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Gnade leben: Satellitengottesdienst der Adventisten in Deutschland

("Adventisten heute"-Aktuell, 24.1.2014) "2014 ist ein Jahr der Erinnerung", betonte der Vorsitzende der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland, Pastor Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart), am 18. Januar beim diesjährigen Satellitengottesdienst. Er sprach zusammen mit dem Vorsitzenden der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland, Pastor Johannes Naether (Hannover), über das Jahresmotto 2014 der Freikirche, das dem letzten Buch der Bibel aus Offenbarung 22,21 entnommen ist: "Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit allen!" (Gute Nachricht Bibel). Der Gottesdienst wurde aus dem großen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums STIMME DER HOFFNUNG in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt in etwa 350 Adventgemeinden Deutschlands übertragen. Er war zudem live im Fernsehprogramm des HOPE Channel über den Satelliten ASTRA zu sehen und wurde auch von über 350 Nutzern im Internet per Livestream abgerufen. In das Fernsehbild war die Übersetzung in die Gebärdensprache für Hörgeschädigte eingeblendet.

Gnaden-lose Gewalt

Pastor Machel erinnerte daran, dass vor einhundert Jahren der Erste Weltkrieg begann. Dieser Krieg sei "gnadenlos" gewesen, so Machel: etwa zehn Millionen Tote und 20 Millionen Verletze! Diesem Krieg folgte nur 21 Jahre später der zweite globale Krieg mit etwa 60 bis 70 Millionen Toten. "Gnadenlos wurden Menschen während der Nazizeit auf den Schlachtfeldern und in den KZs getötet." "Gnaden-los" bedeute unbarmherzig, kalt, rücksichtslos und brutal. "Als Christen kann uns das Wort ‚gnadenlos‘ nicht gefallen", hob Machel hervor. Deshalb das Jahresmotto, welches im letzten Text der Bibel stehe: "Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit allen!" "Mit allen" bedeute, dass alle Menschen angesprochen würden, nicht nur die Christen.

Gnade leben

Christen in aller Welt redeten oft genug von der Gnade, aber lebten sie diese auch?, fragte Machel. Oder seien Gnade, Barmherzigkeit und Friedfertigkeit für den Alltag nicht zu gebrauchen? Es wäre auch heute noch möglich, ohne Gewalt Veränderungen zu erreichen. Machel nannte als Beispiel den Fall der Berliner Mauer 1989. "Christen waren an diesem einmaligen Ereignis maßgeblich beteiligt. Wir erinnern uns an die Leipziger Friedensgebete und Montagsdemonstrationen. Kerzen statt Waffen."
Mauern könnten auch ohne Gewalt und Krieg fallen. Nicht nur in der Politik, sondern auch im Beruf oder im privaten Bereich. "Das sollten wir unseren Kindern vermitteln." Machel forderte auf, "profitgierigen Softwareunternehmen" nicht länger Raum zu geben, um Kinder durch immer spektakuläre Computerspiele auf Gewalt einzustimmen.

Eine nagende Kultur des Misstrauens

Pastor Johannes Naether erinnerte an die Enthüllungen durch Edward Snowden über den amerikanischen Geheimdienst NSA im letzten Jahr. Ganze Gesellschaftssysteme würden immer durchsichtiger und verletzbarer. Informationen würden wie wertvolle Rohstoffe gehandelt, Schnüffeleien seien an der Tagesordnung, und unter Freunden entstehe eine nagende Kultur des Misstrauens.
Auch wir würden mit Informationen überhäuft. Es schrecke uns hoch, wenn Hunderte Menschen vor der Küste Europas jämmerlich ertrinken und wir mit so viel Elend konfrontiert würden. Dennoch gebe es die unbestimmte Angst um unseren eigenen Wohlstand; eine Angst, die näher auf uns zukomme, je mehr sogenannte "Armutsflüchtlinge" bei uns aufgenommen werden sollten. "Wenn kümmern diese Menschen?", fragte Naether. Unsere Gesellschaft spalte sich immer mehr in Nischengruppen auf, um unter sich zu leben. Auch eine Kirche könne sich in eine Nische zurückziehen.
"Als Menschen leben wir aus der Gnade Gottes und empfangen seinen Frieden, weil er sich uns in Jesus Christus zugewendet hat", betonte Naether. Totalüberwachung, Misstrauen und Gleichgültigkeit sollten Christen gelebte Gnade, Frieden und Barmherzigkeit entgegensetzen.

"Die akkuraten Schrebergärten verlassen"


Im Blick auf festgefahrene Traditionen innerhalb der Freikirche fragte Naether: "Wie unkonventionell und kreativ dürfen wir denn sein? Und an wie vielen Tabus können wir denn kratzen, um unsere alten, vertrauten Muster unserer Wahrnehmungen aufzubrechen, um uns selbst damit einen Zugang für die Gnade Gottes zu ermöglichen? Können wir unsere akkuraten Schrebergärten aus Theologie, Tradition und festgefügter Weltbetrachtung verlassen, um uns ins Dickicht der Welt zu begeben und damit uns neu in Gnade und Frieden zu bewähren?" Bezug nehmend auf theologische Spitzfindigkeiten, die häufig zu Misstrauen und liebloser Kritik führen, beendete er seine Ausführungen mit den Worten: "Wir verstehen Gott nicht in erster Linie dadurch besser, dass wir unsere Lehre noch detailreicher ausschmücken und noch präziser ausformulieren. Wir kommen Gott näher, wenn wir auf seine Gnade bauen. Und wir verstehen ihn mehr und mehr, wenn wir uns seiner Güte ausliefern." (APD/edp)

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