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Kurze Stellungnahme der Freikirche der STA zum Video „Die Corona-Agenda - War der Coronavirus geplant?“

Stellungnahme der Frekirche der Siebenten-Tags-Adventisten. (Foto: Screenshot https://www.facebook.com/groups/adventisten.de/)

Kurze Stellungnahme zum Video „Die Corona-Agenda - War der Coronavirus geplant?“, veröffentlicht am 25.03.2020 auf YouTube 

Das genannte Video ist unter dem YouTube-Kanal des privat geführten Vereins „amazing discoveries e. V.“ abrufbar. Der Verein ist weder eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, noch ist er als unterstützender Dienst unserer Freikirche in Deutschland anerkannt. Das Video ist daher als private Meinungsäußerung einzustufen.

Distanzierung der Freikirche

Im Video selbst kommt im Rahmen eines Interviews hauptsächlich der Zoologe Prof. Dr. Walter Veith zu Wort, von dessen Verkündigung sich die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland bereits im Jahr 2004 distanziert hat. Sie hat diese Position 2012 mit folgendem Beschluss bekräftigt: „Die Art und Weise, wie Walter Veith über Religionen, Volksgruppen und andere Bekenntnisse spricht, stellt sich als unethisch und polemisch dar. Obwohl in seinen Vorträgen durchaus Aussagen enthalten sind, denen wir zustimmen können, vermissen wir das befreiende Evangelium durch Jesus Christus und erleben häufig eine beklemmende und angstmachende Weltsicht, die seine Verkündigung prägt. Dies stellt nach unserer Auffassung geistlichen Missbrauch dar und steht im Gegensatz zu dem Verkündigungsauftrag, wie wir ihn als Freikirche verstehen […] Wir distanzieren uns vom öffentlichen Auftreten von Walter Veith in Deutschland und untersagen ihm, im Namen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland zu sprechen.“

Vermutungen im Zuge der Corona-Krise

Ohne auf alle problematischen Aspekte des genannten Videos einzugehen, sollen im Folgenden exemplarisch drei Punkte beleuchtet werden: 1. der spekulative Charakter von Vermutungen und Verschwörungstheorien, 2. die Pandemiepläne der Bundesregierung und 3. die Noachidischen Gebote.

Walter Veiths Interesse dreht sich nach seinen Angaben um Fragen wie: „Was hat das für eine prophetische Auswirkung?“ und „Ist es möglich, dass wir in der kleinen Zeit der Trübsal sind?“. Seine diesbezüglichen Ausführungen sind leider durchsetzt von inkorrekten Tatsachenbehauptungen (z. B. „Der Laden ist leer“) und Spekulationen. Vermutungen dürfen allerdings (selbst wenn sie berechtigt sind) nicht mit göttlichen Offenbarungen bzw. biblischen Vorhersagen verwechselt werden. Solche Vermutungen bleiben menschliche Spekulationen. Dazu gehört z.B. auch die Frage, ob die Corona-Pandemie eine göttliche Strafe bzw. ein Zeichen der Endzeit ist. Spekulationen über die vermeintlichen Hintergründe staatlicher Maßnahmen zur Corona-Krise helfen weder bei der Bewältigung des Alltags noch geben sie verlässliche Handlungsanweisungen für die Zukunft.

