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Kulturelle Unterschiede im weltweiten Adventismus

("Adventisten heute"-Aktuell, 16.10.2015) Im Rahmen der Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung, die vom 7. bis 14. Oktober in Silver Spring (Maryland, USA) stattfand, wurde eine LEAD-Konferenz zum Thema "Gottes Mosaik der Kulturen" abgehalten. Ziel dieser Veranstaltung war, die rund 300 Delegierten, Kirchenleiter sowie Laienmitglieder aus der ganzen Welt, für die unterschiedlichen Kulturen innerhalb der adventistischen Weltkirche zu sensibilisieren.
Es gebe nicht nur zwischen Ländern unterschiedliche Kulturen, sondern auch zwischen den Generationen und den Adventisten verschiedener Länder. Es brauche in einer Weltkirche kulturelle Intelligenz, die durch die bewusste Begegnung mit Menschen anderer Kulturen gefördert werden könne, sagte Pastor Cheryl Doss, Leiter der LEAD-Konferenz.

Frauen mit Händedruck begrüßen?

Als Russe habe er in den USA, wie er dies gewohnt war, bei einer Gruppe Menschen zuerst die Männer per Händedruck begrüßt und bei den Frauen auf ein "Signal" gewartet, um sie auch per Handschlag zu begrüßen, erläuterte Pastor Artur Stele, einer der sechs allgemeinen Vize-Präsidenten der Weltkirchenleitung. Amerikanische Frauen hätten ihm kaum angezeigt, per Händedruck begrüßt werden zu wollen, weshalb er ihnen in der ersten Zeit in den USA auch nicht die Hand gegeben habe. Dies habe aber einige von ihnen verletzt.

Kultur und Theologie

Kultur betreffe aber auch die adventistische Theologie, wo es ebenso unterschiedliche Kulturen gebe, so Artur Stele. In gewissen Weltregionen machten Adventisten am Sabbat (Samstag), dem biblischen Ruhetag, zwar einen Sabbatspaziergang am Ufer eines Sees oder Meeres entlang, vermieden dabei aber jede Berührung mit dem Wasser. In anderen Ländern spaziere man am Sabbat auch im Uferwasser, bade aber niemals und noch andere Adventisten hätten kein Problem damit, am Sabbat zu baden.

Gebetshaltung: knien, stehen, sitzen?

Es gebe auch kulturelle Unterschiede in der Gebetshaltung unter Adventisten. Er habe erlebt, so Stele, dass ein ausländischer Pastor beim Gebet zu Beginn des Gottesdienstes in einem anderen Land seine Hände in den Hosentaschen gehalten habe, mit dem Resultat, dass ihm niemand bei der Predigt zugehört hätte. In den USA sei es bei den Adventisten üblich, so Stele, beim Beten im Gottesdienst zu knien, in Russland stehe man. Auch gebe es Kulturen in denen man nur schon beim Gedanken, beim Beten sitzen zu bleiben, die Stirn runzle.
"Kulturbedingtes Verhalten ist etwas vollständig Erlerntes", sagte der Exekutivsekretär der Weltkirchenleitung Pastor G. T. Ng bei der Quiz-Auswertung des Lernerfolgs der LEAD-Konferenz. Viele Delegierte hatten gemeint, dass Kultur mindestens teilweise genetisch vererbt werde.
Themen der anschließenden Geschäftssitzungen waren u. a. die Sorge um den Mitgliederverlust und die sinkenden Finanzen, die Besetzung offener Stellen in der Weltkirchenleitung und ein Appell zum Thema Frauenordination. (APD)

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