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Orlando-Attentat: Empörung über Diffamierung Evangelikaler

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.6.2016) Für Empörung unter theologisch konservativen Christen sorgen Kommentare in großen deutschen Tageszeitungen, dass die Bluttat von Orlando auch ein homophober Evangelikaler hätte verüben können. Ein US-Bürger mit afghanischen Wurzeln - der 29-jährige Omar Mir Seddique Mateen - hatte am 12. Juni in einem bei Homosexuellen beliebten Club 49 Personen erschossen, bevor er selbst von der Polizei getötet wurde. Der Täter bekannte sich zur Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Der Berlin-Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung", Thorsten Denkler, schrieb dazu in einem Kommentar: "Für diese Tat hätte er genauso gut auch ein evangelikaler Christ gewesen sein können." Der Leiter der Meinungsseite beim Berliner "Tagesspiegel", Malte Lehming, formulierte fast gleichlautend - allerdings mit einer rhetorischen Frage: "Und hätte der Attentäter von Orlando nicht ebensogut ein homophober Evangelikaler sein können?".

Der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Ansgar Hörsting (Witten), nannte diese Gleichsetzung "so abstrus", dass es ihm die Sprache verschlage. Es sei "üble Nachrede", Evangelikale mit einer solchen Tat in Verbindung zu bringen, nur weil sie aus biblischer Sicht praktizierte Homosexualität nicht bejahen könnten, sagte Hörsting am 15. Juni der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Während IS-Anhänger Hass predigten und mordeten, verkündeten Evangelikale "die Liebe Gottes in Jesus Christus". Hörsting forderte Journalisten auf, diese Bewegung nicht länger zu diffamieren, sondern sich über sie zu informieren. An evangelikale Christen appellierte der VEF-Präsident, trotz solcher Anfeindungen "fröhlich ihren Glauben zu bekennen". Zur VEF gehören 14 Freikirchen mit rund 265.000 Mitgliedern. Hörsting ist im Hauptamt Präses des über 40.000 Mitglieder zählenden Bundes Freier evangelischer Gemeinden.

Evangelikaler Dachverband: "Völlig inakzeptabel"

Zuvor hatte bereits der Vorsitzende des Dachverbandes der etwa 1,3 Millionen evangelikalen Christen, der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener (Kassel), die Darstellung in der Süddeutschen Zeitung gegenüber "idea" als "völlig inakzeptabel" bezeichnet. Er fragt: "Wo haben evangelikal geprägte Christen Gewalt gegenüber Andersdenkenden oder Minderheiten in einer Weise ausgeübt, welche diesen Vergleich rechtfertigen würde?" Wer derart "einfach mal Äpfel mit Birnen vergleicht", handele verantwortungslos. Der Allianzvorsitzende - auch Mitglied der Leitung der EKD, des Rates - forderte eine Richtigstellung. Er ist im Hauptamt Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften).

Frühere Ministerpräsidentin Lieberknecht: Eine journalistische Entgleisung

Die stellvertretende Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, die frühere thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, begrüßte die Äußerungen von Präses Diener: "Einer solchen journalistischen Entgleisung muss widersprochen werden, und zwar nicht nur von den Evangelikalen selbst", schrieb die frühere Pastorin auf der "idea"-Facebookseite. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach nannte die Behauptung im Kommentar der Süddeutschen Zeitung "geradezu unglaublich". Im Blick auf die Reaktion von Präses Diener schrieb sie auf Facebook: "Gut, dass gegengehalten wird."

Theologieprofessor: "Süddeutsche" von allen guten Geistern verlassen

Der Theologieprofessor Kim Strübind (Oldenburg) äußerte in dem Netzwerk: "Die "Süddeutsche Zeitung" und ihr selbstgefälliger Moralismus sind bisweilen nicht nur vom Heiligen Geist, sondern auch von allen anderen guten Geistern verlassen." Vor solchen "widerlichen Gemeinheiten" müsse man die Evangelische Allianz in Schutz nehmen. "Die journalistische Dummheit in religiösen Fragen tendiert hierzulande gegen unendlich", so Strübind. (idea)

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