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Studie: Freizeitalltag der Deutschen gleicht einer „Stressrallye“

„Je komplexer, verplanter und intransparenter das eigene Leben wird, desto mehr steigt das Bedürfnis nach den einfachen Dingen.“ (Foto: Marvin Siefke/ pixelio.de)

 „Der Freizeitalltag vieler Bundesbürger gleicht einer Stressrallye.“ Sie springen von einer in die nächste Aktivität, üben zahlreiche Tätigkeiten parallel aus und wollen „überall dabei sein aus lauter Angst, etwas zu verpassen“. Zu diesem Ergebnis kommt der am 15. November veröffentlichte „Freizeitmonitor“ des BAT-Instituts für Zukunftsfragen (Hamburg). Demnach nehmen sich die Deutschen „in ihrer Freizeit zu viel vor und versuchen, jede freie Minute zu optimieren und zu nutzen“. Dabei würden sie „gern auch einmal faul auf der Couch den eigenen Gedanken nachgehen, als ständig aktiv zu sein“. Laut der Studie sind die sechs häufigsten regelmäßigen Freizeitaktivitäten (mindestens einmal pro Woche) mit Mediennutzung verbunden: Fernsehen (95 Prozent), Radio und Musik hören (90 bzw. 85 Prozent), von zu Hause aus telefonieren (84 Prozent), Internet (78 Prozent) und unterwegs telefonieren (72 Prozent). Insbesondere die Nutzung des Smartphones hat stark zugenommen. Erst auf den Rängen acht und neun folgen „Zeit mit dem Partner verbringen“ und „Über wichtige Dinge reden“ (jeweils 68 Prozent).

Immer mehr Bürger fühlen sich von der Medienflut überrollt

Laut dem Wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, Prof. Ulrich Reinhardt, hat die mediale Rund-um-die-Uhr-Präsenz jedoch ihren Preis: „Zunehmend mehr Bürger haben das Gefühl, von der Medienflut überrollt zu werden und wünschen sich, öfters mal abzuschalten – und dieses im doppelten Sinne.“ Die Studie ermittelte auch, was in der Freizeit zu kurz kommt. So würden die Befragten gerne häufiger spontan das machen, wozu sie Lust haben (63 Prozent), ausschlafen (61 Prozent), Faulenzen (52 Prozent) und etwas mit Freunden machen (50 Prozent). Dazu Prof. Reinhardt: „Je komplexer, verplanter und intransparenter das eigene Leben wird, desto mehr steigt das Bedürfnis nach den einfachen Dingen.“ So wie in der Kindheit wolle man die Freiheit haben, der eigenen Intuition folgen zu können – egal ob dies Lust auf ein Treffen, eine Unternehmung oder „einfach chillen“ sei. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit lägen Welten. Während soziale und regenerative Aktivitäten weiter abnähmen, steige der Medienkonsum kontinuierlich.

„Verlierer“ bei Freizeitaktivitäten: Bücher lesen und das Spielen mit Kindern

Die Studie ermittelte auch „Verlierer“ bei den Freizeitaktivitäten. Dazu gehören das Lesen von Büchern und die Gartenarbeit. 2013 taten dies wöchentlich jeweils noch 35 Prozent der Deutschen; jetzt sind es je 29 Prozent. Der Anteil derer, die mit Kindern spielen, sank in dem Zeitraum von 31 auf 27 Prozent. Dem Freizeit-Monitor zufolge betätigen sich zehn Prozent der Bundesbürger mindestens einmal pro Woche ehrenamtlich. Neun Prozent leisten Nachbarschaftshilfe uns sieben Prozent pflegen Angehörige. Für den Freizeit-Monitor wurden über 3.000 Bundesbürger repräsentativ in persönlichen Interviews befragt.


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