Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Evangelischen Allianz Österreich (EAÖ): die Pädagogin und Lebensberaterin Andrea Sturm-Lauter (Waidhofen an der Thaya/Niederösterreich). Die 48-Jährige wurde während der Ratsversammlung der EAÖ am 29. Mai in Wels (Oberösterreich) als Vorsitzende eingeführt. Sie folgt auf Hans Widmann (60/Bad Goisern), der das Amt seit 2015 innehatte. Er leitet hauptamtlich den Bibellesebund in Österreich. Sturm-Lauter gehört zu einer Gemeinde der Freikirche „Bund Evangelikaler Gemeinden“ und hat dort viele Jahre als Pastoralreferentin gearbeitet. Seit drei Jahren gehört sie zum Vorstand der EAÖ.
Der seit 2022 amtierende Generalsekretär Oliver Stozek (Bürmoos bei Salzburg) sagt über die neue Vorsitzende: „Sie ist national und international hervorragend vernetzt, denkt strategisch und analytisch klar – und aus einer geistlichen Tiefe, die Orientierung gibt.“ Der Vorstand würdigte zugleich ihren Vorgänger Widmann. Seine Amtszeit sei davon geprägt gewesen, die Einheit innerhalb der Allianz zu stärken, Brücken zu bauen und Ressourcen zu bündeln, damit Christen in Österreich einander segneten und nicht alles „doppelt und dreifach neu erfinden“. Dort arbeiten rund 130 Organisationen auf der theologischen Grundlage der EAÖ zusammen.
Von den 9,2 Millionen Einwohnern Österreichs sind fast 50 Prozent römisch-katholisch. Die Evangelische Kirche A. B. (lutherisch) hat etwa 230.000 Mitglieder. Daneben gibt es die Evangelische Kirche H. B. (reformiert) mit knapp 11.000 Mitgliedern (zusammen rund drei Prozent der Bevölkerung). Nach Schätzungen haben die Freikirchen insgesamt mindestens 50.000 Mitglieder (0,5 Prozent). Rund fünf Prozent der Bevölkerung gehören orthodoxen Kirchen an. Acht Prozent sind Muslime.