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Spanien: Evangelische Kirche kritisiert Regierung

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.8.2012) Scharfe Kritik an der Politik Spaniens in der Finanzkrise übt die Spanische Evangelische Kirche. Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy Brey bediene mehr die Märkte, als sie den Bürgern diene, heißt es in der Juli-Ausgabe der Kirchenzeitschrift "Cristianismo Protestante" (Protestantisches Christentum).

Kritik an der unkritischen Haltung der spanischen Politik

In einem von Kirchenpräsident Joel Cortés (Madrid) unterzeichneten Kommuniqué solidarisiert sich die Kirchenleitung mit den betroffenen Menschen und kritisiert die unkritische Haltung der spanischen Politik gegenüber europäischen Forderungen. Diese seien dominiert von den neoliberalen Märkten, die die Politik vor sich hertrieben. Mit seiner drastischen Sparpolitik sorge der Staat für gesellschaftliche Verwerfungen. Verantwortliche der Krise, die in den Banken säßen, würden hingegen nicht zur Rechenschaft gezogen. Mit großer Sorge beobachte die Kirche die Jugendarbeitslosigkeit. Während die allgemeine Arbeitslosigkeit 24,5 Prozent betrage, seien 52 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Broterwerb. Die Armut treffe besonders die Kinder hart.
Wie es in einer Mitteilung des Gustav-Adolf-Werks (GAW, Leipzig) weiter heißt, zitiert die spanische Kirchenleitung in ihrem Kommuniqué das Jesuswort "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (Matthäus 6,24). Es sei aktueller denn je: "Wir können nicht dem Nächsten und dem Markt zugleich gehorsam sein."

Weniger als ein Prozent Protestanten

Von den 47 Millionen Einwohnern sind rund 75 Prozent katholisch und fast 20 Prozent nicht-religiös. Der Anteil der Protestanten liegt unter einem Prozent. Nach Angaben der FEREDE (Föderation Evangelischer Glaubensgemeinschaften Spaniens), zu der die meisten protestantischen Gemeinden Spaniens gehören, gibt es im Land 1.200.000 Protestanten [am Ende der Franco-Diktatur waren es 7.000], die sich in über 2.000 Kirchengemeinden versammeln. Davon sind 400.000 spanischer Herkunft, die restlichen 800.000 kommen aus anderen Ländern, allein 700.000 bis 750.000 aus Staaten der EU.
Zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten Spaniens gehören 16.000 als Erwachsene getaufte Personen (Stand: 1.1.2012). 55 Prozent von ihnen kommen aus 40 verschiedenen Ländern, der größte Anteil aus Rumänien, Kolumbien und Ecuador. Allein zwischen 2007 und 2011 ließen sich 3.242 Personen taufen. Ca. 40 Prozent aller Adventisten in Spanien versammeln sich in Madrid und Katalonien. (idea/edp)

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