Pandemiepläne der Bundesregierung

Walter Veiths Darstellung des „Berichts zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012“ (Bundestags-Drucksache 17/12051) könnte zur Schlussfolgerung führen, als sei die Corona-Pandemie von langer Hand geplant gewesen (dafür spricht auch der Untertitel des Videos). Das ist jedoch völlig abwegig. Es handelt sich bei der Erstellung dieses Papiers um einen normalen Vorgang zum Katastrophenschutz. So heißt es in der Präambel des genannten Berichts: „Um die Frage ‚Wie kann der Staat eine bedarfs- und risikoorientierte Vorsorge- und Abwehrplanung im Zivil- und Katastrophenschutz gewährleisten?‘ wirklich ausreichend beantworten zu können, ist als Grundlage eine fundierte Risikoanalyse erforderlich. Diese dient der vorausschauenden und strukturierten Beschäftigung mit möglichen bundesrelevanten Gefahren und den bei ihrem Eintritt zu erwartenden Auswirkungen auf die Bevölkerung, ihre Lebensgrundlagen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland.“ Dies ist genuine Aufgabe der Politik eines Staates. Sie würde ihrem Auftrag nicht gerecht, wenn sie keine Vorsorge im Sinne des Zivil- und Katastrophenschutzes erarbeiten würde. Ferner legt der Bericht seinen Schwerpunkt auf das Risikomanagement am Beispiel eines Hochwassers. Hier wird wiederum die einseitige und undifferenzierte Darstellung seitens Walter Veith deutlich.

Noachidische Gebote

Walter Veith verbindet seine Ausführungen zur Corona-Krise mit den sogenannten Noachidischen Geboten. Damit werden nach jüdischer Auffassung sieben Regeln bezeichnet, die für alle Menschen Geltung haben sollen: 1. Verbot des Blutvergießens, 2. Verbot von Diebstahl, 3. Verbot des Götzendienstes, 4. Verbot von Unzucht, 5. Verbot, das Fleisch eines noch lebenden Tieres zu essen, 6. Verbot der Gotteslästerung, 7. Einrichtung eines Rechtssystems.

Dazu ist anzumerken, dass es sich bei den Noachidischen Geboten um gewachsene theoretisch-theologische Überlegungen handelt und nicht um tatsächliche staatliche Gesetzgebung. Ihre Entstehungszeit ist umstritten. Die Liste der 7 Regeln gibt es seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. In der jüdischen Tradition werden sie auf Adam und Noah zurückgeführt. Veith bringt diese Regeln abwertend u.a. mit der jüdischen Kabbala in Verbindung.

Warum ausgerechnet dieser jüdische Ausdruck eines Naturrechts nun als Blaupause für eine zukünftige staatliche Abschaffung der Religionsfreiheit dienen soll, wird von Walter Veith trotz seiner Ausführungen zu Kriegsrecht im Zusammenhang der Corona-Krise, zur Abrahamitischen Ökumene oder zur Neuen Weltordnung nicht wirklich plausibilisiert. Sein Hinweis, dass die Noachidischen Gebote in den USA als Gesetz verfasst sind, ist nicht korrekt und irreführend. Die entsprechende Resolution des US-Kongresses (H.J.Res.104 — 102nd Congress (1991-1992)), auf die im Video verwiesen wird, hat ein ganz anderes Ziel und spricht lediglich von der Ethik der Noachidischen Gebote (ähnlich wie manche Politiker vom jüdisch-christlichen Menschenbild sprechen, das sie ihrer Politik zugrunde legen).

Als Adventisten haben wir übrigens keinerlei Probleme mit den Noachidischen Geboten, da andere biblischen Normen, deren Gültigkeit unsere Freikirche voraussetzt, teilweise noch über diese hinausgehen.

Fazit

Das genannte Video ist geeignet, durch einseitige und undifferenzierte Darstellung von Fakten, Anspielungen und Vermutungen grundsätzlich Misstrauen u.a. in die Notwendigkeit und Absicht behördlicher Maßnahmen zu säen. Durch Andeutungen und Zukunftsspekulationen entsteht beim Zuschauer eher Verunsicherung statt Handlungssicherheit. Gemeinden, Predigern und Dienststellen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland kann daher nur empfohlen werden, dieser Art von Verkündigung kein Forum zu bieten, sondern die Corona-Krise differenziert zu beurteilen und wo immer möglich die biblische Botschaft der Hoffnung zu verkündigen.

Weiter ruft die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ihre Mitglieder dazu auf, verschwörungstheoretischen Spekulationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise keinen Glauben zu schenken, sondern

  1. die behördlichen Vorsichtsmaßnahmen zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer zu beachten,
  2. anderen Menschen zu helfen, wo es möglich und nötig ist,
  3. jederzeit bereit zu sein für die Begegnung mit unserem Herrn Jesus Christus.

