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Wie Führungskräfte wirkungsvoller dienen können (Willow Leitungskongress 2012)

("Adventisten heute"-Aktuell, 29.1.2012) Mit Empfehlungen für Führungskräfte in Kirchengemeinden und christlichen Werken, wie sie ihren Dienst wirkungsvoller wahrnehmen können, endete am 28. Januar ein dreitägiger Leitungskongress in Stuttgart. An der Veranstaltung der Bewegung Willow Creek Deutschland nahmen etwa 7.500 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter von landes- und freikirchlichen Gemeinden teil.
Von den 60 Prozent der Teilnehmer, die Angaben zur Kirchenzugehörigkeit machten, gehörten 2.309 (32 Prozent) der EKD an, 632 (9 Prozent) dem Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), 603 (8 Prozent) dem Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG), 235 (3 Prozent) dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), 203 (3 Prozent) der Evangelisch-Methodistischen Kirche (EMK), 71 (1 Prozent) der Katholischen Kirche und 250 (3 Prozent) diversen anderen Freikirchen (einschließlich der Siebenten-Tags-Adventisten).

Für Gemeinden, die sich nach geistlicher Erneuerung sehnen

Willow Creek ist der Name einer US-amerikanischen Gemeinde in South Barrington bei Chicago, die durch besondere Gottesdienste für kirchenferne Menschen und durch ihr sozialdiakonisches Engagement weltweit als Inspirationsquelle für Gemeinden gilt, die wachsen oder sich geistlich erneuern wollen. Ihr Gründer und Hauptpastor, Bill Hybels, bezeichnete es auf dem Kongress als wichtigste Aufgabe von Führungskräften, Visionen zu entwickeln und Menschen für ihre Verwirklichung zu begeistern.

Auf die Leiter kommt es an

Entscheidend für das Wachstum von Gemeinden seien nicht großartige Strategien, sondern wie die Leitung mit Mitarbeitern umgehe. Mittelmäßigen Führungspersonen gelinge es in der Regel nicht, besser qualifizierte Personen etwa aus der Wirtschaft für kirchliche Leitungsaufgaben zu gewinnen, so dass eine Gemeinde auf Dauer im Stillstand verharre.

Junge Menschen geistlich begleiten

Der US-Pastor und Buchautor Gordon MacDonald ermunterte Gemeindeleiter dazu, sich am Apostel Paulus zu orientieren. Dieser habe seine Aktivitäten darauf konzentriert, Menschen für Christus zu gewinnen. Dabei habe er sich weder von Verfolgungen und Krankheiten noch von Glaubenszweifeln irritieren lassen. Außerdem plädierte der 72-Jährige für ein konstruktives Miteinander von Jung und Alt. "Junge Leute sollten immer wieder den Rat von älteren Menschen, die schon viel erlebt haben, suchen. Sie können davon enorm profitieren." Er riet Senioren, ihre Lebenserfahrung zu nutzen, um für junge Menschen ein "geistlicher Vater oder eine geistliche Mutter" zu sein. Es sei schön, die Energie und die Lebensträume der kommenden Generationen zu spüren.

Bonhoeffer: kein liberaler Theologe

In einem Podiumsgespräch stellte der amerikanische Journalist und Autor Eric Metaxas, der deutsche Familienwurzeln hat, sein neuestes Buch "Bonhoeffer - Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet" vor, der auf der Bestsellerliste der New York Times stand und zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Metaxas wandte sich dagegen, Bonhoeffer als liberalen Theologen darzustellen.

"Ist eine kalte Kirchensteuer ein Segen?"

Besondere Resonanz fand - wie bei früheren Kongressen - der evangelische Theologieprofessor Michael Herbst (Greifswald). In seinem Vortrag forderte er die Kirche heraus, sich auf das zu fokussieren, was wirklich unaufgebbar ist. Nicht die Gebäude oder die Finanzen der Kirche seien das Unaufgebbare, auch die "kalte Kirchensteuer" nicht, sondern die Menschen, weil Jesus Christus keinen aufgibt.

"Emotionale Kernschmelze" und inneres Wachstum

In seiner besonderen seelsorgerlichen Art bereitete Jeff Manion, Pastor einer Gemeinde in West Michigan, die Kongressteilnehmer auf die "Wüstenzeit" vor, die Führungskräfte - ähnlich Mose und Elia - auf dem Weg von dem, was war ("Ägypten"), hin zu den von Gott gesetzten Zielen ("das verheißene Land") erleben. Die Wüste sei ein Treibhaus fürs Klagen und für die "emotionale Kernschmelze" von Leitern, aber auch für Begegnungen mit Gott, für die göttliche Korrektur und fürs innere Wachstum.

Positives Fazit nach 15 Jahren

Willow Creek Deutschland lädt seit 15 Jahren zu Konferenzen ein, um die US-amerikanischen Erfahrungen und Anregungen für den deutschsprachigen Raum fruchtbar zu machen. Der Vorsitzende, der Pastor und Journalist Ulrich Eggers (Cuxhaven), zog ein positives Fazit. Der Kongress habe "vielleicht die größte geistliche Dichte und Reife aller bisherigen Konferenzen" gehabt, sagte er gegenüber idea. Im Mittelpunkt habe der Blick auf Jesus Christus und seinen Auftrag zur ganzheitlichen Evangelisation gestanden. Erfreulich sei die wachsende Zusammenarbeit mit den Landeskirchen.
Auch Bill Hybels zog am Ende des Kongresses ein positives Fazit. Der Leitungskongress in Stuttgart sei der beste von allen gewesen - besonders im Blick auf die Qualität der Vorträge der geladenen Referenten. Hybels lud die Teilnehmer ein, am nächsten Kongress teilzunehmen, der vom 6. bis 8. Februar 2014 in Leipzig stattfindet. (idea/edp)

Weitere Meldungen

(idea = Informationsdienst der Evangelischen Allianz, Wetzlar; edp = Elí Diez-Prida, Lüneburg)


zzz

Bildergalerie

Fotos: Willow Deutschland (Willow) / Elí Diez-Prida (edp)

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