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Warnung vor hierarchischer Kirchenstruktur

Werner Dullinger (li.) und Johannes Naether sprechen sich gegen das vorgeschlagene Verfahren zur Herstellung von Einheit aus. © edp

Die Präsidenten des Süd- und Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Werner Dullinger und Johannes Naether, warnen in einer Stellungnahme vor einer Entwicklung der weltweiten adventistischen Kirche „hin zu einer hierarchischen Kirchenstruktur“.

Anlass der Kritik ist die Veröffentlichung der Dokumente „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz“ sowie „Aufgabenstellung des Konformitätsausschusses“ durch den Verwaltungsausschuss (ADCOM) der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten vom 17. Juli 2018 (siehe Septemberausgabe, S. 4). Beide Dokumente sollen dem im Oktober 2018 einmal im Jahr tagenden Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung zur Annahme vorgelegt werden. In ihnen wird ein kirchenrechtliches Verfahren beschrieben, wie die untergeordneten Kirchenleitungen (überregionale Verbände und regionale Vereinigungen) sowie deren Leiter zu behandeln sind, wenn sie sich nicht konform zu Beschlüssen der Weltkirchenleitung verhalten. So wird unter anderem vorgeschlagen, dass der Verwaltungsausschuss eines Verbandes oder einer Vereinigung Regelverstöße von Amts wegen ausfindig machen und der jeweils nächsthöheren Dienststelle melden soll. Sollten abweichende Beschlüsse nicht rückgängig gemacht werden, könne der Leiter dieser Verwaltungseinheit Disziplinarmaßnahmen unterworfen werden, wie Verwarnung/Abmahnung, öffentliche Rüge, bis hin zum Ausschluss aus dem Exekutivausschuss der Generalkonferenz, dem ein Verbandspräsident von Amts wegen angehört. Sogenannte Konformitätsausschüsse („Compliance Committees“) mit weitreichenden Vollmachten sollen bei Regelverstößen tätig werden.

In ihrer Stellungnahme zu den beiden am 18. Juli veröffentlichten Dokumenten betonen Werner Dullinger und Johannes Naether, dass die Ortsgemeinden das Fundament der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten seien. Um eine Weltkirche zu führen, hätten sich die Adventisten daher ein repräsentatives System gegeben, um die Kirche als Organisation und als eine Gemeinschaft von Gläubigen zu leiten. „In der jüngsten Initiative der Weltkirchenleitung erkennen wir eine bedrohliche Entwicklung hin zu einer hierarchischen Kirchenstruktur, der wir uns entschieden entgegenstellen werden.“

Die Einheit der Kirche werde allein durch Jesus gewirkt und garantiert, nicht aber durch menschliche Anstrengungen. Aus vielerlei Gründen gebe es keine vollständige Entsprechung zwischen dieser in Gott bestehenden Einheit und einer konkreten kirchlichen Gestalt. Bei Jesus würden Einheit und Liebe, Vertrauen und Freiheit zusammengedacht, und nur so komme es zur Erkenntnis Gottes, des Erlösers. „Als Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten dürfen wir diesen Weg der Einheit in Vielfalt vertrauensvoll gehen“, sind Dullinger und Naether überzeugt. Als Fazit schreiben sie:

  • Die Dokumente und die Arbeit der „Compliance Committees“ markieren einen  Richtungswechsel im Grundverständnis von Kirchenleitung: An die Stelle von Vertrauen, Toleranz, Respekt, Konfliktfähigkeit und Dialog in der Kontroverse, treten Druck, Kontrolle, Überwachung und die Stigmatisierung von einzelnen Personen. Dadurch erhöht sich die Spaltungsdynamik einer Kirche signifikant, und verkehrt das Bemühen/Beten um Einheit ins Gegenteil.
  • Die Dokumente und die Arbeit der „Compliance Committees“ fördern einen Geist des Misstrauens, des Kritisierens, des Bewertens und des Richtens. Das widerspricht ausdrücklich dem Geist des Evangeliums.
  • Die öffentliche Stigmatisierung von Personen ist nicht hinnehmbar, weil sie Menschen in ihrer Würde beschädigt. Davon distanzieren wir uns ausdrücklich.
  • Die in unserer Kirche vorhandenen Regeln reichen völlig aus, um bei Problemen oder Konflikten zu intervenieren. Die bestehenden Instrumente und Verfahren geben uns dafür einen breiten Spielraum.

„Im Rahmen unserer Mandate als Mitglieder des Generalkonferenz-Exekutivausschusses werden wir uns dafür einsetzen, dass die in den Papieren vorgeschlagenen Regelungen abgelehnt werden.“

Die Stellungnahme der beiden deutschen Verbandspräsidenten und die Dokumente der Generalkonferenz finden sich untenstehend als pdf zum Herunterladen sowie auf www.adventisten.de/ueber-uns/dokumente-und-stellungnahmen

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