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Diakonie und Kirchen erinnern an Pflege-Begründerin Florence Nightingale

Jeder Euro, der Pflegekräften mehr zusteht, muss direkt von den Pflegebedürftigen finanziert werden.“ Das könne so nicht weitergehen. (Foto: Rike/ pixelio.de)

An die Begründerin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale (1820–1910), haben die Diakonie Hessen sowie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau in Videobotschaften erinnert. Nightingales Geburtstag jährte sich am 12. Mai 2020 zum 200. Mal. Der Tag wird seit 1967 als Tag der Pflege begangen. Nightingale stammte aus einer wohlhabenden englischen Familie. Während einer Europareise im Jahr 1837 mit ihrer Familie verspürte sie den Ruf Gottes. „Gott sprach zu mir und rief mich in seinen Dienst“, schrieb die damals 17-Jährige damals in ihr Tagebuch, ohne zu wissen, wo Gott sie haben wollte. Mit 25 Jahren entschied sie gegen den Willen ihrer Eltern, sich der Krankenpflege zu widmen. Vier Jahre später lernte sie die Arbeit von Kaiserswerth kennen. 1851 absolvierte sie in einem Krankenhaus der diakonischen Einrichtung eine dreimonatige Ausbildung. Mit dem Gründer und langjährigen Leiter der Kaiserswerther Diakonie, Theodor Fliedner (1800–1864), verband sie eine enge Freundschaft. Sie war Taufpatin eines seiner Kinder. Nightingale engagierte sich für eine Professionalisierung der Krankenpflege. So kümmerte sie sich im Krimkrieg (1853-1856) um die verwundeten britischen Soldaten und trug maßgeblich zur Verbesserung der Hygiene sowie der Ernährung der Verletzten bei. Ihr vorbildlicher Einsatz animierte Henry Dunant (1828–1910) dazu, das Rote Kreuz zu gründen.

Bischöfin: Pflegekräfte kommen an Grenzen

Nightingale habe schon zu ihrer Zeit für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege gestritten, sagte die kurhessen-waldeckische Bischöfin Beate Hofmann (Kassel). Ihr Anliegen sei bis heute aktuell. Schon vor der Pandemie hätten Pflegekräfte bereits vielfach auf ihre gesundheitlichen Belastungen durch die schwierigen Rahmenbedingungen für ihre Arbeit hingewiesen. Hofmann: „Mit großer Sorge nehme ich wahr, dass viele Pflegende an die Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen sind. Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Pfarrer Carsten Tag (Frankfurt am Main), sagte, dass sich Pflegende mehr noch als eine verdiente Prämie bessere Arbeitsbedingungen wünschten. Die Pflegekommission der Bundesregierung hatte im April empfohlen, allen Beschäftigten in der Pflege eine Prämie von 1.500 Euro zu bezahlen.

Für grundlegende Reform der Pflegeversicherung

Die stellvertretende hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf (Darmstadt) plädierte für eine grundlegende Reform in der Pflegeversicherung: „Menschen in Pflegeeinrichtungen sind  zunehmend auf Sozialhilfe angewiesen. Jeder Euro, der Pflegekräften mehr zusteht, muss direkt von den Pflegebedürftigen finanziert werden.“ Das könne so nicht weitergehen. Die Diakonie Hessen betreibt 1.454 Einrichtungen – nicht nur in Hessen, sondern auch in Rheinland-Pfalz und im Landkreis Schmalkalden in Thüringen. Darunter sind 28 Krankenhäuser, 297 Einrichtungen der Altenhilfe und 117 Diakoniestationen. Dort sind insgesamt 42.000 Mitarbeiter beschäftigt.


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