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Christen, Juden und Muslime gemeinsam für Flüchtlinge

("Adventisten heute"-Aktuell, 10.6.2016) Mit einer Neuauflage des Projekts "Weißt du, wer ich bin?" wollen die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), vier muslimische Verbände und der Zentralrat der Juden in Deutschland gemeinsam Flüchtlingen helfen und die Integration voranbringen. Bei der Auftaktveranstaltung am 31. Mai in der Katholischen Akademie Berlin machten die Institutionen deutlich, wie wichtig der interreligiöse Dialog gerade für die Integration von Flüchtlingen sei.

Nicht nur Dialog, sondern gemeinsames Tun

Es gebe in Deutschland nur ganz wenige interreligiöse Projekte, bei denen schon auf Projektträger-Ebene maßgebliche christliche, jüdische und muslimische Organisationen zusammenarbeiten würden, betonte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Dr. Günter Krings. Bei "Weißt du, wer ich bin?" gehe es nicht nur um den Dialog zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften, sondern auch um das gemeinsame Tun. Dadurch leiste das Projekt "einen gewichtigen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen und damit auch zur Stärkung unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts insgesamt". Zudem wies Krings darauf hin, dass gerade Menschen, die wegen ihrer Religion aus ihrer Heimat geflohen seien, hier Frieden finden sollten. Das Bundesministerium des Innern unterstütze das Projekt mit insgesamt 500.000 Euro.

Ein gesamtgesellschaftlicher Kraftakt

"Die Aufgaben, vor denen wir stehen, erfordern nicht weniger als einen gesamtgesellschaftlichen Kraftakt", gab Erzbischof Stefan Heße (Hamburg), Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, zu bedenken. Doch das beeindruckende Maß an Solidarität, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl, mit dem sich zahlreiche Menschen in Deutschland für die Anliegen von Flüchtlingen und Asylbewerbern einsetzten, gebe Anlass zur Zuversicht. "Das weitverbreitete ehrenamtliche Engagement ist Ausdruck einer starken und lebendigen Zivilgesellschaft." Christen sollten sich ins Gedächtnis rufen, dass der Glaube an einen barmherzigen Gott sie mit Juden und Muslimen verbinde, so der Erzbischof.

Die Tora, das Evangelium und der Koran sprächen auf vielfältige und eindrückliche Weise von der Barmherzigkeit Gottes, aus der sich zugleich ethische Fürsorgepflichten des Menschen ergeben würden. Dass Christen, Juden und Muslime auf die Fluchtbewegungen unserer Tage mit großer Hilfsbereitschaft reagierten, verdankten sie nicht zuletzt dieser gemeinsamen religiösen Grundlage. "Die Frage nach dem Beitrag, den die Religionen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zu gelingender Integration leisten können, wird uns auch auf längere Sicht beschäftigen", sagte Heße.

In einer multi-religiösen Gesellschaft friedlich zusammenleben

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, betonte, interreligiöse Projekte seien wichtiger denn je, denn so drängend wie lange nicht stelle sich die Frage, "wie wir in dieser pluralistischen und multi-religiösen Gesellschaft friedlich zusammenleben können".

"Deutschlandweit werden von allen Gemeinschaften tolle Projekte in der Flüchtlingshilfe durchgeführt", ist Burhan Kesici, Sprecher des Koordinationsrats der Muslime und Vorsitzender des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland, überzeugt. Die bisherige Vernetzung und Koordination zwischen den Projekten wäre sicher noch ausbaufähig. Islamische Gemeinden und Einrichtungen könnten hier als Brückenbauer einen wichtigen Beitrag zur Integration der Neuankömmlinge leisten. (APD)

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