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Religiöse Sondergemeinschaften entwickeln sich unterschiedlich

("Adventisten heute"-Aktuell, 15.5.2015) Religiöse Gemeinschaften außerhalb der Landes- und Freikirchen haben in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland eine unterschiedliche Mitgliederentwicklung verzeichnet. Das ergab eine Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

Neuapostolische Kirche: Anhänger verloren

Die größte Sondergemeinschaft, die Neuapostolische Kirche (NAK), hat Anhänger verloren. Während sie 2005 noch 374.634 Mitglieder in Deutschland zählte, sind es heute 347.754. In anderen Teilen der Welt, vor allem in Afrika, wächst die NAK hingegen stark. Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Hamburg. Heute hat sie ihren Sitz im schweizerischen Zürich. Sie vertritt mehrere, von anderen Kirchen abgelehnte Sonderlehren, beispielsweise, dass sich der Zustand von Verstorbenen bessern könne, wenn man sie nachträglich taufe, mit dem Heiligen Geist "versiegelt" und am Abendmahl teilnehmen lasse. Die Gemeinschaft sieht das in der urchristlichen Kirche vorhandene Apostelamt in der NAK wiederaufgerichtet. Weltweit bekennen sich etwa zehn Millionen Menschen zum neuapostolischen Glauben.

Jehovas Zeugen: Über 166.000 "missionsaktive" Mitglieder

Dagegen haben "Jehovas Zeugen" laut eigener Erhebungen leicht zugelegt. Die Zahl ihrer "missionsaktiven" Mitglieder stieg von 165.201 (2004) auf jetzt 166.262. Die Gemeinschaft legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass zu ihr auch noch rund 66.000 Anhänger gehören, die aus gesundheitlichen oder Altersgründen keinen Missionsdienst leisten können.
Auch die Ursprünge dieser Sondergemeinschaft liegen in den USA, wo um 1870 eine Gruppe von Bibelforschern um den Kaufmann Charles T. Russell (1852-1916) nach dem Ende der Welt und der Wiederkunft Jesu forschte. Jehovas Zeugen glauben nicht an die Göttlichkeit Jesu. Sie lehnen das Feiern von Geburtstagen und kirchlichen Festen wie Weihnachten und Ostern als "heidnische Bräuche" ab. Die weltweit über acht Millionen Mitglieder verweigern sich Bluttransfusionen ebenso wie dem Militärdienst und der Teilnahme an Wahlen.

Fast 40.000 Mormonen

Leichte Zuwächse meldet auch die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (Mormonen). Im Jahr 2004 hatte die aus den USA stammende Religion der Mormonen hierzulande 37.063 Mitglieder. Heute sind es nach eigenen Angaben 39.401. Ihre Lehre geht zurück auf den US-Amerikaner Joseph Smith (1805-1844), der in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhundert von Gott Offenbarungen erhalten haben soll und daraufhin das "Buch Mormon" schrieb, das bis heute Grundlage der Religionsgemeinschaft ist.
Charakteristisch für die Mormonen ist eine hohe Wertschätzung der Familie, der Verzicht auf Genussmittel und eine missionarische Orientierung. Nach Angaben der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Berlin) ist die Lehre der Mormonen "trotz vielfältiger Bezugnahmen auf Jesus Christus mit biblisch-christlicher Theologie nicht vereinbar". Die Offenbarungen ihres Gründers widersprächen an zentralen Stellen dem Evangelium. Die Sondergemeinschaft sei keine Kirche, sondern eine religionsvermischende Neureligion. Weltweit hat sie rund 14 Millionen Mitglieder. (idea)

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