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Nach der Abstimmung zur Frauenordination: Aufruf zur Einheit

("Adventisten heute"-Aktuell, 16.10.2015) Vom 7. bis 14. Oktober fand in Silver Spring (Maryland, USA) die Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung statt. Den rund 300 Delegierten, Kirchenleitern sowie Laienmitgliedern aus der ganzen Welt, wurde u. a. ein Aufruf im Zusammenhang mit dem Thema Ordination von Frauen zum Pastorenamt überreicht.

Im Juli 2015 abgelehnt

Anlässlich der adventistischen Weltsynode in San Antonio hatten es am 8. Juli die mehr als 2.300 Delegierten im Verhältnis von rund 60 zu 40 Prozent abgelehnt, den dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu erteilen, adventistische Pastorinnen für ihr Kirchengebiet zum Pastorendienst zu ordinieren (einsegnen).
Adventistische Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorinnen "gesegnet" und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer "Vereinigung" oder einer "Union"/eines "Verbandes" (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist. Die Zulassung von Frauen als ordinierte Pastorinnen ist außerhalb von Nordamerika, Westeuropa, China und Australien/Ozeanien, wo nur etwa 13 Prozent der weltweit knapp 18,8 Millionen Adventisten leben, umstritten.

Die Reaktionen darauf

Vor dieser Entscheidung der Weltsynode im Sommer 2015 hatten bereits überregionale Kirchenleitungen (Unionen/Verbände) in den USA sowie in den Niederlanden adventistische Pastorinnen zum Pastorendienst ordiniert.
Nach der Entscheidung der Weltsynode 2015 hat die überregionale Kirchenleitung Norwegens beschlossen, solange keine Pastoren mehr zu ordinieren, bis die Weltkirche eine nicht-diskriminierende Regelung für Pastorinnen und Pastoren beschließt. Die überregionale Kirchenleitung in Dänemark hat entschieden, die Unterscheidung zwischen "ordinierten" und "gesegneten" Pastoren aufzuheben. Die Kirchenleitung in den Niederlanden hat als Reaktion auf den Beschluss der Weltsynode 2015 festgehalten, dass sie weiterhin Pastorinnen ordinieren wird.

Gefahr der Zersplitterung

Auf diesem Hintergrund haben die Leiter der Weltkirche (General Conference) sowie die dreizehn teilkontinentalen Kirchenleiter während drei Sitzungen einen Aufruf an alle kirchlichen Funktionsebenen zur Respektierung der Ordinationsentscheidung der Weltsynode 2015 erarbeitet und einstimmig verabschiedet. "Wir appellieren an alle kirchlichen Gremien, die Entscheidung der Weltsynode zu respektieren. Jedes einseitige und eigenmächtige Handeln, das im Widerspruch zum verabschiedeten Vorgehen steht, ebnet den Weg für Risse und Zersplitterung", heißt es im Dokument. Auf dem Glaubensweg könne es vorkommen, dass Christen unterschiedliche Auffassungen hätten. Es sei dann "gegenseitiger Respekt, aufmerksames Zuhören, Bereitschaft zum Verstehen und Unterordnung unter die Leitung des Heiligen Geistes auf dem Weg zur Einheit angezeigt".
Nach der Verlesung des Aufrufs durch G. T. Ng sagte der adventistische Weltkirchenleiter T. C. Wilson: "Wir mögen Differenzen haben, aber wir sind eine Kirche mit einem Auftrag."
Weitere Themen dieser Jahressitzung waren u. a. der Umgang mit kulturellen Unterschieden und die Sorge um den Mitgliederverlust und die sinkenden Finanzen. (APD)




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