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Papst bittet Evangelikale um Vergebung für Verfolgungen

("Adventisten heute"-Aktuell, 1.8.2014) Papst Franziskus hat evangelikale Christen und Pfingstkirchen um Vergebung für Übergriffe und Verunglimpfungen durch Katholiken gebeten, wie Kathpress berichtete. "Unter jenen, die die Mitglieder der Pfingstgemeinden verfolgt oder verurteilt haben, als ob sie Verrückte seien, die die Menschheit zerstören, waren auch Katholiken", sagte der Papst am 28. Juli vor rund 200 Evangelikalen, darunter viele Migranten aus Afrika und Lateinamerika, im italienischen Caserta nördlich von Neapel.
Franziskus fuhr fort: "Ich bin der Hirte der Katholiken und bitte euch deshalb um Vergebung für jene katholischen Brüder und Schwestern, die vom Teufel versucht worden waren und nichts verstanden haben". Er sei gekommen, um "Brüder" zu treffen, die ihn seinerseits vorher besucht hätten.

Erstmaliger Papstbesuch einer Pfingstgemeinde

Laut Kathpress war das erste Mal, dass ein Papst eine Pfingstgemeinde besuchte. Anlass war ein Treffen mit dem befreundeten evangelikalen Pfarrer der Gemeinde, Giovanni Traettino. Der Vatikan bezeichnete die Reise als "rein privat". Franziskus und Traettino hatten sich 1998 kennengelernt, als der Pfarrer mit seiner Gemeinde Argentinien besuchte. Zu der Begegnung mit dem Papst waren auf Einladung Traettinos auch evangelikale Geistliche aus den USA und anderen Ländern angereist.
Nach seiner Ansprache betete Franziskus gemeinsam mit der Gemeinde das Vaterunser. Auf dem Programm stand zudem ein gemeinsames Mittagessen mit Traettino und einigen Gästen im Gemeindezentrum sowie eine Begegnung mit rund 300 Gästen. Der Papst war bereits am 26. Juli für einige Stunden in Caserta, um die dortige katholische Gemeinde zu ihrem Patronatsfest zu besuchen.

Evangelikale bedanken sich

Gegenüber Radio Vatikan reagierte der Generalsekretär der "World Evangelical Alliance" (WEA) auf diese Bitte des Papstes. Geoff Tunnicliffe betonte, dass offiziell geführte Dialoge weiterhin das wichtigste Element der Ökumene seien, dadurch würden Vertrauen und Freundschaft aufgebaut. Aber abseits von diesem offiziellen Dialog seien Zeichen wie das des Papstes in Caserta unverzichtbar. Er sei dem Papst für diesen öffentlichen Schritt sehr dankbar.
"Es ist sehr biblisch und entspricht ganz und gar der Botschaft Jesu: Wer Falsches getan hat, soll das anerkennen und um Vergebung bitten. Meine Hoffnung ist, dass dieses Handeln des Papstes ein starkes Signal für die ganze Welt ist, vor allem dahin, wo es Spannungen gibt zwischen Katholiken und Evangelikalen", sagte Geoff Tunnicliffe. "Ich will aber auch Folgendes sagen: In der Geschichte gab es Situationen, in denen protestantische Christen, und darunter auch Evangelikale, Katholiken diskriminiert haben. Wir können theologisch verschiedener Meinung sein, aber das darf niemals zu Diskriminierungen führen oder sogar zur Verfolgung des anderen. Wir müssen alle unsere Sünden anerkennen und uns gegenseitig um Vergebung bitten. Papst Franziskus hat hier ein großartiges Beispiel gesetzt", sagte der WEA-Generalsekretär. (APD)

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