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Bundestagsabgeordneter: Wegen der Hautfarbe häufiger kontrolliert

("Adventisten heute"-Aktuell, 16.1.2015) In der Adventgemeinde Berlin-Lichtenberg der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten war der Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby (SPD) zu Gast. In einem "Gespräch zur Zeit" berichtete er über seinen Lebensweg: Geboren in Senegal (Westafrika), studierte und promovierte er in Deutschland. Trotz zeitweiliger Arbeitslosigkeit habe er sich nicht entmutigen lassen, sondern sei gesellschaftlich engagiert gewesen. Seit 2013 gehört er dem Deutschen Bundestag an und befasse sich insbesondere mit den Themen Bildung und Menschenrechte.
Diaby schilderte, wie er aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe auf Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen häufiger als andere Personen von der Polizei kontrolliert werde. "Es gibt einen Alltagsrassismus", so der Bundestagsabgeordnete. Er werbe bei Polizei und Behörden um Sensibilität in der Frage. Wichtig sei ihm, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund öffentliche Aufgaben wahrnehmen, beispielsweise als Lehrerinnen und Lehrer, um bei der heranwachsenden Generation den Vorurteilen entgegenzuwirken.
Im Gespräch mit den Anwesenden stellte sich der Politiker den Fragen nach Fraktionszwang und Arbeitsweise der Abgeordneten. Diaby erklärte, warum der Plenarsaal des Deutschen Bundestages häufig so leer wirke: "Ein Abgeordneter der bei allen Plenarsitzungen immer dabei wäre, wäre der faulste Abgeordnete", meinte Diaby pointiert. Denn die eigentlich parlamentarische Arbeit erfolge in den Ausschüssen und den Arbeitskreisen im Hintergrund.
"In einer offenen Atmosphäre erlebten die Gesprächsteilnehmer einen Politiker, der ihnen auf Augenhöhe begegnete, Leidenschaft für die Fragen der Zeit offenbarte und zudem bereit war, konkreten Lebensfragen wie der Studienfinanzierung weiter nachzugehen", so Pastor Dietmar Päschel, der das "Gespräch zur Zeit" moderierte.
Karamba Diaby gelangte bei der Bundestagswahl 2013 über die SPD-Landesliste für Sachsen-Anhalt in den Deutschen Bundestag. Bereits 2009 wurde er in den Stadtrat von Halle an der Saale gewählt. Seit 2001 ist er deutscher Staatsbürger. Neben Deutsch und seiner Muttersprache Diakhanke/Mandingo spricht er Französisch, die Amtssprache Senegals. (APD)

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