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Ein Jahr Lockdown: Welcher Bibelvers mir wichtig geworden ist

Welcher Bibelvers ist dir während der Pandemie wichtig geworden? (Foto: Susi Bauernfeind/ churchphoto.de)

Vor einem Jahr (22. März 2020) begann der erste Lockdown. Was hat das mit Christen gemacht? Ist ihnen in der Zeit ein bestimmter Bibelvers wichtig geworden? Eine IDEA-Umfrage

Jede Krise geht einmal vorbei

„Er aber schlenkerte das Tier ins Feuer, und es widerfuhr ihm nichts Übles“ Apostelgeschichte 28,5

Single, Studentin, arbeitssuchend, finanziell abhängig. Damit gehöre ich gleich in mehrfacher Hinsicht zu den Corona-Verlierern. Aber ich will ehrlich sein: Weder der erste noch der zweite Lockdown haben mir schlaflose Nächte beschert. Auf keinen Fall will ich den tödlichen Ernst der Pandemie kleinreden. Aber ich habe zuvor meinen mittlerweile verstorbenen Mann knapp dreieinhalb Jahre in seiner Krankheit begleitet und im Anschluss ein Set an Regeln und Maßstäben entwickelt, das mich in zukünftigen Krisen stärken sollte. Damit ging ich durch das Corona-Jahr. In der Bibel fand ich meine Vorbilder: „Er aber schlenkerte das Tier ins Feuer, und es widerfuhr ihm nichts Übles.“

Paulus, von dem im Vers die Rede ist, wird auf der Insel Malta von einer Schlange gebissen. Die Menschen, die den Vorfall beobachten, erwarten das Schlimmste. Sie spekulieren, was nun geschehen wird, und rechnen sogar mit dem Tod des Apostels. Von Worst-Case-Szenarien hören auch wir in jeder Fernsehsendung, die Corona zum Thema hat – und das seit fast einem Jahr.

Mit Sicherheit wird sich Paulus über den plötzlichen Biss erschrocken haben. Aber kurz zuvor hatte er bereits andere schwere Krisen überstanden – Seenot und Schiffbruch. Paulus kennt Gottes Plan für sein Leben, für die Bewohner der Insel und für die ganze Welt. Daher macht es für mich Sinn, dass er auch in dieser Situation Ruhe bewahrt hat. Sich auf das Wesentliche konzentrierte. Mit Gott in Kontakt blieb. Nicht zuließ, dass durchaus berechtigte Ängste sein Verhalten kontrollieren. Und abschüttelte, was abzuschütteln ist. Denn jede Krise geht einmal vorbei.

Alena Edler ist Absolventin der Freien Theologischen Hochschule Gießen. Sie studiert „Religion und Politik“ (M. A.) in Dortmund.

Wir Christen sind berufen, Hoffnung zu bringen

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“ Matthäus 6,33

Wir befanden uns als Unternehmen nach einem spürbaren Umsatzeinbruch Ende 2019 bereits in ziemlich rauem Fahrwasser, als am 22. März vergangenen Jahres der Lockdown begann. Wir konnten gar nicht so schnell realisieren, was das für uns im „Geschäftsalltag“ bedeuten würde. Eine Welle von Anforderungen überrollte uns plötzlich von allen Seiten. Ich habe mir ganz persönlich die Frage gestellt, wie wir durch diese Phase hindurchkommen sollen. Kann ich es noch verantworten, einen signifikanten Teil meiner Arbeits- und Freizeit in den Aufbau von christlichen und sozialen Organisationen einzubringen? Muss ich nicht Workshops und Engagements absagen, um gerade jetzt alle meine Zeit in das Unternehmen einzubringen? Sollen wir unsere Spenden kürzen? Die Antwort war für uns als Leitungsteam klar: nein.

