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Seelsorger: Flüchtlinge brauchen das Gefühl, angenommen zu sein

("Adventisten heute"-Aktuell, 02.06.2017) Flüchtlinge und Migranten, die nach Deutschland oder andere europäische Staaten kommen, brauchen das Gefühl, wertvoll und angenommen zu sein. Sonst besteht die Gefahr, dass Frust entsteht, der sich im schlimmsten Fall gegen die Aufnahmegesellschaft richtet. Das sagte der Leiter der Beratungspraxis "Aufwind", der baptistische Theologe und Pädagoge Michael Borkowski (Laatzen bei Hannover), am 1. Juni beim 9. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Würzburg. "Aufwind" begleitet Flüchtlinge bei ihrer Integration in die Gesellschaft. "Manche haben noch nie gehört, dass jemand sagt: Ich bin stolz auf Dich", so Borkowski. Obwohl viele eine "enorme Lebensleistung" hinter sich hätten, werde ihnen in Europa besonders in den Erstaufnahmeeinrichtungen das Gefühl vermittelt, nicht beachtet zu werden.

Große Unterschiede zwischen Herkunftskultur und Aufnahmeland

Flüchtlingsberatung sei nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil sie versuche, zwischen der Herkunftskultur der Menschen und hiesigen Gepflogenheiten zu vermitteln. Da gebe es mitunter sehr große Unterschiede: "Wer beispielsweise Stimmen hört, gilt in unserer Kultur schnell als geisteskrank. In anderen Ländern werden solche Menschen als geistlich begabt angesehen." Auch kennten viele Flüchtlinge aus ihren Herkunftskulturen hauptsächlich das Prinzip der Unterordnung. Hier müssten sie lernen, dass Selbstständigkeit und Konfliktfähigkeit zentrale Werte seien.

Das Asylrecht wird mitunter missbraucht - "aber der Staat missbraucht es auch"

Christen sollten sich bei der Integration von Flüchtlingen an dem Wort Jesu orientieren: "Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Zwar werde das deutsche Asylrecht mitunter auch missbraucht, "und da muss man klare Kante zeigen", sagte Borkowski: "Aber der Staat missbraucht das Asylrecht auch. Ich halte es für ein Unding, wenn gerade jetzt wieder Menschen nach Afghanistan zurückgeschickt werden. Das geht nicht." Bei einem Selbstmordanschlag im Botschaftsviertel von Kabul waren am 30. Mai mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. (idea)

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