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Adventisten in Nigeria wollen keine Wahlen an Samstagen

("Adventisten heute"-Aktuell, 9.9.2016) Pastor Oyeleke A. Owolabi, adventistischer Kirchenleiter in West-Nigeria, forderte auf einer Konferenz in Ado Ekiti, Südwest-Nigeria, von der unabhängigen nationalen Wahlkommission, dass Wahlen zukünftig nicht mehr an einem Samstag durchgeführt werden. Nigeria gewähre Religionsfreiheit und damit auch die Feier des Ruhetags der Siebenten-Tags-Adventisten, der von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag dauere, sagte der Kirchenleiter. Es seien schon viele Briefe an die unabhängige nationale Wahlkommission (Independent National Electoral Commission, INEC) geschrieben worden mit der Bitte, Wahlen nicht mehr auf einen Samstag zu legen, so Owolabi. Er sei zuversichtlich, dass die nationale Wahlkommission dem Anliegen der Adventisten entsprechen werde. Zudem habe sich bei einer kürzlich durchgeführten Gouverneurswahl, die auf einen Dienstag gelegt worden sei, gezeigt, dass die traditionell niedrige Wahlbeteiligung signifikant gesteigert wurde.

Wahlen und Examen weder Freitag, Samstag noch Sonntag

Laut "Adventist Review "(AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift) hat Pastor Ted C. Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, anlässlich einer Pastoralvisite in Nigeria 2014 den damaligen nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan gebeten, weder Wahlen noch Examen an staatlichen Institutionen auf Freitag, Samstag oder Sonntag anzusetzen. Dies würde es allen Muslimen und Christen unterschiedlicher Konfession erlauben, ihrem Glauben entsprechend zu leben, so Wilson.

In einer Erklärung zum Verhältnis von Kirche und Staat schreibt die adventistische Weltkirchenleitung: "Adventisten sollten ihre Bürgerpflicht ernst nehmen. Wir sollten uns an den Wahlen beteiligen, sofern uns dies möglich ist und wir mit gutem Gewissen daran teilnehmen können. Wir sollten uns verpflichten, uns am Aufbau unseres Gemeinwesens zu beteiligen."

Kampf gegen Korruption und für bessere Gesundheitsversorgung

Pastor Oyeleke A. Owolabi rief laut AR die Nigerianer auch zur Zusammenarbeit im Kampf gegen Korruption auf. Vom Staat forderte er, dass dieser weder von Kirchen noch von Moscheen Steuern erheben soll, da es sich um Non-Profit-Organisationen handle. Nach Angaben von AR hat Owolabi angekündigt, dass die Adventisten in Otun Ekiti eine Hochschule für Medizin eröffnen werden, um Fachkräfte auszubilden und die Gesundheitsversorgung in der Region zu verbessern.

Religion in Nigeria

In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften. Rund 50 Prozent der Nigerianer sind Muslime, vor allem in Norden. Etwa 40 Prozent sind Christen und der restliche Teil - rund 10 Prozent - bekennt sich zu einer traditionellen afrikanischen Religion. Neben den Adventisten halten auch folgende christliche Kirchen in Nigeria den Sabbat: Holy Sabbath Church, Seventh-Day Baptist Church, Church of God Seventh-Day und die Sabbath Holy Church. In Nigeria, mit 181 Millionen Einwohnern, leben rund 223.000 erwachsen getaufte adventistische Christen, die in mehr als 1.150 Kirchengemeinden Gottesdienst feiern. Adventisten unterhalten in Nigeria 57 Grund- und 18 weiterführende Schulen, vier Krankenhäuser und 18 Kliniken oder Ambulanzen. (APD)

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