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Süchte: Die Zahl der Abhängigen nimmt stark zu

("Adventisten heute"-Aktuell, 21.2.2014) Die Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit in Deutschland nimmt stark zu: Die Zahl der Alkoholiker stieg von 2006 bis 2012 um 36 Prozent von 1,3 Millionen auf 1,77 Millionen. Das ergab eine Studie des Instituts für Therapieforschung (München) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums. Die Zahlen wurden in der Zeitschrift "Sucht" veröffentlicht. Insgesamt trinken demzufolge rund 7,4 Millionen Bundesbürger mehr Alkohol als die empfohlene Höchstmenge. Die Zahl der Medikamentenabhängigen (Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmittel) wuchs sogar um 53 Prozent auf 2,3 Millionen. Laut der Studie sind zudem 5,6 Millionen Menschen nikotinsüchtig und 319.000 Erwachsene abhängig von illegalen Drogen.

Mangel an "sozialer Einbettung"

Wie der Bundesvorsitzende des evangelischen Fachverbandes für Suchtkrankenhilfe "Blaues Kreuz in Deutschland" (Wuppertal), der Psychiater und Suchtmediziner Klaus Richter (Elbingerode/Harz), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, entsteht Sucht oft bei einem Mangel an "sozialer Einbettung". Immer weniger Menschen lebten in intakten Beziehungsstrukturen. Da die innerliche Vereinsamung aufgrund der "enormen Individualisierung" zunehme, steige auch die Zahl der Suchtkranken: "Für viele Menschen wird Alkohol zum Ersatz für erfüllte soziale Beziehungen."

Ein Grund sind höhere Anforderungen im Beruf

Der Bundessekretär des Blauen Kreuzes, Jürgen Naundorff (Stollberg/Erzgebirge), sieht auch in den höheren Anforderungen im Berufsleben einen Grund für die Zunahme: Aufgrund einer "unheimlich steigenden Flut von Informationen und eines sich immer schneller vollziehenden Wandels in der Gesellschaft ist der Mensch zunehmend auf die entspannende, erheiternde, Problem wegschwemmende und betäubende Wirkung von Alkohol und Drogen angewiesen, ohne die er nicht mehr ,abschalten‘ kann". Zudem sähen sich junge Menschen ohne guten Schulabschluss oder ohne eine abgeschlossene Ausbildung oft als unbrauchbar an. Sie hätten kaum Vorstellungen, wie sie etwas Gutes aus ihrem Leben machen können: "Das provoziert den Drogen- und Alkoholkonsum als Scheinweg aus der Perspektivlosigkeit."

Gute Beziehungen in der Familie sind die beste Prävention

Laut den Autoren der Studie macht die hohe Verbreitung psychischer Störungen durch Alkohol und Tabak deutlich, wie dringlich wirksame Vorbeugung ist. Dazu sagte der Blaues-Kreuz-Vorsitzende Richter: "Auch wenn es sicherlich Möglichkeiten der Prävention gibt: Wir leben in einer unvollkommenen Welt. Deswegen wird es Sucht immer geben, so lange es auch Rauschmittel gibt. Sucht ist ein sozialer Dauerbrenner." Grundsätzlich böten aber Familien mit guten Beziehungen eine erfolgversprechende Prävention. (idea)

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