Wir sind berufen, anderen Hoffnung zu bringen in dieser Zeit. Der Gedanke, dass es einen Gott und König gibt, dem dieses Unternehmen gehört, der über uns steht und die volle Kontrolle hat, hat mich beruhigt und meinen Glauben und meine Hoffnung stärker gemacht. Dieser Bibelvers hat besonders zu mir gesprochen – wie ich auch an die Unfehlbarkeit der gesamten Heiligen Schrift und die Führung des Heiligen Geistes glaube. Aber wir haben als „treue Verwalter“ auch alles getan, was einerseits im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und auf der anderen Seite unseres Werteverständnisses notwendig war. Wir haben unser Forderungsmanagement verbessert, Liquidität abgesichert, Kosten gesenkt. Gleichzeitig haben wir weiter in unsere Prozesse und IT, neue Services und Lösungen für unsere Kunden investiert.

Wir haben gelernt, agiler zu werden, disruptiver zu denken und vielleicht ein bisschen mehr Risiko einzugehen. Heute blicken wir sehr dankbar auf das letzte Jahr zurück: Wir haben keine betriebsbedingten Kündigungen durchführen müssen, das Geschäft zieht sogar schon wieder etwas an, wir wurden allenfalls ein Jahr oder zwei zurückgeworfen. Unser wöchentlicher Gebetskreis trifft sich nun seit einem Jahr statt im Sitzungsraum in einer unserer Fertigungshallen – aus Abstandsgründen. Da bleiben wir aber auch in Zukunft – gut sichtbar.

Charlos Schmidt ist gemeinsam mit Katja Hof-Zöllner Geschäftsführer der metallverarbeitenden Franz Hof GmbH im mittelhessischen Haiger. Er ist Mitorganisator des „Festival mit Gott“ im Sommer 2022 in Haiger und setzt sich im CCD (Christlicher Convent Deutschland) für die Einheit der Christen in Deutschland ein.

Bitte den ganzen Bibelvers lesen und beherzigen!

„Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ Psalm 68,20

Als ich die Anfrage von IDEA für diesen Text lese, denke ich gestresst: „Nicht noch ein to do!“. Aber vielleicht ja auch eine Chance, Kraft zu tanken für meine Aufgaben aus Gottes gutem Wort? Da fällt mir spontan ein: „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch“.

Ich suche, wo dieser Vers in der Bibel steht. Aber halt. Psalm 68,20 beginnt ganz anders: „Gelobt sei der Herr täglich“. Wenn ich das beherzige und bereit bin, dies sogar dem Satz mit der (schweren) Last voranzustellen, werde ich innerlich durch mein Lob gegenüber Gott eine ganz andere Grundhaltung annehmen. Nicht mehr zuallererst aus der verzweifelten Erschöpfung heraus. Sondern erst mal von meinen Problemen wegsehend. Da steht nämlich zuallererst: „Gelobt sei der Herr täglich.“

Natürlich sind unsere Lasten (ob durch Corona bedingt oder auch zusätzlich ganz anderen Ursprungs) wirklich da und in keiner Weise zu ignorieren. Und sie bedrücken uns auch echt. Aber erstens steht das große „Aber“ Gottes darüber („aber er hilft uns auch“), und zweitens lädt der erste Teil des Bibelverses uns ein, im Hier und Heute schon für den großen Lobgesang vor dem Thron Gottes in der Ewigkeit zu üben. Dadurch bekommen wir außerdem eine aufrechte Haltung mit Blick nach vorn für die weitere Wegstrecke. Also zuerst: „Gelobt sei der Herr täglich.“

Petra Pientka ist Geschäftsführerin der Autohausgruppe Gebrüder Nolte (Iserlohn). Das Unternehmen ist mit seiner 107-jährigen Geschichte eine Traditionsfirma. Heute arbeiten in den neun Autohäusern rund 200 Menschen, darunter sind etwa 40 Auszubildende.

Ich bin ernüchtert

„Denn mein Volk tut eine zweifache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.“ Jeremia 2,13

Es waren erst wenige Wochen vergangen in der „Corona-Zeit“, das öffentliche Leben kam nach und nach zum Erliegen, da hörte ich deutlich die ersten Jubelrufe aus dem frommen Lager: Von „endlich Auszeit, raus aus dem Hamsterrad, Durchatmen“ bis „jetzt könnte eine Erweckung passieren, weil die Leute gezwungen werden, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen“.

