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In Mossul werden Kirchen zu Moscheen umgewandelt

("Adventisten heute"-Aktuell, 12.9.2014) Kirchen in der nordirakischen Großstadt Mossul, die Mitte Juli von der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) besetzt wurde, werden in Moscheen umgewandelt. Die IS-Kämpfer haben historische Gebäude mit einer eindeutig christlichen Architektur gesprengt. Kirchendokumente - teilweise aus dem 3. Jahrhundert nach Christus - sind für immer verloren. Das berichtet die baptistisch geprägte "Libanesische Gesellschaft für Erziehung und soziale Entwicklung" unter Berufung auf Augenzeugen. Nach Angaben von Direktor Nabil Costa (Beirut) schweigen seit dem 20. Juli erstmals im 3. Jahrtausend die Kirchenglocken in Mossul. Alle 1.200 christlichen Familien seien aus der Stadt geflohen. Ihre Häuser hätten die IS-Machthaber an Verwandte oder muslimische Nachbarn verschenkt. Andere Gebäude seien geplündert worden. Unterdessen versuchten die geflohenen Christen, mit Hilfe von Augenzeugen Dokumente aufzusetzen, um sich ihr früheres Eigentum bestätigen zu lassen. Costa: "Sie bereiten sich so auf die Zeit nach dem ‚Islamischen Staat' vor, wenn sie zurückkehren können." Allerdings könne das noch Jahre dauern.

Christen werden vertrieben wie die Juden

Der an der Universität von Bagdad tätige Historiker Prof. Ahmad Al Rabiei verglich die Vertreibung der Christen mit der der Juden in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus den arabischen Ländern. Bis zu eine Million Juden seien damals als Zionisten enteignet und vertrieben worden.
Wie Costa weiter berichtet, haben die islamischen Terroristen Christen in der Provinz Ninive - der Region um Mossul - in Flugblättern aufgefordert, ihre unverheirateten Töchter den IS-Kämpfern für Sex-Partys zur Verfügung zu stellen. Sollten sie sich weigern, würden sie nach dem islamischen Recht, der Scharia, bestraft. Nach Costas Angaben sind rund 10.000 Christen aus dem Irak inzwischen in den Libanon geflohen.

Protestanten: Christen fallen einem Völkermord zum Opfer

Unterdessen hat der Dachverband der Protestanten in Syrien und im Libanon, der Höchste Rat, einen Hilfsappell an die Christen in aller Welt gerichtet. Die Existenz der christlichen Minderheiten im Nahen Osten sei bedroht. Sie würden Opfer eines Völkermordes. Partnerorganisationen und -kirchen sollten auf ihre Regierungen einwirken, um die Vernichtung und Vertreibung von Minderheiten zu verhindern. Dafür müssten vor allem Bildungs- und soziale Einrichtungen gestärkt werden. Sie seien die Grundlage für ein friedliches Miteinander der Religionen. Auch eine Ausweitung der humanitären Hilfe für die Flüchtlinge sei dringend notwendig. Den Aufruf haben der Präsident des Höchsten Rates, Pastor Salim Sahiouny (Beirut), und rund 50 Pastoren und leitende Mitarbeiter christlicher Werke unterschrieben. (idea)

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