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USA: Christen sind bei Präsidentschaftswahl gespalten

("Adventisten heute"-Aktuell, 16.9.2016) Die Christen in den USA sind in ihrer Einstellung zu den Präsidentschaftskandidaten gespalten. Diese Ansicht vertrat der Auslandskorrespondent der "Welt"-Gruppe, Ansgar Graw (Washington D.C.), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Einer aktuellen Umfrage des Pew-Forschungszentrums zufolge wollen 49 Prozent der regelmäßigen Kirchgänger am 8. November für den Republikaner Donald Trump stimmen, 45 Prozent für die Demokratin Hillary Clinton. Bei früheren Wahlen hätten die Republikaner in der Gunst der Christen klar vorn gelegen. Trump stoße viele Kirchgänger mit seinen "holzschnittartigen Parolen" oder der Idee eines Einreisestopps für alle Muslime ab. Diese Polemik klinge nicht christlich. Graw rechnet daher damit, dass Clinton als erste Frau ins Weiße Haus gewählt werde.

Clinton kennt die Bibel, Trump vermutlich nicht

Graw zufolge bekennen sich beide Präsidentschaftskandidaten zum Protestantismus und gehörten damit zur amerikanischen Mehrheit. Clinton sei Methodistin und besuche bis heute "recht häufig" Gottesdienste. Sie gehöre einer Bibelgruppe im US-Senat an und trage in ihrer Handtasche eine Heilige Schrift mit sich. Zudem zitiere sie häufig einen Appell des Begründers des Methodismus, John Wesley (1703-1791): "Tu all das Gute, was du kannst, mit allen deinen Möglichkeiten, mit allen deinen Mitteln, auf allen deinen Wegen, zu allen Zeiten und allerorten und jedem gegenüber." Trump sei Presbyterianer und von dem reformierten Pastor Norman Vincent Peale (1898-1993) geprägt worden. Dieser schrieb einen Bestseller über die "Kraft des positiven Denkens" und wurde "Verkäufer Gottes" genannt. Wie Trump sagte, hat ihn Peales Botschaft in schwierigen Situationen gestärkt. Der republikanische Kandidat habe ferner, so Graw, die Bibel als das beste aller Bücher gelobt, sie sei sogar noch besser als sein eigener Bestseller "Die Kunst des Erfolges". Als ihn Journalisten allerdings nach seiner Lieblingsstelle fragten, habe er nicht geantwortet. Dies sei ihm zu privat. Ein früherer Ghostwriter Trumps habe zudem ausgesagt, dass dieser überhaupt keine Bücher lese.

Beide Kandidaten sind bei den Wählern unbeliebt

Trump und Clinton sind laut Graw die unbeliebtesten Kandidaten seit Beginn der Meinungsforschung. Einer Umfrage der "Washington Post" zufolge wird Clinton von 56 und Trump von 63 Prozent der Amerikaner abgelehnt. Mit Trump hätten die Republikaner einen Narzissten nominiert, der "über Provokationen grandios zu mobilisieren verstand". Clinton wiederum hafte "der Ruf der Trickserei und der Vermengung politischer und privater Interessen" an. Ihr größtes Problem sei, dass sie "wie ein Polit-Roboter wirkt" und kaum Menschliches preisgibt. Charakteristisch für beide Kandidaten sei, dass sie ihre Meinung um 180 Grad gewechselt hätten. Graw: "Trump ändert viele Positionen schneller als Clinton ihre Hosenanzüge." So sei Trump früher für die Legalisierung der Abtreibung gewesen, heute spreche er sich dagegen aus. Clinton wiederum sei lange Zeit gegen die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner gewesen, heute befürworte sie diese leidenschaftlich. Sie habe jedoch damit so lange gewartet, bis nationale Umfragen diese Haltung gestützt hätten. (idea)

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