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These von Wiederkehr der Religion irreführend

(AdventEcho online, 13.2.2009) Der Wiener evangelische Theologieprofessor Ulrich Körtner hält die Rede von einer Wiederkehr der Religion für irreführend. Das bloße Interesse an religiösen Themen dürfe nicht mit Religiosität verwechselt werden, sagte er am 4. Februar in Schwerte in einem Vortrag zum zehnjährigen Bestehen des westfälischen Instituts für Kirche und Gesellschaft. Genauso wie von einem "Megatrend Religion" könne man auch von einem "Megatrend Gottvergessenheit" sprechen. Neben religiösen Aufbrüchen gebe es auch einen massenhaften Gewohnheitsatheismus, "dem die Frage nach Gott schlicht abhanden gekommen ist". Zwar habe bei einer Umfrage die Hälfte aller Befragten ausgesagt, Deutschland brauche wieder mehr religiöse Werte. Für die persönliche Lebensführung habe dies jedoch offenbar nicht viel zu sagen. "Da geht es nicht um ,religiöse Werte', sondern allein um Familie, Freunde und persönliches Wohlergehen", sagte Körtner.

Für einen ehrlichen Dialog der Religionen

Der Theologe sprach sich ferner für einen ehrlicheren Dialog der Religionen aus: "Viele wohlmeinende Versuche, die Gemeinsamkeiten aller Religionen zu beschwören, sind reines Wunschdenken oder religiöser Kitsch." Es sei problematisch, wenn Außenstehende bestimmen wollten, was zum wahren Wesen einer Religion gehört. Als Beispiel nannte er die Aussagen von Kirchenführern nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Sie hatten betont, dass die Anschläge keinesfalls den wahren Islam verrieten. Zwar bauten solche Erklärungen Feindbilder ab und trügen zur Entschärfung von Konflikten bei, so Körtner. Allerdings enthielten sie auch Konfliktpotenzial, "weil sie nicht gegen die Überheblichkeit gefeit sind, eine fremde Religion besser verstehen zu wollen, als diese sich selbst versteht".

Kirchen sollen christliches Profil schärfen

Nach Ansicht des Theologen bedeutet Respekt vor anderen Religionen nicht, sich deren Vorschriften zu unterwerfen. Jede Religion, "die sich selbst gegen jede Kritik verwahrt und immunisiert, ist totalitär". Körtner appellierte an die Kirchen, das Profil des Christlichen in der pluralistischen Gesellschaft zu schärfen. Nicht eine vage Transzendenz- oder Gottoffenheit sei das Kennzeichen des Christentums, sondern das Bekenntnis zu Jesus Christus. Der Leiters des Instituts für Kirche und Gesellschaft, Heinz-Georg Ackermeier, bezeichnete die Profilschärfung als Ziel der Einrichtung. Die Mitarbeiter seien Christen, "die nicht nur bekennen, sondern aus dem Glauben heraus argumentieren und streiten". Das Institut nimmt aus christlicher Sicht Stellung zu Themen wie Kernenergie, grüne Gentechnik, Globalisierung, Bleiberecht für Asylbewerber und Kinderarmut. (idea)

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