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Erster US-Vorwahlsieger Cruz: "Die Ehre gebührt Gott"

("Adventisten heute"-Aktuell, 5.2.2016) Ein Evangelikaler hat im US-Präsidentschaftswahlkampf bei den Republikanern die erste Vorwahl für sich entschieden: Ted Cruz. Im Bundesstaat Iowa entfielen auf den texanischen Senator nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen 27,7 Prozent. Damit verwies er Donald Trump auf Platz zwei. Der Immobilienunternehmer und Milliardär erhielt 24,3 Prozent. Es folgten der Senator Marco Rubio (23,1 Prozent), der Neurochirurg und Adventist Ben Carson (9,3 Prozent) und der Senator Rand Paul (4,5 Prozent). "Die Ehre gebührt Gott", sagte Cruz nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Er gehört zum Bund der Südlichen Baptisten, der mit über 16 Millionen Mitgliedern größten protestantischen Kirche in den USA. Cruz- Ehefrau Heidi gehört - wie Ben Carson - der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten an.

Cruz sieht religiöse Freiheitsrechte gefährdet

Der Sohn eines aus Kuba eingewanderten Pfingstpastors hat sich im Wahlkampf besonders um evangelikale Wähler bemüht. So hatte er unter anderem erklärt, er sehe in den Präsidentschaftswahlen im November eine Entscheidung über den Fortbestand oder die Abschaffung religiöser Freiheitsrechte. Sie seien noch nie so gefährdet gewesen wie derzeit, sagte er im Hinblick auf den heftigen Gegenwind für Christen, die etwa eine Ehe für homosexuelle Partnerschaften ablehnen und aus Gewissensgründen bestimmte Dienstleistungen verweigern, zum Beispiel das Backen der Torte für eine "Hochzeit" von Schwulen.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im Juni vergangenen Jahres die Homoehe in allen Bundesstaaten erlaubt. Er erklärte Verbote gleichgeschlechtlicher Eheschließungen in einer Reihe von Bundesstaaten für verfassungswidrig. Der Widerstand gegen die Homoehe ist in konservativ geprägten Bundesstaaten im Mittleren Westen und im Süden der USA aber weiter groß. In mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten dürfen sich Geschäftsleute mit Verweis auf ihre religiösen Überzeugungen weigern, homosexuelle Kunden zu bedienen.

Trump: Das Christentum befindet sich "im Belagerungszustand"

Trump, der als Favorit in die Vorwahl gegangen war, zeigte sich dennoch zufrieden: "Wir sind Zweiter geworden, und ich möchte euch etwas sagen: Ich fühle mich einfach geehrt, sehr geehrt", erklärte er vor Anhängern. Umfragen bescheinigen dem wegen seiner populistischen und teils fremdenfeindlichen Äußerungen umstrittenen Unternehmer allerdings noch Potenzial. Vor allem unter weißen Evangelikalen ist er im Ansehen gewachsen. Beurteilten ihn im November nur 37 Prozent positiv, so sind es einer aktuellen Umfrage zufolge gegenwärtig 53 Prozent. Vier von zehn Evangelikalen betrachten den Immobilienmogul negativ, im November waren es noch fast sechs von zehn. "Sie (die Evangelikalen - Anm. d. Red.) verstehen mich besser als sonst irgendjemand", hatte Trump Anfang Februar erklärt. Sollte er Präsident werden, werde er "das Christentum beschützen". Gegenwärtig befinde es sich "im Belagerungszustand". Trump bezeichnet sich selbst als "reformierten Protestanten".

Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Demokraten

Während das Ergebnis bei den Republikanern deutlich ausfiel, liefern sich bei den Demokraten Hillary Clinton und Senator Bernie Sanders ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen kam Clinton auf 49,9 Prozent, der Sozialist Sanders auf 49,6 Prozent. Clinton gilt als aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten. Die frühere Außenministerin ist für die "Homo-Ehe" und das Recht der Frau auf Abtreibung.

Clinton ist Methodistin. In ihrem Buch "It Takes a Village and Other Lessons Children Teach Us" (Es braucht ein ganzes Dorf und andere Dinge, die uns unsere Kinder lehren) schreibt sie über den Glauben ihrer Kindheit: "Jede Nacht knieten wir vor unseren Betten und beteten, bevor wir schlafen gingen." Ihr Mann Bill, der 42. Präsident der USA, ist Südlicher Baptist, besuchte aber während seiner Präsidentschaft zwischen 1993 und 2001 mit seiner Frau eine evangelisch-methodistische Gemeinde in Washington.

Im Juli werden die Kandidaten nominiert

Auch wenn Iowa zahlenmäßig mit seinen 1,2 Millionen Wählern kaum ins Gewicht fällt, hat es als traditionell erster Ort der Vorwahlen eine Signalwirkung. In den nächsten Monaten finden in allen Bundesstaten Vorwahlen statt. Die zweite Abstimmung wird es am 9. Februar in New Hampshire geben. Die letzten der 50 Bundesstaaten werden ihre Vorwahlen im Juni abhalten. Einen Monat später nominieren Demokraten und Republikaner offiziell ihre Kandidaten. Am 8. November ist die Präsidentenwahl, zu der Amtsinhaber Barack Obama nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. (idea)

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