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Adventisten in Nordamerika: anständig, erwachsen geworden, finanzstark

("Adventisten heute"-Aktuell, 7.11.2014) Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Ordination von Frauen zum Pastorendienst während der Oktober-Sitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring (Maryland, USA) - siehe Link unten - rief die Weltkirchenleitung die Delegierten dazu auf, bei Meinungsverschiedenheiten miteinander respektvoll, demütig und in der Gesinnung Christi umzugehen. Bei der Aufbereitung der Thematik Anfang November im Exekutivausschuss der Kirche in Nordamerika (NAD) gab deren Präsident, Daniel R. Jackson, diese Bitte an die anwesenden Delegierten weiter: "Es gehört nicht zu unserem Auftrag, uns gegenseitig zu bekämpfen, weil wir nicht einer Meinung [bezüglich der Ordination von Frauen] sind", sagte er. "Wir haben das Recht, zu widersprechen, aber Gott hat uns die Verantwortung gegeben, seine Liebe mit anderen zu teilen."

Für einen anständigen Diskurs

Als Antwort auf Jacksons Aufruf verabschiedeten die Anwesenden eine 4-Punkte-Erklärung für einen "anständigen Diskurs". Zunächst wird darin ermutigt, Widerspruch zu äußern, solange dieser ehrlich und vom aufrichtigen Wunsch motiviert ist, zur Wahrheit zu gelangen. Im 2. Punkt beschlossen die Delegierten, "zuerst mit denen zu reden, deren Ansicht wir nicht teilen, und ihnen nicht-wertend zuzuhören, damit wir ihre Position korrekt wiedergeben können, bevor wir sie kritisieren". Punkt 3 lautet: "Wir beschließen, den Gebrauch von Sarkasmus, Karikaturen, Anekdoten, Parodien [Veräppelung] und jede andere Form versteckter Andeutungen zu meiden, die dazu dient, den Ruf oder die Persönlichkeit anderer herabzuwürdigen." Im Punkt 4 beschlossen sie, keine Online- oder Offline-Kommunikation zu dulden, die den guten Namen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Allgemeinen oder den Ruf einzelner Mitglieder im Besonderen diffamiert oder herabsetzt.
Das alles geschehe mit dem Ziel, die Kommunikation gemäß den hohen Standards eines christlichen Verhaltens zu führen, damit Gott durch alles verherrlicht werde, was wir sagen und tun.

Wachstumsrate zurückgegangen

In seinem Rechenschaftsbericht wies der Exekutivsekretär, G. Alex Bryant, auf den Mitgliederrückgang im vierten Jahr in Folge hin - sowohl in den USA als auch in Kanada, Bermuda und Mikronesien. Zwar sei die Mitgliederzahl im Jahr 2013 um 17.541 Personen auf 1.184.395 gewachsen, aber die Wachstumsrate sei von 3,41 Prozent in 2012 auf 3,19 Prozent in 2013 zurückgegangen (in 2011 betrug sie 3,15 Prozent, in 2010 waren es 3,63 Prozent und in 2009 sogar 4,19 Prozent).
Bryant kommentierte, dass auch die NAD nicht vom allgemeinen Trend in der Weltkirche verschont werde: Von den 32 Millionen Menschen, die in den vergangenen 30 Jahren getauft wurden, hätten elf Millionen die Kirche verlassen.

Erwachsen geworden

Während der Novembersitzung wurde auch die Frage nach einem (neuen) Verwaltungssitz der NAD behandelt. Nach der organisatorischen Bildung der NAD als von der Weltkirchenleitung getrennten Verwaltungseinheit behielt die NAD ihre Büros im Verwaltungsgebäude der Weltkirchenleitung bei. Unabhängig wirtschaftlicher Überlegungen gebe es mindestens zehn Gründe für einen Auszug - von denen der erste die Selbstbestimmung sei. "Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika hat das Bedürfnis, ihren einzigartigen Verkündigungsauftrag nach Strategien wahrzunehmen, die relevant und funktionsfähig für ihr Gebiet sind", sagte NAD-Präsident Jackson den Delegierten. "Obwohl die Adventbewegung in Nordamerika begann, gehören wir zu den jüngsten Divisionen der Kirche - es wird Zeit, dass wir erwachsen werden und das Elternhaus verlassen."
Als alternative Standorte standen Dallas, Denver und Atlanta zur Debatte. Das Votum fiel aber für ein Verbleiben im Großraum Washington. Einen Zeitplan für den Auszug gibt es noch nicht.

Finanzstark

Die Nordamerikanische Division ist eine von 13 Kontinentalverwaltungen ("Divisionen") der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. 1.184.395 als Erwachsene getaufte Personen versammeln sich in 5.448 Kirchengemeinden, für die 4.150 Pastoren und Evangelisten (2.744 davon ordiniert) zuständig sind.
Immer noch trägt die NAD wesentlich zur Finanzierung der Arbeit der Weltkirche bei: Laut Robert Lemon, Schatzmeister der Weltkirchenleitung, gingen im Jahr 2013 50 Prozent der Einnahmen an Zehnten und Gaben für die Mission aus der NAD ein, die andere Hälfte kam aus dem Rest der Welt. (NAD/AR/edp)

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