Seit ich als Jugendlicher Christ wurde, bete ich für Erweckung in unserem Land. Wie schön wäre es, wenn dieser Moment zu einem Umdenken – sprich Buße – führen würde. Hoffnung keimte auf. In dieser Zeit stieß ich auf eine Bibelstelle, die ich mir dick markiert habe in meiner Bibel: „Vergeblich habe ich eure Kinder geschlagen – sie haben die Züchtigung nicht angenommen“ (Jeremia 2,30). Würde unser Land diese Zeit als Reden Gottes verstehen? Einige Monate später bin ich ernüchtert. Gott redet heute, wir aber hören nicht, sondern echauffieren uns wahlweise eher über die Einschnitte in unsere Freiheitsrechte bzw. über die verantwortungslosen und unsolidarischen Mitchristen.

Innehalten, in sich gehen? Pustekuchen: Ich als 9-facher Familienvater habe ganz andere Baustellen. Ich kämpfe um jeden Moment des Innehaltens – mehr als je zuvor! Für uns alle gilt wohl: Gottes Reden gehört – Fehlanzeige. Statt Bibel hat Netflix Konjunktur. Das erinnert mich doch sehr an das Verhalten des Volkes Israel im vorliegenden Kapitel, wo der Herr ein schmerzvolles Fazit zieht: Denn mein Volk tut eine zweifache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten (Jeremia 2,13). Quo vadis, wir Frommen in Deutschland?

Der neunfache Vater Immanuel Grauer ist Pastor der evangelischen Gemeinde „per.Du“ in Karlsruhe-Durlach

Es wurde so viel mehr

„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Jesaja 55,8-9

Das Beste, was ich mir hätte vorstellen können, wäre ein Konzertjahr mit viel Publikum. Doch … Es wurde ein Jahr mit Zeit für Familie. Wie lange hatte ich mir gewünscht, wir würden zu Hause zusammen Gottes Wort lesen und gemeinsam singen. Genau das ist geschehen. Wir haben als Familie etliche Bücher der Bibel gelesen, viel gesungen und lange Spaziergänge zusammen gemacht.

Es wurde ein Jahr der Gefühle. Als farbenfroher Mensch, der sogar die Alben mit Farben betitelt, schrieb ich einen Song namens: GRAY (grau). Frei sein zu fühlen. Die ganze Palette von Farben, nicht nur die knallbunten, weil man halt muss. Sich ein „Grau“ einzugestehen und auszuhalten war irgendwie … gesund.

Es wurde ein Jahr mit Onlinekonzerten. Nachdem ich die Entschleunigung beim ersten Lockdown genoss, kam beim zweiten in mir eine Art „heiliger Zorn“ hoch. Ich werde nicht für das Schweigen bezahlt werden. Auch waren diese täglichen Wohnzimmerkonzerte für „umme“ mir ein Dorn im Auge geworden. Wo ist der Wert unserer Arbeit geblieben? So startete ich ein neues Format namens „Zu Gast bei Sefora Nelson“ und buchte Kameraleute, das Forum 1 im „Schönblick“ (Schwäbisch Gmünd), Techniker und auch besondere Gäste wie Arno Backhaus, Lothar & Margarethe Kosse und Jay Alexander. Beim ersten Konzert konnten wir über 1.000 Tickets verkaufen und viele mehr an Menschen in Quarantäne, Kliniken und Hospize verschenken. Was für ein Lichtblick! Das Beste, was ich mir hätte vorstellen können, wäre ein Jahr mit Konzerten mit viel Publikum … doch es wurde so viel mehr!

Die Sängerin und Liedermacherin Sefora Nelson musste Corona-bedingt 2020 viele Vor-Ort-Konzerte absagen. Stattdessen lädt die zweifache Mutter nun zu Onlinekonzerten ein – das nächste wird am 28. März um 20 Uhr ausgestrahlt (Tickets unter cvents.eu). seforanelson.com


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