Weitergehende Informationen zum Thema sind u.a. unter folgenden Adressen abrufbar:

https://www.adventisten.de/utility/medienraum/alternative-angebote-zu-begegnung-und-gottesdienst/

https://www.apd.info/2020/03/17/coronavirus-einschraenkung-der-buergerlichen-freiheitsrechte-muss-ausnahme-bleiben/

https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/atemderhoffnung/episode/ml/-/wie-man-sich-einem-riesen-entgegenstellt/

 

Jens-Oliver Mohr, Zentralstelle für Apologetik, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

8. April 2020

Weiterführende Links und Downloads:


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Kommentare
  • Diese Stellungnahme ist ohne Liebe geschrieben

    Lieber Bruder Mohr,
    ich bitte Dich Deinen obigen Artikel nochmals zu prüfen. Hast Du ihn wirklich mit Liebe und Aufrichtigkeit geschrieben? Waren Deine Beweggründe einem Mitbruder Deine Ansichten darzulegen und ihn auf die Dinge hinzuweisen, die Deiner Meinung nach nicht zutreffend sind? Wenn ja, könnte es sein, daß es Dir nicht wirklich gut gelungen ist?
    Warum verweist Du auf die Distanzierung der Freikirche aus dem Jahr 2012 und erweckst damit den Eindruck, daß schon 2012 eine Distanzierung von dem Beitrag des Bruders Veith des Jahres 2020 erfolgte? (Oder liegt es daran, daß das Dokument der Bundesregierung auch aus dem Jahr 2012 ist?)
    Ich denke der richtige Weg unter Geschwistern ist es, bei Zurechtweisungen auf jegliche Polemik zu verzichten? Zur Austragung von Konflikten innerhalb der Gemeinde gibt es einige gute Hinweise in den Schriften des neuen Testamentes. Ich glaube, Du weißt welche ich meine.
    Die Gemeindeordnung 2016, Kapitel 7 schreibt dazu: "Gemeindemitglieder haben kein Recht, sich beim Umgang mit Geschwistern, die geirrt haben, von ihren eigenen Vorstellungen und Neigungen leiten zu lassen. Sie sollen ihr Vorurteile gegen die Irrenden nicht einmal aussprechen, denn dadurch übertragen sie den Sauerteig böser Gedanken auf andere ... (E.G.White)"
    Lieber Bruder Mohr, ich bitte Dich, daß Du Deine Ausführungen gründlichst prüfst. Wenn es Dir möglich ist, bitte ich Dich um eine Entschuldigung beim Bruder Veith. Gern lege ich dir auch die Vortragsreihe "Keine Zeit für Rebellion" ans Herz.
    Lieber Bruder Walter Veith,
    ich bitte Dich um Entschuldigung für die Stellungnahme vom Bruder Mohr zu Deinem Beitrag aus der Reihe "What's Up Prof, Corona Virus". Diese Stellungnahme entspricht nicht dem Verständnis unser Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Insbesondere bitte ich um Entschuldigung für die polemischen Passagen. Wir sollten in ohnehin schweren Zeiten uns bemühen Polemik zu vermeiden. Ich bin Dir dankbar für unzählige Vorträge, die Du gehalten hast. Diese Vorträge haben mich letztlich aus dem Atheismus in die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten "getrieben". Ich habe mich dagegen gewehrt, aber letztlich hat der Glauben gewonnen. Ich wünsche Dir viel Schaffenskraft und hoffe auf viele weitere Vorträge. Und ich hoffe auch darauf, daß ich Dir einmal persönlich begegnen kann.
    Liebe Geschwister in der Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tages-Adventisten,
    wäre es nicht an der Zeit, nach 16 Jahren eine ausgesprochene Distanzierung zu überdenken und, wenn möglich, zurückzunehmen?
    Ich bete dafür, daß ihr dies prüfen könnt und euch dazu durchringen könnt.
    Liebe Grüße und Gottes Segen
    Steffen Winkler

  • Öffentlicher elektronischer Pranger?

