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Studie: Warum Menschen einen Gottesdienst besuchen

Demzufolge haben Geschlecht, Bildungsstand und Wohnortgröße keinen großen Einfluss, ob jemand sich für eine Teilnahme entscheidet. Vielmehr liegt das oft an der eigenen Religiosität des Einzelnen, aber auch der Gottesdienstgestaltung. (Foto: NSP)

Die ansprechende Atmosphäre eines Gottesdienstes ist für viele Menschen der entscheidende Grund, einen Gottesdienst zu besuchen. Das geht aus einer Studie hervor, die von der Liturgischen Konferenz in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Auftrag gegeben wurde. Erste Ergebnisse daraus wurden am 9. Juli veröffentlicht. Demzufolge haben Geschlecht, Bildungsstand und Wohnortgröße keinen großen Einfluss, ob jemand sich für eine Teilnahme entscheidet. Vielmehr liegt das oft an der eigenen Religiosität des Einzelnen, aber auch der Gottesdienstgestaltung. So hängt die Entscheidung, in einen Gottesdienst zu gehen, für 81 Prozent der Befragten davon ab, „ob mich die Atmosphäre anspricht“, gefolgt von „ob es meinem Glauben guttut“ (77 Prozent) oder ob einen die Predigt interessiert (75 Prozent). Von geringer Bedeutung ist hingegen, ob der Befragte einen Mitwirkenden im Gottesdienst kennt (37 Prozent), ob Abendmahl gefeiert wird (30 Prozent) oder man persönlich eingeladen wurde (15 Prozent).

Klassischer Gottesdienst für Protestanten nur wenig attraktiv

Wie weiter aus der Studie hervorgeht, ist der klassische Sonntagsgottesdienst für evangelische Christen wenig attraktiv. Demnach nimmt nur jeder dritte Befragte (30 Prozent) „häufig“ am Gottesdienst Sonntagmorgen teil. Ein weiteres knappes Drittel (29 Prozent) besucht ihn kaum oder nie. Laut der Studie erscheint er damit „als Zielgruppengottesdienst, der nur für einen Bruchteil der Kirchenmitglieder attraktiv ist“. Auch regional zeigen sich Unterschiede: So sind im Norden Deutschlands insbesondere Gottesdienste zu Stadt- und Vereinsfesten schwach, in Baden-Württemberg und dem Saarland dagegen überdurchschnittlich gut besucht. Ebenso findet sich im Südwesten eine deutlich stärkere Nachfrage nach dem Sonntagsgottesdienst als in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Rheinland-Pfalz. Am schwächsten ausgeprägt ist der Kirchgang hingegen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. „Offenbar unterscheiden sich in Sachen Kirchgang nicht so sehr Ost und West voneinander, sondern eher der Norden einerseits und der Südosten bzw. -westen andererseits“, so das Fazit. Als beliebteste Gottesdienstzeit gilt für eine knappe Mehrheit der Befragten der Sonntag zwischen 10 bis 11.30 Uhr. Menschen, die angaben, nur mehrmals im Jahr in die Kirche zu gehen, haben dagegen ein stärkeres Interesse an alternativen Gottesdienstzeiten. So stimmten in dieser Gruppe 21 Prozent für Freitag oder Samstag, 41 Prozent wünschen sich Anfangszeiten zwischen 16 und 19 Uhr.

Für junge Leute spielt Gemeinschaft eine Rolle

Zudem spielt auch das Alter eine Rolle: Während für die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Besuch des sonntäglichen Hauptgottesdienstes nicht als regelmäßige Option infrage kommt, nehmen die 20- bis 29-Jährigen „relativ häufig“ an alternativen Gottesdiensten teil. Insbesondere, dass man im Gottesdienst Menschen trifft und persönlich eingeladen wird, ist ihnen wichtiger als der Gesamtheit der Befragten. Allgemein weisen der Studie zufolge gerade unterschiedliche Motivationen und Vorstellungen der Befragten zum Thema Gottesdienst „auf eine beträchtliche Polarisierung der religionsästhetischen Stile hin“. Die Idee eines allgemeinen, für alle passenden Gottesdienstes sei somit womöglich längst an ihre Grenzen gekommen. An der Studie nahmen zwischen März und Juli 2018 mehr als 10.000 Personen im Alter von 9 bis 92 Jahren teil. 90 Prozent gaben an, Mitglied einer evangelischen Kirche zu sein. Die Ergebnisse der Studie sollen auf einer Tagung im September ausführlicher ausgewertet werden.


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