 Prozent der Türken für die Einführung eines Präsidialsystems gestimmt, das dem streng islamischen türkischen Präsidenten Erdogan fast diktatorische Macht verleiht. Die Türkei hat rund 79 Millionen Einwohner, von denen 99 Prozent Muslime sind. Nur 0,2 Prozent (160.000) sind Christen. (idea)

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