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"Weltgebetstag für den Frieden" in Assisi

("Adventisten heute"-Aktuell, 16.9.2016) Der Besuch von Papst Franziskus beim diesjährigen "Interreligiösen Gebetstreffen für den Weltfrieden" am 20. September im italienischen Assisi steht einerseits im Zeichen des 30-Jahr-Jubiläums dieser von Papst Johannes Paul II. 1986 gestarteten Initiative, andererseits auch im Zeichen römisch-katholisch/-orthodoxer Freundschaft aus Anlass des silbernen Amtsjubiläums des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. Insgesamt werden in Assisi 400 religiöse, politische, kulturelle Führungspersönlichkeiten aus aller Welt erwartet. Die Gemeinschaft Sant'Egidio veranstaltet seit 1987 alljährlich in einer anderen Stadt ein solches Treffen "im Geist von Assisi".

"Durst nach Frieden"

Das diesjährige Ereignis steht unter dem Motto "Durst nach Frieden. Religionen und Kulturen im Dialog" und ist dreifach bedeutsam: Es findet zu einem Zeitpunkt statt, in dem der Weltfriede vielfachen Gefährdungen u.a. durch Terror und Gewalt ausgesetzt ist. Es stellt ein Gegenprogramm zum vielbeschworenen "Clash of civilizations" dar, der von manchen schon als Alltagsphänomen betrachtet wird. Und es ruft den vor genau 30 Jahren - am 27. Oktober 1986 - von Papst Johannes Paul II. einberufenen ersten "Weltgebetstag der Religionen für den Frieden" in Erinnerung, der damals eine Sensation darstellte.

Beten und Arbeiten

Viele Teilnehmende kommen bereits am 18. September nach Assisi. Auch in diesem Jahr soll in Assisi nicht nur gebetet, sondern auch gearbeitet und diskutiert werden. Einige Themen der vorgesehenen "Panels": "Religion und Gewalt", "Die Märtyrer von heute", "Muslime und Christen gemeinsam für den Frieden", "Wirtschaft und Finanz im Dienst des Friedens", "Neue Europäer: Mehr Brücken und weniger Mauern", "Solidarität: Schlüsselwort der Gegenwart" sowie "Europa: Die Gründe für das Zusammenleben".

Der Präsident von Sant'Egidio, Marco Impagliazzo, spricht von einer angesichts der heutigen Situation überaus notwendigen Begegnung: "Heute stehen wir vor der großen Frage nach Frieden, die uns all jene stellen, die unter Gewalt leiden und Opfer des Terrorismus und der zahlreichen Kriege unserer Zeit sind. Wir wollen ihre Stimme sein. Bei unserem Zusammenkommen geht es nicht nur darum, das von Johannes Paul II. vor 30 Jahren initiierte große Friedensgebet ins Gedächtnis zu rufen. Vielmehr wird es ein neues Ereignis auf dem Weg mit jenen Menschen sein, mit denen wir gemeinsam den Frieden bauen wollen".

Zu Hasspredigern auf Distanz gehen

In Assisi werden - so Impagliazzo - "hochrangige religiöse und institutionelle Persönlichkeiten" zusammenkommen, um zu zeigen, dass die Religionen nicht gleichgültig gegenüber dem "Schrei der Völker nach Frieden" sind, dass sie zu den Hasspredigern auf Distanz gehen und sich für die Integration einsetzen, die "ein Schlüsselwort für die Verteidigung unserer Gesellschaften gegen die Gewalt" ist. (APD/nsp)

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