    Erst nachdem ich auf o. a. Stellungnahme aufmerksam geworden bin, habe ich gemeinsam mit meiner Frau das besagte Video bewusst angeschaut. Danach habe ich nochmals diese Stellungnahme gelesen und muss sagen: Ich bin entsetzt und unendlich traurig. Wir fragen uns, was wohl die Motivation ist, die zu derartigen verletzenden Aussagen über einen ordinierten Predigerkollegen geführt hat, die - aus der Sicht eines außenstehenden Betrachters - einem Rufmord gleichkommt. Wer z. B. das Video von Walter Veith https://www.youtube.com/watch?v=9S6MiLueBD0 anschaut, der erkennt schnell, dass im Zentrum seiner angstbefreienden Verkündigung Jesus Christus steht und dass er Hoffnung auf biblischer Grundlage verbreitet. Ich kenne zahlreiche junge Leute, die auf ihren Internetrecherchen mehr oder weniger zufällig auf Vorträge von Walter Veith gestoßen sind, in der Folge zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben und am Ende in die Gemeinde der STA getauft worden sind. Das schreibe ich als 1966 getauftes Mitglied der STA, nach wie vor aktiver Diener am Wort seit 1971, langjähriger Gemeindeleiter und ehemaliges Mitglied eines Vereinigungsausschusses.

  • Endzeitliche Vorbereitung

    Während in den verschiedensten christlichen Gemeinden, ja sogar in der evangelischen Kirche, die Leitung ihre Gemeinde auf die bevorstehende Endzeit eindringlich vorbereiten, maschieren die STA brav mit dem System und erwarten freudig die Wiederaufnahme der Gottesdienste wie gehabt. Ich frage mich ernsthaft, ob wir STA denn überhaupt daran glauben dass wir einer Trübsal entgegen gehen? Darüber gäbe es viel zu sagen, höre aber recht wenig.

  • Ich schließe mich J.-O. Mohrs Sicht an.

    Nach hören mehrerer Vorträge (inkl. die jüngsten) von Dr. Walter Veith, muss ich mich Jens-Oliver Mohrs Stellungnahme anschließen.

  • Ich schließe mich J.-O. Mohrs Sicht an.

    Eine Korrektur. J.-O. Mohr ist kein "Privatbruder", sondern in einer offiziellen Funktion der Freikirche der STA. Er hat ein offizielles Mandat.
    In puncto Beleidigungen/ Verletzungen. Dr. Veith spricht uns "sachlich" an. J.-O. Mohr hat auch entsprechend "sachlich" gesprochen. Ich muss sagen professionell zurückhaltend.
    Ich verstehe, wenn man Dr. Veiths Sicht und Verständnis schätzt und liebt, dass man sich von der Gegenkritik angegriffen und beleidigt fühlt, unlieb behandelt fühlt und schlimmer.
    Mir geht es nicht anders. Ich bin unter den Gegenkritikern, hochsensibel gemacht von was im amerikanischen Adventismus ausgelebt wird. Dr. Veith praktiziert
    "Medizin ohne Lizens." Er ist mir als Prediger und Theologe eine Beleidigung und Anmaßung. Dr. Veith ist ein theologisches Fiasko. Ich bin auch verletzt. Ich klage auch Lieblosigkeit ein.

  • Weder noch...

    Es gibt bei der rein menschlichen Beurteilung dieses Videos keine reine Wahrheit. Ich finde es für mich, die ich erst kürzlich zu Gott gefunden habe, hilfreich und anregend diese Beiträge von Herrn Veith zu schauen. Das anschließende Bibelstudium hilft mir das aktuelle Geschehen „einstufen“ zu können. Mit Gott an meiner Seite bekomme ich keine Angst vor dem was kommt...egal wann es kommt! Wachsam sollen wir sein und Herr Veith ruft zur Wachsamkeit auf!
    Es ist selbstverständlich ebenfalls wichtig darüber zu diskutieren wie etwas dargestellt wird! Wir sollen darüber reden, damit wir nichts „verschlafen“...

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