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Sucht symbolisiert Sehnsucht nach dem Paradies

("Adventisten heute"-Aktuell, 20.5.2016) Alkohol und Drogen sind ein Ausdruck für die menschliche Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies. Die Wirkung des Rausches knüpft an ein "Paradiesgedächtnis" an, was jeder Mensch hat. Diese Ansicht vertrat der frühere Leitende Chefarzt des Diakonie-Krankenhauses Elbingerode, der Facharzt für Neurologie und Suchtmedizin Klaus Richter, am 15. Mai während der Pfingstkonferenz des Diakonissen-Mutterhauses Elbingerode (Harz).

Zehn Prozent der Christen direkt oder indirekt betroffen

Hintergrund ist das 40-jährige Bestehen der Suchtarbeit in Elbingerode. Aus kleinen Anfängen ist eine Klinik mit derzeit rund 600 Betten erwachsen. "Damals gab es einen Weitblick der Schwesternschaft, verbunden mit einem weiten Herzen", sagte der Mediziner, der auch Vorsitzender des evangelischen Fachverbandes für Suchtkrankenhilfe Blaues Kreuz in Deutschland ist. Ende der 70er Jahre seien Suchtkranke noch mehr als heute eine verachtete und verleugnete Gruppe in großer Not gewesen. Richter bezeichnete Suchtkranke und die christliche Gemeinde als "Verwandte".

Gut zehn Prozent der Christen seien direkt oder indirekt von Sucht betroffen. Kirchengemeinden sollten die Begleitung von Suchtkranken daher nicht nur Spezialisten überlassen. Dies sei ein Praxistest für gelebten Glauben. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen betreiben 2,4 Millionen Deutsche Alkoholmissbrauch, 1,6 Millionen sind abhängig. Jährlich sterben etwa 75.000 Deutsche an den Folgen von Alkoholkonsum.

Holmer warnt vor "bequemer, fast spießbürgerlicher Christlichkeit"

Der Direktor des Diakonissen-Mutterhauses Elbingerode, Pastor Reinhard Holmer, warnte in seiner Predigt am Pfingstmontag vor einer zunehmenden Bequemlichkeit in christlichen Gemeinden. Während die Gemeinde Jesu unter äußerem Druck stets gewachsen sei, bestehe die eigentliche Gefahr für die Kirche darin, dass sie sich an Frieden und Wohlstand gewöhne: "In unseren Gemeinden hat sich eine bequeme, fast spießbürgerliche Christlichkeit eingestellt, die niemanden beunruhigt, aber die auch niemandem ein Zeugnis ist."

Kirche unterscheide sich kaum noch von anderen: "Die Leute interessiert es nicht mehr, was wir machen, was wir sagen und was wir wollen. Wir sind nicht mehr Trendsetter in unserer Gesellschaft, sondern wir sind angepasst." Das gelte auch für die Diakonie. Er wünschte der Christenheit in Deutschland eine neue "heilige Unruhe", so Holmer: "Ich wünsche uns allen, dass der Heilige Geist uns zu den Menschen treibt und zueinander führt." Zum Elbingeröder Diakonissen-Mutterhaus "Neuvandsburg" - einem von sechs deutschen Mutterhäusern im Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband - gehören 182 Diakonissen, von denen 24 unter 65 Jahre alt sind. (idea)

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