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Verkehrte Welt - Über Mangel, Überfluss und den Glauben an Jesus Christus

„Selten habe ich mehr Dankbarkeit gefühlt und einen größeren Ansporn, die Frohe Botschaft von Jesus weiterzusagen.“ Markus Spieker (Foto: Tobias Klepp/ churchphoto.de)

Seit ich vor einem Jahr nach Deutschland zurückgekehrt bin, steht meine Welt auf dem Kopf. In Indien habe ich massive soziale Ungleichheit erlebt (der durchschnittliche Monatslohn liegt unter 150 Euro) und Tage, an denen 20-mal so viel Feinstaub durch die Luft wirbelte wie an der meistbefahrenen Verkehrskreuzung in Deutschland. Aber die Leute waren überwiegend heiter, sahen der Zukunft gelassen entgegen. Bei uns dagegen geht die Welt gefühlt jeden Tag zweimal unter. Mal wird der Klimanotstand ausgerufen, mal die Gefahr einer braunen Machtergreifung beschworen. Dazu grassiert die Rezessionsfurcht. Dabei geht es uns gut wie nie, herrscht nahezu Vollbeschäftigung und – nun schon seit fast einem Dreivierteljahrhundert – Frieden. Aber angesichts der vielen Negativ-Schlagzeilen könnte man meinen, wir würden in den Einkommens- und Kriminalitätsstatistiken hinter Bangladesch liegen. Verkehrte Welt.

Geht es uns zu gut?

Mittlerweile fürchte ich, dass es uns zu gut geht. Unser größtes Problem ist nicht, wie in vielen anderen Teilen der Welt, der Mangel, sondern die Überfülle. An Gütern, Wahlmöglichkeiten, Informationen. Das alles bringt uns gerade nicht das versprochene Glück, sondern verursacht im Gegenteil Stress, nicht zuletzt Selbstverwirklichungsstress. Je weiter die Egos aufgepumpt werden, desto geringer wird der Raum für das, was wirklich glücklich macht: tiefe Beziehungen zu Mitmenschen und zu Gott. Deshalb geht es Jesus im Deutschland von heute genau so wie vor 2.000 Jahren in Bethlehem. Er findet keinen Raum, allenfalls an Heiligabend, wo die Kirchen voll sind, aber die Gedanken der meisten wohl kaum beim Wunder der göttlichen Menschwerdung.

Wir sind reich beschenkt

Ich hoffe deshalb, dass viele Landsleute schon vor Weihnachten das tun, was sie sich für die Zeit danach vorgenommen haben: aufräumen. Zeit freischaufeln, um sich neu auf das Evangelium einzulassen. Nämlich die gute Nachricht, dass wir nicht in Panik verfallen müssen, weil Gott die Dinge in der Hand hat. Diese Perspektive beruhigt, lässt das Blut aus den zornroten Köpfen wieder in die Füße fahren und gibt Kraft loszugehen. Zu denen, die unsere Hilfe brauchen: den Einsamen, den Verarmten, den Kranken. Wir können geben, weil wir schon beschenkt sind. Nicht zuletzt mit einem Privileg, das wir viel zu selbstverständlich nehmen: Freiheit. Dass wir unseren Glauben ohne Angst vor Diskriminierung leben können, unterscheidet uns von rund 200 Millionen Christen weltweit, die mehr oder weniger offen unterdrückt werden.

Für mich ist es der erste Advent seit fünf Jahren, den ich in Deutschland erlebe. Und selten habe ich mehr Dankbarkeit gefühlt und einen größeren Ansporn, die Frohe Botschaft von Jesus weiterzusagen. Unsere Mission besteht eben nicht darin, die verkehrte Welt zu bejammern, sondern dabei helfen, sie ein wenig gerader zu rücken.

Der Autor, Markus Spieker (Leipzig), ist Fernsehjournalist und Autor des Buches „Übermorgenland. Eine Weltvorhersage“.


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