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Suizidprävention und Telefonseelsorge

("Adventisten heute"-Aktuell, 22.7.2016) Anlässlich des internationalen Telefonseelsorge-Kongresses in Aachen hat die TelefonSeelsorge der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland die Broschüre "Suizidprävention - Damit das Leben weitergeht" veröffentlicht. Die Suizidprävention spielt bei der Telefonseelsorge eine große Rolle.

Erfahrungen des Ausgeschlossenseins

Wie aus der Broschüre hervorgeht, habe die TelefonSeelsorge in Deutschland im Jahr 2015 etwa 56.000 Gespräche entgegengenommen, in denen Menschen von Suizid, suizidalen Absichten oder Erfahrungen sprachen. In rund 60 Prozent dieser Gespräche sei mit Anrufenden wiederholt gesprochen worden. Die Telefonseelsorge erlebe dabei, wie eng Suizidalität mit fehlenden sozialen Kontakten und Erfahrungen des Ausgeschlossenseins verbunden wären. Der größte Anteil der Anrufenden lebe allein (72 Prozent), etwa die Hälfte der Anrufe komme von Menschen, die entweder erwerbsunfähig (31 Prozent) oder arbeitslos (19 Prozent) seien. In 55 Prozent der Gespräche würden die Anrufenden eine diagnostizierte psychische Erkrankung benennen.

über 100.000 Suizidversuche jedes Jahr in Deutschland

Etwa 10.000 Menschen nehmen sich jährlich in Deutschland das Leben, so die Broschüre. Schätzungsweise sechs Personen seien statistisch gesehen vom Suizid eines Angehörigen betroffen - also mehr als 60.000 Menschen. In allen Altersgruppen wären es erheblich mehr Männer als Frauen, die sich das Leben nehmen. Mit dem Alter steige die Suizidzahl bei Männern im Alter bis zu 69 Jahren von durchschnittlich 16 (pro 100.000 Einwohnern) auf 51 bei den über 70-jährigen. Weit über 100.000 Menschen begingen in Deutschland jährlich einen Suizidversuch.

"Wir tragen für das Leben gemeinsam Verantwortung"

Der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, schreiben im gemeinsamen Vorwort: "Als Christen glauben wir, dass das menschliche Leben ein kostbares Geschenk Gottes, unseres Schöpfers ist, für das wir gemeinsam Verantwortung tragen."

Die acht Thesen zur Prävention von Suizid wiesen auf die Begründung dieses Engagements und die Bedeutung der mitmenschlichen Hilfe der TelefonSeelsorge hin. "Sie machen deutlich und nachvollziehbar, warum uns als Christen das Engagement zur Prävention von Suizid ein besonderes Anliegen ist", so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm. In knapper Form umschrieben die Thesen "ein Ethos, das das Geschenk des menschlichen Lebens bejaht, aber auch die Verletzlichkeit und Hilfsbedürftigkeit des Menschen einbezieht." (APD) Das Heft "Suizidprävention - Damit das Leben weitergeht" zum Herunterladen (PDF)

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