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Suchtexperten fordern Alkoholverbot für Minderjährige

("Adventisten heute"-Aktuell, 5.2.2010) Ein Alkoholverbot für Jugendliche unter 18 Jahren fordern Suchtexperten und Kriminologen. Grund ist die steigende Zahl von Gewalttaten junger Menschen unter Alkoholeinfluss. Wie das ARD-Magazin "Report Mainz" am 1. Februar berichtete, sind unter den jugendlichen Verdächtigen bei Gewalttaten immer öfter alkoholisierte Personen. So stieg deren Anteil beispielsweise in Rheinland-Pfalz von 10,6 Prozent im Jahr 2000 auf 23 Prozent im Jahr 2008. Auch im Bundesland Brandenburg verzeichnete man im gleichen Zeitraum einen deutlichen Anstieg von 9,6 auf 20,1 Prozent. Ähnlich sieht es in anderen Bundesländern aus.
Der Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer (Hannover) sagte in der Sendung: "Wir haben in Deutschland ein massives Alkoholproblem bei jungen Menschen, das tendenziell größer geworden ist." Er fordert daher ein einheitliches Alkoholverbot für Minderjährige. Bislang können Jugendliche ab 16 Jahren Bier und Wein kaufen, ab 18 Jahren auch Spirituosen und andere alkoholhaltige Getränke. Nach Ansicht von Pfeiffer könnten brutale Gewalttaten durch eine höhere Altersgrenze für den Alkoholgenuss verringert werden.

Jugendliche können schnell süchtig werden

Der evangelische Fachverband für Suchtkrankenhilfe "Blaues Kreuz in Deutschland" begrüßt den Vorstoß. Wie Bundessekretär Reinhard Lahme (Wuppertal) gegenüber "idea" sagte, sollten für ein Verbot aber nicht in erster Linie die Gewalttaten ausschlaggebend sein, "sondern der Schutz der Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen". Alkoholkonsum könne die Heranwachsenden körperlich schädigen und das Sozialverhalten beeinflussen. "Die Alkoholsucht kann sich bei Kindern und Jugendlichen in wenigen Wochen bis Monaten einstellen", sagte Lahme. Er verwies auf eine Statistik, nach der 50 Prozent derjenigen süchtig werden, die im Alter von 14 Jahren mit dem Alkoholkonsum begonnen haben. Zugleich erinnerte er die Erwachsenen an ihre Vorbildfunktion beim Umgang mit Alkohol.

Deutsche Regelung ist Ausnahmefall

Laut "Report Mainz" erlauben immer mehr europäische Staaten den Alkoholkonsum erst ab 18 Jahren. Hier gebe es einen klaren Trend in der Europäischen Union (EU), so der Leiter der Abteilung Gesundheitsfaktoren der Europäischen Kommission in der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz, Michael Hübel (Luxemburg). Deutschland sei mit seiner derzeit geltenden Regelung in Europa inzwischen eine Minderheit.
Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) bewertet eine höhere Altersgrenze für die Abgabe von Bier und Wein als wünschenswerte Maßnahme, die durch Aufklärungsarbeit unterstützt werden müsse. Die Direktorin der BzgA, Prof. Elisabeth Pott (Berlin), sagte: "Eine einheitliche Grenze, die auch ein höheres Alter vorschreibt, und auch wirklich kontrolliert wird, könnte einen Nutzen bringen." (idea)

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