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Schweizer Landes- und Freikirchen zum 70. Menschenrechtstag

Wenn jeder nur einseitig auf seinem Menschenrecht besteht, gibt es kein friedliches Miteinander, sondern „eine Prügelei“, bemerkt Karl Barth. (Foto: S.Hofschlaeger/ pixelio.de)

Am 10. Dezember 1948, vor 70 Jahren, unterzeichnete die UN-Vollversammlung in Genf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UN-Menschenrechtscharta). Die Menschenrechte schützen die Freiheit der Person. Diese Rechte gelten für alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Nationalität. «Inzwischen nehmen wir sie oft als selbstverständlich wahr, und doch geraten die Menschenrechte immer wieder unter Druck», schreiben die drei Landeskirchen gemeinsam mit den Freikirchen der Schweiz in einer Medienmitteilung. Sie haben anlässlich des 70-Jahr-Jubiläums am 10. Dezember ein fiktives Gespräch zu den Menschenrechten zwischen der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, dem reformierten Theologen Karl Barth und Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli) publiziert.

Die drei Gesprächspartner hatten die historischen Ereignisse vor 70 Jahren hautnah miterlebt und waren auf verschiedene Weise daran beteiligt, heißt es in der Einleitung zum Gespräch. Gleichzeitig hätten sie das Menschenbild und die politischen Voraussetzungen der Menschenrechte kritisch hinterfragt. Die katholische Kirche «hatte keine Probleme mit den Anliegen und Zielsetzungen der Menschenrechte, aber dem Weg dahin konnte sie auf keinen Fall zustimmen. Die Idee, den freien Menschen selbst zum Maß aller Dinge zu machen und menschliche Rechte zum obersten Prinzip zu erheben, bedeutete für sie eine Vergötterung der menschlichen Freiheit und eine Verkehrung von Schöpfer und Geschöpf», sagt Angelo Giuseppe Roncalli im ersten Redebeitrag. Dabei hätten die drei Gesprächspartner auch bereits den Relativismus vorausgesehen, «dem die Menschenrechte heute – aus nationalstaatlichen, ökonomischen oder persönlichen Interessen – ausgesetzt sind», so die Einleitung.

Wenn jeder nur einseitig auf seinem Menschenrecht besteht, gibt es kein friedliches Miteinander, sondern „eine Prügelei“, bemerkt Karl Barth. Hannah Arendt stimmt zu: Die Menschenrechte könne man nicht wie ein Schild vor sich hertragen. Das schafft Abstand statt Begegnung. Und für Papst Johannes XXIII. wird mit den Menschenrechten die Würde der Person für alle Menschen anerkannt, Gerechtigkeit damit zu einem anderen Wort für Frieden. Ergänzt wird der Menschenrechtstag durch eine Petition von ACAT zur Problematik der Kinder von Inhaftierten in der Schweiz.

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