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Symposium zu Religionsfreiheit und christlichem Glauben

("Adventisten heute"-Aktuell, 1.7.2016) Im Rahmen des dritten Symposiums der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) unter dem Titel "Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und christlicher Glaube" vom 24. bis 25. Juni standen am ersten Kongresstag unter anderem die Religionsfreiheit in Spanien und Frankreich, die Frage nach der Toleranz von Religion sowie die Gesamthaltung in Bezug auf christliche Mission im Fokus.

Religionsfreiheit in Spanien und Frankreich

Die politische Entwicklung der Religionsfreiheit in Spanien von der mittelalterlichen Inquisition bis zur Gegenwart beleuchtete David Kramer, der selbst einige Jahre in Gemeindegründungsprojekten in Spanien tätig war. Kramer wies auf die enge Verquickung von spanischer Politik und römisch-katholischer Kirche, deren Folgen bis weit in das 20. Jahrhundert spürbar gewesen seien, hin: "Die Kirche war eine schlechte Kirche, weil sie sich staatlich gebärdete. Der Staat war ein schlechter Staat, weil er sich mit kirchlichen Federn schmückte", so Kramer.

Norbert Laffin, Pastor und Gemeindegründer in der Normandie, Frankreich, gab einen Überblick über die politische Situation evangelischer Christen in Frankreich von der Reformation bis zur Gegenwart. Er sei dankbar für eine in der Geschichte nie gekannte Religionsfreiheit. "Evangelikal" sei in Frankreich kein Unwort. Laffin wies aber auch auf notwendige Wachsamkeit gegenüber dem Staat hin: Die in Frankreich praktizierte Trennung von Religion und Politik (Laizität) dürfe nicht uminterpretiert und zu einer "religionsfeindlichen Laizisme" werden.

Darf Religion tolerant sein?

Mit der Absolutheit religiöser Geltungsansprüche beschäftigte sich das Referat von Dr. Heinzpeter Hempelmann, Professor für Systematische Theologie und Philosophie an der Ev. Hochschule TABOR in Marburg. Religion sei deshalb gefährlich, weil sie Aussagen treffe, die absolute, universale und exklusive Geltung beanspruchen. Versuche, Religion durch Umgestaltung zu "domestizieren", also tolerant und zahm zu machen, gingen am Kern der Religion vorbei. Hempelmann sprach sich deshalb für den "Weg einer schwachen Theologie" aus: Auf alle Formen von Dominanz sollte verzichtet werden. Christen sollten zwischen "Persontoleranz und Sachtoleranz" unterscheiden und "die Wahrheit in Liebe" bekennen. (APD)

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