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Warum eine geistliche Heimat in einer Welt im Wandel wichtig ist

Viele Menschen unterschiedlicher Konfessionen, die zum gemeinsamen Gebet zusammenkommen. (Foto: S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Die Bedeutung einer geistlichen Heimat in einer sich schnell wandelnden Welt haben Redner zum Auftakt der internationalen Gebetswoche der Evangelischen Allianz unterstrichen. Sie begann am 12. Januar in Deutschland mit zahlreichen Gottesdiensten. Die Woche steht unter dem Motto „Wo gehöre ich hin?“. Deutschlandweit werden sich etwa 1.000 örtliche Allianzgruppen beteiligen. In ihren Predigten legten Vertreter von Kirchen, Freikirchen und der evangelikalen Bewegung Bibelworte des alttestamentlichen Propheten Jeremia (17,7-8) aus: „Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“

Jeremias über Jeremia

In Greifswald sprach der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Vorpommern der Nordkirche, Tilman Jeremias. Er verwies darauf, dass die Gesellschaft sehr mobil geworden sei und Beziehungen schnell infrage stünden. Deshalb würden heimatgebende Rückzugsorte immer fragiler. Umso wichtiger seien tragende Wurzeln, wie sie der Prophet vor mehr als 2.500 Jahren beschrieben habe. Allerdings müsse die Kehrseite dieser Zusage genauso ernst genommen werden. So heiße es bei dem Propheten: „Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt ...“ (17,5). Jeremia wolle damit klarstellen, dass es niemals Menschen seien, die das innere und äußere Heilsein garantieren könnten. Menschliche Heilsversprechen führten bald „in die Trockenheit der Wüste“. Als Gottes in Jesus Christus geliebte Geschöpfe gehörten die Menschen allen Fluchworten zum Trotz zu Gott: „Wir bewegen uns in einem Segensstrom, wenn wir unser Vertrauen in ihn setzen.“

Heute fragen viele: „Wie muss ich sein, damit mich die anderen mögen?“

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), erinnerte in Homburg/Saar an einen Ausspruch des Philosophen Karl Jaspers (1883–1969): „Heimat ist da, wo ich verstehe und verstanden werde.“ Der Kontrast dazu sei heute die „Internet-Identität“. Dabei laute die Frage nicht „Wer bin ich?“, sondern „Wer oder wie muss ich sein, damit mich die anderen mögen?“. Der heutige Mensch habe tendenziell keine dauerhafte Zugehörigkeit mehr zu etwas: „Wir wechseln die Wohnorte, die Berufe, vielleicht die Partner.“ Jeremia antworte auf die Frage „Wo gehöre ich hin?“: „Ganz nah an den lebendigen Gott. Setze dein Vertrauen, deine Zuversicht voll auf ihn!“ Vetter: „Es gibt 1.000 andere Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten, aber echte Lebensqualität in Zeit und Raum gibt es nur bei Gott.“ Der Generalsekretär der Allianz, Reinhardt Schink (München), ermunterte in Neumarkt (Oberpfalz) dazu, „Gottes guten Worten“ im eigenen Leben Raum zu geben. Er habe erlebt, wie sie „neue Horizonte eröffnen, Lebenskraft freisetzen und neue Hoffnung schenken“. Dagegen zerstöre Hassrede: „Das Evangelium baut auf.“

Präses Hörsting: Christen machen den Unterschied

Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting (Witten), sagte in Mainz und Worms, eine starke Beziehung zu Gott gebe Halt. Christen seien nicht Dekoration in dieser Welt, sondern machten einen substanziellen Unterschied. Das zeige sich zum Beispiel darin, dass dem Deutschen Bundestag überdurchschnittlich viele Abgeordnete angehörten, die sich als Christen bezeichneten oder auf den christlichen Glauben beriefen. Im Blick auf engagierte Gemeinden und Kirchen äußerte Hörsting: „Es macht einen Unterschied für arme, gestresste oder orientierungslose Menschen, ob es eine solche Gemeinde gibt oder nicht.“ Der Bundestagsabgeordnete und Theologe  Frank Heinrich (Chemnitz) predigte in Freudenberg-Oberfischbach (Siegerland). Die Verwurzelung bei Gott sei wichtig, um Frucht zu bringen und nicht zu verwelken. Die Kraft Gottes könne einen Menschen grundlegend verändern. Heinrich: „Er schafft auch heute noch heilige Leute.“

Pforzheim: Bürgermeister und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde unter den Gästen

In Pforzheim zählte der Eröffnungsgottesdienst nach Angaben der örtlichen Allianz über 1.000 Besucher. Unter den Gästen im „CongressCentrum“ waren Bürgermeister Frank Fillbrunn (FDP) und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Pforzheim, Rami Suliman. Fillbrunn rief vor dem Hintergrund der Ereignisse im Irak und Iran in einem Grußwort auf: „Lassen Sie uns dafür beten, dass alle Menschen in der Welt und in der Stadt Pforzheim friedlich zusammenleben können!“ Der Vorsitzende der Pforzheimer Allianz, Uli Limpf, sagte, mit der Einladung von Suliman wolle man nach dem antisemitischen Anschlag von Halle/Saale ein Zeichen für die Jüdische Gemeinde setzen. Die Gottesdienstbesucher beteten unter anderem für die Jüdische Gemeinde, die Verständigung zwischen Religionen und für Zivilcourage in der Gesellschaft.


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