Die Kirchen zählen in Deutschland zu den größten Eigentümern von Ackerland. Das hat eine Analyse des Thünen-Instituts (Braunschweig) ergeben, die die Eigentumsverhältnisse in der Landwirtschaft untersuchte. Demnach verfügen Religionsgemeinschaften über etwa 2,3 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen. Das entspricht rund 381.455 Hektar von insgesamt 16,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Zum Hintergrund: In Deutschland befinden sich rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in privatem Besitz. Der Bund hält 0,6 Prozent, die Bundesländer 2,9 Prozent und die Kommunen 3,8 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Kirchen nehmen mit ihrem Landbesitz einen besonderen Platz unter den Großgrundbesitzern ein.
Erwerb der Kirchen von Ackerland sorgt für Unmut
Die Untersuchung des Thünen-Instituts zeigt auch, dass die evangelische und die katholische Kirche weiterhin landwirtschaftliche Grundstücke erwerben. Davon betroffen sind insbesondere Regionen wie Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen, wo der Anteil von Kirchenland am höchsten ist. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist der Anteil dagegen vergleichsweise gering. Der Erwerb der Kirchen von Ackerland sorgt auch für Unmut unter Landwirten, wie das Agrar-Fachmagazin „agrarheute“ berichtet. So kam es beispielsweise im unterfränkischen Zeil am Main zu Unmut unter Landwirten, als die katholische Kirche Grundstücke erwarb, die auch von Landwirten hätten gekauft werden können. Auch der Landwirtschaftsfonds der evangelischen Kirche in Sachsen-Anhalt kaufte landwirtschaftliche Grundstücke im Wert von 1,89 Millionen Euro.
