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Frauenordination: Adventistische Kirchenleitung mahnt ordentliches Vorgehen

("Adventisten heute"-Aktuell, 6.7.2012) Die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hat am 29. Juni einen ungewöhnlichen "Aufruf zur Einheit" an jene regionalen Kirchenleitungen (Unionen / Verbände) erlassen, die eigenständige Beschlüsse im Zusammenhang mit der Ordination von Frauen zum Pastorenamt bereits gefasst haben oder solche erwägen. Darunter befinden sich auch zwei regionale Kirchenleitungen in Nordamerika und eine in Deutschland.
Der Aufruf der Weltkirchenleitung sei einstimmig und im Konsens von den 40 Verantwortungsträgern verabschiedet worden, schreibt Adventist News Network (ANN), zu ihnen gehörten auch dreizehn überregionale Kirchenleiter, die gleichzeitig auch Vize-Präsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) seien.
Die angesprochenen regionalen Kirchenleitungen hätten entweder die Bereitschaft bekundet, Frauen zum Pastorenamt zu ordinieren oder eigenständig Beschlüsse zu fassen, die ihnen solche Ordinationen in ihrem Verwaltungsgebiet erlauben würden. Derzeit werden Frauen in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nicht zum Pastorendienst ordiniert. Dies entspreche den Beschlüssen der Weltkirchensynoden (Generalkonferenz-Vollversammlung) die 1990 und 1995 zu dieser Frage gefasst worden seien, als die Ordinationsfrage das Schwerpunktthema der internationalen Beratungen gewesen sei.
Der Anfang des Aufrufs des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung liste die jüngsten Beschlüsse und Vorschläge zur Thematik auf, schreibt ANN. Anschließend würden die regionalen Kirchenleitungen als auch die Kirchenmitglieder daran erinnert, dass zur Ordinationsfrage innerhalb der weltweiten Kirche eine Studie durchgeführt werde, deren Ergebnisse im Jahr 2014 vorliegen sollen. Danach, so heißt es im Aufruf weiter, werde das Exekutivkomitee der Weltkirchenleitung entscheiden, ob weitere Empfehlungen in dieser Frage der 60. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, im Juli 2015 vorgelegt würden. Das Exekutivkomitee der Weltkirchenleitung ist die höchste Instanz der Kirche zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Weltsynoden.
Bis zu jenem Zeitpunkt sei ein Schritt "die Ordinationspraxis zu ändern oder zu modifizieren eine globale Angelegenheit und erfordert deshalb auch eine Entscheidung der Weltkirche", heißt es im Dokument.
"Die Einführung einer anderen Einsegnungspraxis für Pastoren durch regionale Kirchenleitungen wird vom Rest der Kirche als Bereitschaft gewertet, eine bestehende Entscheidung der Weltkirche zu übergehen und sich in eine andere Richtung zu bewegen", schreiben die adventistischen Kirchenleiter. "Beschlüsse, die während der laufenden Studie der Weltkirche und den entsprechenden Erörterung zum Thema getroffen werden, greifen diesem Prozess und jeder daraus resultierenden Entscheidung vor."
Die Kirchenleiter wiesen auf den gemeinschaftlichen Ansatz hin, mit dem das adventistische Gemeinwesen wichtige Entscheidungen seit der Kirchengründung im Jahr 1863 getroffen habe. "Der Wesenskern der Einheit in der Funktionsweise der adventistischen Organisation besteht in der gegenseitigen Verpflichtung aller Organisationen zur kollektiven Entscheidungsfindung in Angelegenheiten, die die ganze Kirchenfamilie betreffen und das Anerkennen dieser Entscheidungen als Autorität der Kirche. Jeder Beschluss einer regionalen Kirchenverwaltung, eine andere Vorgehensweise zu verfolgen, stellt eine Absage an diesen zentralen Wert im Leben der Gemeinde dar."
Im Aufruf heißt es weiter: "Die Verantwortlichen der Weltkirchenleitung laden die regionalen Kirchenleitungen ein, sich an der weltweiten Studie zur Ordinationsfrage zu beteiligen. Diese Studie wird die am breitesten abgestützte und gründlichste sein, welche die Kirche zu diesem Thema durchgeführt hat. Frühere Studien wurden von Kommissionen durchgeführt. Dies ist das erste Mal, dass eine Studie zur Ordination von Pastoren die ganze Kirche mit allen dreizehn überregionalen Kirchenleitungen umfasst."
Die Kirchenleiter würden anerkennen, dass die Frage der Frauenordination ein Thema sei, das bei vielen innerhalb der Kirche große Besorgnis ausgelöst habe. "Es ist uns bewusst, dass in unserer weltweiten Familie stark differierende Auffassungen in Bezug auf die Ordination von Frauen als Pastorinnen existieren", heißt es im Aufruf. "Es ist uns weiter bewusst, dass das Verstreichen von Zeit, ohne befriedigende Lösungen für die Spannungen in dieser Frage zu finden, Frustrationen fördern und das Vertrauen zerstören kann, dass rechtzeitig für beide Seiten eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann."
Die adventistischen Weltkirchenleiter richteten abschließend einen "ernsthaft Aufruf" an die betroffenen regionalen Kirchenleitungen:


  1. Im Einklang mit den Entscheidungen der weltweiten Kirche zu handeln;



  2. Jedes eigenständige Handeln zu vermeiden, das im Widerspruch zu den Entscheidungen der Weltkirche stehe, die im Jahre 1990 und 1995 getroffen worden seien;



  3. Ihren Mitgliedern mitzuteilen, welche Auswirkungen eigenständige Handlungen für das Gesamtwohl der Kirche hätten;



  4. Sich aktiv in die laufende weltweite Diskussion über die Ordinationspraxis einzubringen, deren Berichte 2014 und 2015 vorliegen sollten.



© General Conference of Seventh-day Adventist Church 2012


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